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           Böhms DAX-Strategie vom 27. Juni 2026

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DAX – Vor entscheidender Phase?
Sebastian Hell – Mein Frühwarnsystem für Anleger!
 

DAX – Vor entscheidender Phase?

Liebe Leserinnen und Leser,

die Schlagzeilen dieser Woche hätten kaum unterschiedlicher ausfallen können: Rheinmetall verlor nach dem Stopp des Fregattenprojekts F126 zeitweise fast 20% an Wert, während Bayer nach einem wegweisenden Urteil des US-Supreme-Court kräftig zulegte. Für die beiden Unternehmen waren das richtungsweisende Nachrichten. Für den DAX spielten sie dagegen nur eine Nebenrolle.

Viel wichtiger ist derzeit die Frage, ob sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen tatsächlich verbessern. Genau hier gab es in den vergangenen Tagen mehrere interessante Entwicklungen. Das Iran-Rahmenabkommen hat die Sorgen vor einer Eskalation im Nahen Osten zunächst deutlich reduziert. Gleichzeitig hat die Bundesregierung mit der Bund-Länder-Finanzreform und dem vorgestellten Rentenkonzept erste Signale für strukturelle Veränderungen gesetzt. Noch ist keines dieser Themen abgeschlossen – doch die Richtung stimmt.

In den Konjunkturdaten spiegelt sich diese Entwicklung bislang allerdings noch nicht wider. Das ifo-Geschäftsklima stieg im Juni zwar leicht auf 85,6 Punkte, doch der Aussagewert ist begrenzt. Ein Großteil der Unternehmen hatte den Fragebogen bereits ausgefüllt, bevor das Iran-Rahmenabkommen zustande kam und die jüngsten Reformvorhaben bekannt wurden. Der entscheidende Stimmungstest dürfte daher erst mit dem Juli-ifo anstehen. Vorerst bleibt Deutschland mit einem Gesamtsaldo von minus 13 Punkten tief im Krisenquadranten der ifo-Konjunkturuhr.

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Unterstützungen: 24.100 – 23.500 – 23.370 Punkte
Widerstände: 25.000 – 25.200 – 25.508 Punkte
Meine Einschätzung: kurzfristig seitwärts – langfristig aufwärts

Was bedeuten die Micron-Zahlen?

Auch in den USA richtet sich der Blick inzwischen stärker nach vorn als zurück. Dort sorgte Speicherchip-Hersteller Micron mit überraschend starken Geschäftszahlen für Aufsehen. Das Unternehmen rechnet wegen des anhaltenden KI-Booms bis mindestens 2028 mit einer angespannten Versorgungslage bei Speicher-Chips.

Gleichzeitig stellt sich an der Börse erstmals eine neue Frage: Wie lange werden die großen Technologie-Konzerne bereit sein, ihre milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren immer weiter auszubauen? Noch gibt es keine Anzeichen für eine Investitionsbremse. Dennoch zeigt die Diskussion, dass der Markt beginnt, nicht nur über die Chancen künstlicher Intelligenz, sondern auch über deren Kosten nachzudenken.

Mein Fazit

Unter dem Strich bleibt das Bild für die Aktien-Märkte konstruktiv. Während Branchen wie KI-Infrastruktur, Rüstung oder Teile der Industrie weiterhin robuste Impulse liefern, kämpfen vor allem die Automobil-Industrie und andere konjunktursensible Bereiche unverändert mit Gegenwind.

Ob der DAX seine Rekordjagd wieder aufnehmen kann, dürfte deshalb vor allem davon abhängen, ob die politischen Reformschritte und die Entspannung im Nahen Osten in den kommenden Monaten tatsächlich auch in der Realwirtschaft ankommen.

(Autor: Stefan Böhm)

 
 

Mein Frühwarnsystem für Anleger!

In meinem Video mit dem Titel „Das größte Warnsignal seit 2007!“ habe ich darüber gesprochen, dass es vor größeren Börsenrückgängen oft zahlreiche Warnsignale gibt. Das Problem dabei: Wer auf alles achtet, verliert schnell den Überblick. Deshalb konzentriere ich mich lieber auf einige wenige Indikatoren, die sich in der Vergangenheit immer wieder als besonders hilfreich erwiesen haben. Natürlich kann niemand einen Bärenmarkt exakt vorhersagen. Dennoch gibt es bestimmte Entwicklungen, die häufig schon Monate vor einer größeren Korrektur sichtbar werden.

