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Amazon & JD.com: 2 Top-Aktien im Check!

Die Anbieter der digitalen Infrastruktur...

Amazon & JD.com: 2 Top-Aktien im Check!

(Lars Erichsen) Noch vor wenigen Jahren wurde Amazon-Chef Jeff Bezos von vielen Aktien-Analysten dafür kritisiert, dass er zu sehr auf Wachstum setzt und die Gewinnentwicklung vernachlässigt. Die Kritiker sind verstummt. Mit seinem rasanten Wachstum und der Expansion in viele Bereiche digitalen Wirtschaftens hat sich der Konzern weltweit eine einmalige Stellung erobert. Und das schlägt sich längst auch in Gewinnen nieder.

Amazon, die "Internet-Krake"?

Basis des Erfolgs ist die inzwischen quasi monopolartige Stellung im Online-Handel. Angebotspalette, Abwicklung und Service suchen ihres gleichen. Dieses Know-how ist beliebig skalierbar und ich bin mir sicher, dass die Investitionen sich mittelfristig in weiter steigenden Gewinnen niederschlagen werden.

Amazon ist längst weit mehr als nur Internethändler oder Anbieter einer Handelsplattform. Der Konzern ist in viele andere Bereiche vorgedrungen, wie z.B. Cloud-Computing, Video- und Musik-Streaming, Versicherungen, Lebensmittel-Handel und Finanz-Dienstleistungen. Alles mit dem Ziel, noch mehr Nutzerdaten zu erhalten und die eigenen Dienstleistungen unverzichtbar zu machen.

Daher haben meine Kollegen und ich von den "Rendite-Spezialisten" die Aktie bereits am 13. September 2016 als eine der ersten Aktien in unser langfristig ausgerichtetes Zukunfts-Depot gekauft. Die Aktie liegt inzwischen mit 309% im Gewinn.

Neues Geschäftsfeld: Autonomes Fahren

Um in neue Geschäftsfelder hineinzuwachsen, scheut Amazon-Chef Bezos auch vor großen Investitionen nicht zurück. Ende Juni wurde das Start-up Zoox, ein Spezialist für Autonomes Fahren mit Elektro-Fahrzeugen, gekauft. Der Kaufpreis wurde von Amazon nicht genannt, gerüchtehalber soll er über eine Milliarde US-Dollar betragen.

Wie genau die Technologie von Zoox weiterentwickelt und im Amazon-Reich zum Einsatz kommen soll, ist bislang nicht bekannt. Es wäre allerdings keine Überraschung, wenn Amazon an einen Einsatz im Warenlieferverkehr denken würde. Doch auch ein Personen-Taxi wäre denkbar. So oder so: Bis die Technologie serienreif ist, werden noch hohe Investitionen fällig. Dass Amazon dies stemmen kann, daran besteht allerdings kein Zweifel.

Höhere Kosten durch Corona

Das zeigen auch die letzten Geschäftszahlen. Der Umsatz wurde im 1. Quartal erneut um 26% gesteigert, allerdings fiel der Quartalsgewinn wegen höherer Kosten durch Corona um 30%. Dafür waren deutlich höhere Mitarbeiterzahlen und die Anschaffung von Schutzausrüstung und eine verbesserte Reinigung der Anlagen und Gebäude verantwortlich.

Langfristig sollte sich das Umsatzwachstum jedoch auch wieder in steigenden Gewinnen niederschlagen. Auf das Gesamtjahr 2020 gesehen erwarten die Aktien-Analysten im Durchschnitt ein Umsatzwachstum von 23%. Der Gewinn wird voraussichtlich nur wenig um 4% fallen. Und auch das nur weil Jeff Bezos auch in der Krise nicht von seinem Wachstumskurs abweicht und Amazon weiter investiert.

Der aufsteigende Stern in China: JD.com

Im Jahr 1998 gegründet, wagte das chinesische Internet-Unternehmen JD.com als sogenannter ADR 2014 den Sprung an die Börse in den USA. Seit 2020 wird die Aktie auch in Hongkong gehandelt. Das könnte dazu beigetragen haben, dass die Aktie in den letzten Wochen in neue Höhen geklettert ist.

JD.com ist breit aufgestellt in vielen Bereichen des digitalen Wirtschaftens. Der auch hierzulande bekanntere Konkurrent Alibaba ist zwar in China im E-Commerce die Nr.1, aber JD.com holt auf. Das liegt vor allem daran, dass JD.com mit seiner eigenen Logistik-Kette punkten kann und im Bereich Direktvertrieb in China führend ist.

Dadurch kann das Unternehmen besonders in logistisch weniger gut erschlossenen Regionen stark wachsen und hat z.B. in der Corona-Krise im Gegensatz zu den Konkurrenten vielfach weiter liefern können.

