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Die Hoffnung auf einen Impfstoff sorgt für eine Rotation am Aktien-Markt...

Ändert der Impfstoff alles? Wie solltest Du reagieren?

Ändert der Impfstoff alles? Wie solltest Du reagieren?

(Lars Erichsen) Das war ein Paukenschlag am Montag: Anfangs hatten sich die Börsen darauf eingestellt, die US-Präsidentschaftswahl aufzuarbeiten, doch dann beherrschte die Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff die Nachrichten. Das Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech und der US-Pharmariese Pfizer gaben sehr ermutigende Daten zu dem von ihnen entwickelten Impfstoff bekannt.

Ich will hier gar nicht auf die Details eingehen, Du hast Dich bestimmt bereits selbst darüber informiert. Wichtig aus Sicht der Wirtschaft und der Aktien-Märkte: Es gibt begründete Hoffnung, dass ein Impfstoff schneller zur Verfügung steht als erwartet und zudem auch noch wirksamer ist als erhofft.Die Börsen reagierten euphorisch, der DAX z.B. schoss um mehr als 5 Prozent nach oben.

Besonders gefragt waren Aktien von Unternehmen, die besonders stark unter der Pandemie leiden, wie z.B. der Reise-Konzern TUI:



Ein Impfstoff ändert alles!?

Natürlich bleiben zu dem neuen Impfstoff noch viele Fragen offen, die nicht nur die Experten interessieren dürften. Es ist nicht auszuschließen, dass die Euphorie wieder etwas gedämpft wird. Auch wird es sicher Monate dauern, um große Teile der Bevölkerung zu impfen. Dennoch: Ein wirksamer Impfstoff ändert alles. So formulierte das auch Gabriel Felbermayer vom international renommierten Wirtschaftsforschungsinstitut IfW.

Sein Institut geht bisher von einem Pro-Kopf-Wachstum in Deutschland im Jahr 2021 von 4 bis 5 Prozent aus, vorausgesetzt die Pandemie kann ab dem Frühjahr erfolgreich zurückgedrängt werden. Das ist mit der neuen Impfstoff-Nachricht wahrscheinlicher geworden, eine Anhebung der Prognose plant das IfW aber deswegen vorerst trotzdem nicht.

Andere Institute sehen das ähnlich: In den Prognosen ist die Entwicklung eines Impfstoffs bereits enthalten. Nur wenn sich zeigt, dass sich das wirtschaftliche Leben schneller normalisiert, würden die Prognosen angehoben. An den Aktien-Märkten ist eine starke Erholung der Konjunktur im nächsten Jahr ebenfalls bereits eingepreist, nicht umsonst stehen die Aktien-Indizes in den USA auf einem Rekordhoch und andere wie der DAX sind zumindest nicht weit von ihrem Jahreshoch entfernt.

Ist die Reaktion der Börsen übertrieben?

Wenn man das bedenkt, dann war die Heftigkeit der Reaktion der Aktien-Märkte doch etwas überraschend. Das ist wohl vor allem darauf zurückzuführen, dass diese Meldung von vielen Anlegern sehnlichst erwartet wurde, aber zu diesem Zeitpunkt dann doch unerwartet kam. Zudem sind die Börsen ohnehin in positiver Stimmung, nachdem die Belastung durch die Unsicherheit wegen der US-Wahl weggefallen ist.

Es wurden allerdings keineswegs unterschiedslos alle Aktien gekauft, viele Anleger schichteten ihre Depots offenbar um. Das Tempo, in dem das geschieht, spricht dafür, dass viele für eine solche Aktion bereits in den Startlöchern standen und nur auf eine positive Impfstoff-Meldung gewartet hatten.

Die Aktien, die zuvor als „Corona-Gewinner“ gelten, darunter Lieferdienste wie z.B. Delivery Hero und HelloFresh oder Internet-Portale wie Zalando und Shop Apotheke oder Medizintechnik-Unternehmen wie der Hersteller von Beatmungsgeräten Drägerwerk, kamen stark unter Druck. Das war nicht nur am deutschen Aktien-Markt so, sondern weltweit.

Traditionelle Branchen gefragt

Die Aktien von „Corona-Verlierern“ wie z.B. Lufthansa und MTU Aero Engines aus dem DAX oder auch der Flughafenbetreiber Fraport sowie TUI schossen teils extrem nach oben. Aber auch Aktien von Unternehmen, die nicht in besonders von der Pandemie betroffenen Branchen tätig sind, sondern ganz allgemein von einer schnelleren Konjunkturerholung profitieren würden wie BASF, die Deutsche Bank oder Siemens waren gefragt.

