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Geely-Aktie: Profiteur des E-Auto-Booms in China

China forciert die Elektromobilität – davon profitiert die Volvo-Mutter Geely. Ist die Aktie ein Kauf?

Geely Autohaus

(Stefan Böhm) Wenn hierzulande das Gespräch auf das mögliche Ende des Verbrennungsmotors kommt, entwickelt sich die Diskussion oft zur ideologischen Debatte. Dabei sind im wichtigsten Automarkt der Welt die Würfel schon längst gefallen. In China müssen Autohersteller ab 2019 zehn Prozent ihrer Autos als E-Autos verkaufen. In den kommenden Jahren steigt die Quote weiter an. Das Ende des Verbrennungsmotors wurde dort schon 2011 eingeleitet. In chinesischen Metropolen gibt es Neuzulassungen für Verbrenner nur noch durch das Losverfahren. Zwar gibt es noch kein genaues Datum für das endgültige Aus des Verbrennungsmotors. Experten gehen davon aus, dass sich China an Frankreich und Großbritannien orientieren könnte, wo ab 2040 Diesel, Benziner und Hybridfahrzeuge verboten sind.

Dass die chinesischen Käufer von E-Autos auch über 2020 hinaus mit Steuervorteilen rechnen können, gilt dabei als ziemlich sicher. Einer der führenden Hersteller von Elektro- und Hybridfahrzeugen ist die chinesische Volvo-Mutter Geely. Neben dem hochpreisigen Segment ist Geely vor allem in der volumenstarken Mittelklasse gut vertreten. Mit den Marken Polestar, Lynk&Co und auch Volvo will Geely ab 2020 weltweit zwei Millionen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben absetzen. Zum Vergleich: Volkswagen rechnet (allerdings nur in China) 2019 mit 75.000 Elektrofahrzeugen.

Geely-Einstieg bei Daimler vorerst vereitelt

Dass Geely eine große Nummer am Automobilmarkt ist, zeigt auch das Bestreben, eine fünfprozentige Minderheitsbeteiligung bei Daimler zu erwerben. Daimler lehnte dieses Ansinnen ab, nicht zuletzt weil die Stuttgarter mit BAIC und BYD schon zwei Partner in China haben. Ob Geely nun anderweitig einen Einstieg bei Daimler versuchen wird, z.B. einen Kauf am freien Markt, ist eher unwahrscheinlich, aber auch nicht völlig ausgeschlossen. Die Geely-Aktie bleibt trotzdem einer der interessantesten, aber auch spekulativsten Titel in der Automobilbranche. Mit einem Anteil von 49,9 Prozent am Autobauer Proton aus Malaysia besitzt Geely ein weiteres Asset in einem wachstumsstarken Schwellenland. Zudem ist Geely mit 51 Prozent auch Mehrheitseigner der Saxobank und damit auch im Finanzsektor bestens vernetzt.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Geely-Aktie seit Februar 2016 in einem stabilen Aufwärtstrend. Zwar hat die Aktie zuletzt Schwächezeichen an den Tag gelegt, doch selbst eine Korrektur bis zum Bereich von 20 HKD würde den Aufwärtstrend nicht brechen. Mit der 200-Tage-Linie folgt bei 17,80 HKD eine weitere starke Unterstützung. Für spekulative Anleger wäre also ein Rückfall auf 20 HKD eine interessante Möglichkeit für einen Einstieg bei Geely.

Chart & Info
  • WKN / ISIN
    A0CACX / KYG3777B1032
  • Aktueller Kurs
    25,10 HKD
  • KGV 2017e / 2018e
    22,0 / 16,1
  • Dividendenrendite 2018e
    1,5 Prozent
  • Meine Einschätzung
    kurzfristig seitw langfristig auf

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Die Geely-Aktie bietet spekulativen Anlegern viele Chancen. China-Aktien und dazu noch konjunktursensitive Papiere aus der Autobranche sind jedoch nicht ohne Risiko zu haben. Wer sich also ein paar Stücke ins Depot legen möchte, muss nicht nur beim Einstieg gutes Timing beweisen, sondern auch mögliche Kursschwankungen einkalkulieren. Aus Sicht der Charttechnik könnte eine kurzfristige Korrektur in Richtung 20 HKD eine ensprechende Einstiegsgelegenheit eröffnen.

Stefan Böhm
Wenig Zeit?
Wertpapier: Geely
Themen: Automobil, Elektromobilität, China, Hybrid, Daimler, Aktie, Gewinn, Umsatz
Bildquellen:
© Geely Auto Group
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