Die Ankündigung einer Rezession ist tatsächlich einer der wichtigsten Auslöser für einen Bärenmarkt. Allerdings kommt sie oft zu spät. Die Börse blickt typischerweise sechs bis zwölf Monate voraus. Deshalb beginnen viele Bären-märkte bereits, wenn die Wirtschaft noch gut aussieht und die Schlagzeilen noch positiv sind. Wenn man sich die großen Bärenmärkte der vergangenen Jahrzehnte anschaut, beispielsweise die Jahre 2000, 2008, 2020 oder auch die Korrektur 2022, lassen sich einige wiederkehrende Warnsignale erkennen.

Gewinnschätzungen der Unternehmen

Für mich ist das wahrscheinlich der wichtigste Punkt überhaupt. Bärenmärkte entstehen selten wegen einer offiziell ausgerufenen Rezession. Sie entstehen meistens deshalb, weil die Erwartungen an die Unternehmensgewinne einbrechen. Solange Analysten ihre Gewinnschätzungen erhöhen, haben Aktien in der Regel Rückenwind. Werden die Prognosen dagegen deutlich gesenkt, steigt das Risiko für den Gesamtmarkt erheblich. Die Börse handelt die Zukunft. Deshalb reagieren Kurse oft schon Monate vorher auf schwächere Gewinnerwartungen.

Geldpolitik und Liquidität

Fast jeder größere Bärenmarkt wurde von einer restriktiven Geldpolitik begleitet. Steigende Zinsen, Bilanzabbau der Notenbanken oder eine rückläufige Geldmenge entziehen dem Finanzsystem Liquidität. Genau diese Liquidität war in den vergangenen Jahren jedoch einer der wichtigsten Treiber für steigende Aktienkurse. Besonders kritisch wird es, wenn gleichzeitig die Gewinne der Unternehmen unter Druck geraten. Die Börse lebt langfristig von zwei Dingen: Gewinnwachstum und Liquidität. Wenn beide Faktoren gleichzeitig schwächer werden, steigt die Gefahr eines Bärenmarktes deutlich.

Der Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt gehört für mich zu den wichtigsten Bestätigungsindikatoren. Solange Unternehmen Mitarbeiter suchen und die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt, spricht das für eine stabile Wirtschaft. Problematisch wird es, wenn die ersten Risse sichtbar werden. Steigende Arbeitslosenzahlen, weniger offene Stellen und schwächere Beschäftigungsdaten waren in der Vergangenheit häufig Vorboten einer wirtschaftlichen Abschwächung.

Die Kreditmärkte

Viele professionelle Investoren beobachten die Kreditmärkte sogar genauer als den Aktienmarkt. Wenn die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen deutlich steigen, signalisiert das häufig wachsende Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung. Das typische Muster sieht oft so aus:

- Zunächst steigen die Kreditaufschläge.
- Danach werden Banken vorsichtiger bei der Kreditvergabe.
- Anschließend sinken Investitionen und die Gewinnerwartungen der Unternehmen.
- Erst danach reagieren häufig die Aktienmärkte.

Bewertungen und Stimmung

Hohe Bewertungen allein verursachen keinen Börsencrash. Das zeigen zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit. Gefährlich wird die Situation vor allem dann, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Hohe Bewertungen, große Euphorie, wenig Risikobewusstsein und gleichzeitig nachlassendes Gewinnwachstum sind eine Kombination, die Anleger aufmerksam beobachten sollten. In solchen Phasen reicht oft schon ein externer Schock, um eine größere Korrektur auszulösen.

Mein Fazit

Kein Indikator funktioniert immer. Wer jedoch die Gewinnschätzungen der Unternehmen, die Geldpolitik, den Arbeitsmarkt, die Kreditmärkte sowie die Stimmung der Anleger im Blick behält, erkennt viele Risiken deutlich früher als die meisten Marktteilnehmer. Deshalb konzentriere ich mich lieber auf wenige aussagekräftige Signale statt auf die tägliche Flut an Schlagzeilen. Sie helfen mir dabei, die Wahrscheinlichkeit eines Bärenmarktes besser einzuschätzen und Anlageentscheidungen mit mehr Ruhe zu treffen.

PS: Der US-Dollar ist auf den höchsten Stand seit 12 Monaten gegenüber dem Euro gestiegen. Diese und weitere Infos gibt es in meiner „Hell investiert“-App – 100% kostenlos → jetzt anmelden & App downloaden...

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kommentars in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert: EUR/USD Short | Weitere Informationen dazu finden Sie hier...

(Autor: Sebastian Hell)

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Viel Erfolg wünscht

Stefan Böhm
Chefredakteur Böhms DAX-Strategie

ATLAS Research GmbH · Dollgasse 13 · 97084 Würzburg
Geschäftsführer: Stefan Böhm, Dr. Detlef Rettinger
UST-ID-Nr. DE 175922139 · Sitz: Würzburg – HRB 5416 · Gerichtsstand Würzburg

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