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Mein Frühwarnsystem für Anleger!
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In meinem Video mit dem Titel „Das größte Warnsignal seit 2007!“ habe ich darüber gesprochen, dass es vor größeren Börsenrückgängen oft zahlreiche Warnsignale gibt. Das Problem dabei: Wer auf alles achtet, verliert schnell den Überblick. Deshalb konzentriere ich mich lieber auf einige wenige Indikatoren, die sich in der Vergangenheit immer wieder als besonders hilfreich erwiesen haben. Natürlich kann niemand einen Bärenmarkt exakt vorhersagen. Dennoch gibt es bestimmte Entwicklungen, die häufig schon Monate vor einer größeren Korrektur sichtbar werden.
Die Ankündigung einer Rezession ist tatsächlich einer der wichtigsten Auslöser für einen Bärenmarkt. Allerdings kommt sie oft zu spät. Die Börse blickt typischerweise sechs bis zwölf Monate voraus. Deshalb beginnen viele Bären-märkte bereits, wenn die Wirtschaft noch gut aussieht und die Schlagzeilen noch positiv sind. Wenn man sich die großen Bärenmärkte der vergangenen Jahrzehnte anschaut, beispielsweise die Jahre 2000, 2008, 2020 oder auch die Korrektur 2022, lassen sich einige wiederkehrende Warnsignale erkennen.
Gewinnschätzungen der Unternehmen
Für mich ist das wahrscheinlich der wichtigste Punkt überhaupt. Bärenmärkte entstehen selten wegen einer offiziell ausgerufenen Rezession. Sie entstehen meistens deshalb, weil die Erwartungen an die Unternehmensgewinne einbrechen. Solange Analysten ihre Gewinnschätzungen erhöhen, haben Aktien in der Regel Rückenwind. Werden die Prognosen dagegen deutlich gesenkt, steigt das Risiko für den Gesamtmarkt erheblich. Die Börse handelt die Zukunft. Deshalb reagieren Kurse oft schon Monate vorher auf schwächere Gewinnerwartungen.
Geldpolitik und Liquidität
Fast jeder größere Bärenmarkt wurde von einer restriktiven Geldpolitik begleitet. Steigende Zinsen, Bilanzabbau der Notenbanken oder eine rückläufige Geldmenge entziehen dem Finanzsystem Liquidität. Genau diese Liquidität war in den vergangenen Jahren jedoch einer der wichtigsten Treiber für steigende Aktienkurse. Besonders kritisch wird es, wenn gleichzeitig die Gewinne der Unternehmen unter Druck geraten. Die Börse lebt langfristig von zwei Dingen: Gewinnwachstum und Liquidität. Wenn beide Faktoren gleichzeitig schwächer werden, steigt die Gefahr eines Bärenmarktes deutlich.
Der Arbeitsmarkt
Der Arbeitsmarkt gehört für mich zu den wichtigsten Bestätigungsindikatoren. Solange Unternehmen Mitarbeiter suchen und die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt, spricht das für eine stabile Wirtschaft. Problematisch wird es, wenn die ersten Risse sichtbar werden. Steigende Arbeitslosenzahlen, weniger offene Stellen und schwächere Beschäftigungsdaten waren in der Vergangenheit häufig Vorboten einer wirtschaftlichen Abschwächung.
Die Kreditmärkte
Viele professionelle Investoren beobachten die Kreditmärkte sogar genauer als den Aktienmarkt. Wenn die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen deutlich steigen, signalisiert das häufig wachsende Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung. Das typische Muster sieht oft so aus:
- Zunächst steigen die Kreditaufschläge.
- Danach werden Banken vorsichtiger bei der Kreditvergabe.
- Anschließend sinken Investitionen und die Gewinnerwartungen der Unternehmen.
- Erst danach reagieren häufig die Aktienmärkte.
Bewertungen und Stimmung
Hohe Bewertungen allein verursachen keinen Börsencrash. Das zeigen zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit. Gefährlich wird die Situation vor allem dann, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Hohe Bewertungen, große Euphorie, wenig Risikobewusstsein und gleichzeitig nachlassendes Gewinnwachstum sind eine Kombination, die Anleger aufmerksam beobachten sollten. In solchen Phasen reicht oft schon ein externer Schock, um eine größere Korrektur auszulösen.
Mein Fazit
Kein Indikator funktioniert immer. Wer jedoch die Gewinnschätzungen der Unternehmen, die Geldpolitik, den Arbeitsmarkt, die Kreditmärkte sowie die Stimmung der Anleger im Blick behält, erkennt viele Risiken deutlich früher als die meisten Marktteilnehmer. Deshalb konzentriere ich mich lieber auf wenige aussagekräftige Signale statt auf die tägliche Flut an Schlagzeilen. Sie helfen mir dabei, die Wahrscheinlichkeit eines Bärenmarktes besser einzuschätzen und Anlageentscheidungen mit mehr Ruhe zu treffen.
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Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kommentars in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert: EUR/USD Short | Weitere Informationen dazu finden Sie hier...
(Autor: Sebastian Hell) 
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