Etwas vereinfacht könnte man es so ausdrücken: Alibaba hat sehr erfolgreich eine Plattform für den Verkauf von Waren geschaffen. JD.Com kümmert sich darüber hinaus auch noch um die Lagerung, teilweise die Herstellung und den Versand der Artikel.

Eigene Infrastruktur zahlt sich aus

Langfristig sollte sich diese Strategie auszahlen, zumal JD.com mit 387 Mio. aktiven Kunden, die Bestellungen zu 90 Prozent mit dem Smartphone tätigen, schon jetzt über eine sehr attraktive Basis verfügt.

Der Aufbau dieser Geschäftsbereiche war und ist kostenintensiv, weshalb die Ergebnisse auf den ersten Blick (noch) nicht so glänzen wie die von Alibaba. Bedenke aber bitte, dass Amazon schon seit geraumer Zeit erkannt hat, wie wichtig die eigene Logistik- und Distributionskette werden kann und massiv in diesen Bereich investiert. Perspektivisch halte ich JD.com daher für den interessanteren Wert als Alibaba.

Im Zukunfts-Depot der "Rendite-Spezialisten" haben wir daher bereits 2017 und 2018 in die Aktie investiert, als viele uns verwundert fragten, warum wir nicht auf Alibaba setzen. Inzwischen liegt die Gesamtposition mit 122% im Plus.

Im Bereich JD Logistics betreibt das Unternehmen inzwischen 25 “Asia No. 1” Logistikzentren, die zu den größten und am stärksten automatisierten ihrer Art in Asien gehören. Über 730 Lagerhäuser, die auch für Fremdfirmen nutzbar sind, bilden die Basis des Logistik-Giganten. 90 Prozent der Aufträge werden noch am selben oder dem folgenden Tag ausgeliefert.

Der hohe Automatisierungsgrad und der Einsatz innovativer Technologien, wie Künstlicher Intelligenz und Drohnen sind die Grundlage dafür, dass die Lieferlogistik auch in Corona-Zeiten reibungslos funktioniert.

Mit JD Digits in die Zukunft

Im Finanzbereich gibt es Versicherungen und Finanzierungen sowie eigene Payment-Lösungen und Bezahlsysteme wie JD Pay und JD Wallet. Die zum Unternehmensbereich JD Digits gehörende Finanz-Sparte ist auch ein Staubsauger für digitale Daten, die ja bekanntlich Gold wert sind.

JD Digits ist daher viel mehr als nur ein Finanz-Dienstleister. Zukunftstrends wie Big-Data, Internet der Dinge, KI und Blockchain, visuelle Analysen, Data-Mining und Data-Warehousing sind ebenfalls hier angesiedelt. In vielerlei Hinsicht ist JD.com hier dem größeren Rivalen Alibaba um einiges voraus.

Anfang Juli wurden Pläne bekannt, dass die Tochter JD Digits einen Börsengang in Shanghai am sogenannten Star Market vorbereitet. Das Tochter-Unternehmen wird dabei auf einen Wert von rund 19 Mrd. US-Dollar geschätzt.

Einen Risikofaktor möchte ich allerdings nicht verschweigen: Die Spekulationen über ein Delisting von JD-Aktien in den USA, wenn sich der Konflikt mit China noch weiter hochschaukelt. Ich halte dies zwar für unwahrscheinlich, aber eben nicht unmöglich. Anleger sollten daher die in Hongkong gelisteten Aktien bei einem Investment vorziehen.

Mein Fazit

In der Corona-Krise hat sich die Stärke breiter digitaler Geschäftsmodelle gezeigt. Internet-Plattformen sind die unverzichtbare Infrastruktur der Zukunft. Sowohl Amazon als auch JD.com sind hier meiner Ansicht nach hervorragend positioniert. Die hervorragende Positionierung heißt freilich nicht, dass es nicht bei beiden Aktien auch schwache Quartale oder Rückschläge geben kann.

Zudem ist in den Kursen beider Aktien durch die Rallye in den letzten Monaten bereits viel vom zukünftigen Wachstum eingepreist. Das zeigt sich z.B. daran, dass die Amazon-Aktie das noch vor wenigen Wochen optimistisch erscheinende Kursziel der Analysten von Goldman Sachs und UBS von 3.000 US-Dollar für die Aktie bereits deutlich übertroffen hat.

Wer auf diesem Niveau einsteigt, sollte daher die Möglichkeit deutlicher Korrekturen einkalkulieren. Langfristig aber dürften beide Aktien in einigen Jahren höher stehen als heute.

Bildquellen:
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