Auch an der Wall Street gab es entsprechende Umschichtungen. Nicht nur die Aktien der direkten "Corona-Gewinner" wurden verkauft, manche Anleger trennten sich auch von den Technologie- und Internet-Riesen wie Facebook, Amazon oder Microsoft. Dafür waren auch in den USA Aktien aus traditionellen Branchen wie Airlines, Industrie, Banken usw. gefragt.

Diese Rotation kann durchaus noch anhalten und die Kurse an den Börsen erheblich beeinflussen. Wenn die Anleger Gewinne bei den Internet- und Tech-Riesen mitnehmen, dann steht viel Kapital für die Investition in andere Aktien zur Verfügung.

Der DAX: Ende der Underperformance?

Das könnte dem deutschen Aktien-Markt insgesamt und speziell auch dem DAX überproportional Auftrieb geben, denn im DAX sind besonders viele Unternehmen aus traditionellen Branchen wie Chemie und Automobil enthalten, die von einer rascheren Erholung der Weltkonjunktur profitieren würden. Dazu kommt, dass mit dem Wahlsieg von Joe Biden die Bedrohung durch US-Zölle auf deutsche Produkte abnimmt und der freie Welthandel im Weißen Haus wieder mehr Fürsprecher hat.

Der DAX könnte in den nächsten Monaten einen Teil der Underperformance, die sich durch die Corona-Krise gegenüber dem US-Aktien-Index S&P 500 entwickelt hat, wieder abbauen. Allerdings gibt es für diese Underperformance auch tiefergehende Gründe, die nichts mit Corona zu tun haben.



Doch wie solltest Du auf die neuen Entwicklungen reagieren?

Das hängt davon ab, welche Art von Anleger Du bist, bzw. wie Dein Depot ausgerichtet ist. Ein langfristig ausgerichtetes Aktien-Depot sollte ausbalanciert sein und viele Branchen abdecken. Hier steht aus meiner Sicht die Zukunftsfähigkeit des einzelnen Unternehmens im Vordergrund. Ereignisse wie die Corona-Krise ändern daran ebenso wenig wie positive Nachrichten über eine Impfstoff-Entwicklung.

Das bringt mich zu einer der wichtigsten psychologischen Regeln in der langfristigen Anlage: Miss den aktuellen Ereignissen bei Deinen Entscheidungen nicht zu große Bedeutung bei.

Dem bekannten Psychologen Daniel Kahneman zufolge sind unsere Entscheidungen stärker von Erfahrungen und allgemeinen Prinzipien beeinflusst als von strikten Regeln. Ihm zufolge führt das zu „Störgeräuschen“ (Noise), die unsere Entscheidungen auf irrationale Art bestimmen.

Mit anderen Worten: Wir entscheiden heute so und morgen so, je nachdem welcher Aspekt für uns gerade im Vordergrund steht. Für die Geldanlage sind das keine guten Voraussetzungen, denn das würde bedeuten, dass wir jede Anlageentscheidung täglich neu bewerten. Das würde uns überfordern und wäre nicht zielführend.

Kahneman liefert mit seinen Studien den Beweis dafür, was gute Anleger und auch Trader immer schon wussten: Es ist wichtig, Entscheidungen nach strikten Regeln zu treffen und sich dann auch an den Plan zu halten.

Mein Fazit

Sei Dir genau bewusst, was Deine Anlageziele sind. Wenn Du langfristig in Aktien investierst, dann dürfen Meldungen wie die vom Montag keine große Rolle spielen. Allerdings solltest Du Ereignisse wie die Corona-Krise zum Anlass nehmen, die Zusammensetzung Deines Depots zu überprüfen. Das sollte aber in Ruhe geschehen und nicht beeinflusst werden von aktuellen Meldungen und von Emotionen.

Auch in der mittel- und kurzfristigen Aktien-Anlage solltest Du einem Plan folgen, der am besten bereits vor dem Kauf klare Marken zur Verlustbegrenzung und zur Gewinn-Mitnahmen beinhaltet. Solltest Du jetzt die Aktien von so genannten Corona-Gewinnern verkaufen? Das hängt von dem Plan ab, den Du beim Kauf verfolgt hast. Wurde Dein Kursziel bereits vorher erreicht? Wurde Deine Stopp-Marke unterschritten?

Und solltest Du ebenfalls rotieren und nun die Aktien von so genannten Corona-Verlierern kaufen? Hier gilt: Es ist besser abzuwarten, bis sich der Staub gelegt hat und die Tendenzen klarer werden. Eine Aktie zu kaufen, die gerade 20% gestiegen ist, ist nicht unbedingt klug. Es gibt an den Märkten immer wieder neue Chancen, zum übereilten Handeln besteht kein Grund. Ich werde Dich in den nächsten Wochen wie gewohnt auf den sozialen Kanälen oder hier im Report auf neue Chancen hinweisen.

Bildquellen:
© Adobe Stock - Datei-Nr.: 327257834 - Leigh Prather
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