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Merck-Aktie nach Kurssturz wieder ein Kauf?

Der US-Pharmakonzern erhöht die Dividende und kauft Aktien zurück. Jetzt einsteigen?

Pillen, Tabletten, Dragees

(Stefan Böhm) Die Aktionäre des US-Pharmariesen Merck mussten in letzter Zeit viele Rückschläge verdauen. So hat der Konzern seinen europäischen Zulassungsantrag für sein Krebsmittel Keytruda bei kleinzelligem Lungenkrebs überraschend zurückgezogen. In der ebenfalls kürzlich veröffentlichten Quartalsbilanz hatte Keytruda noch mit einer Verdreifachung des Umsatzes auf rund eine Milliarde US-Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positiv auf sich aufmerksam gemacht.

Insgesamt waren die Quartalszahlen für die Monate bis September jedoch eine Enttäuschung. Der Umsatz schrumpfte in diesem Zeitraum um zwei Prozent auf 10,3 Mrd. US-Dollar. Außerdem mussten hohe Zahlungen für die gemeinsame Entwicklung von Medikamenten mit AstraZeneca von 2,35 Mrd. US-Dollar verkraftet werden, so dass ein Quartalsverlust von 56 Mio. US-Dollar unter dem Strich zu lesen ist. Die Aktie ging daraufhin auf Talfahrt und verlor innerhalb weniger Tage rund 13 Prozent – für ein Schwergewicht wie Merck ist dies eine Kursbewegung, die man nur selten zu sehen bekommt.

Merck will Anleger zurückgewinnen

Da half es auch nicht viel, dass die Konzernführung die Umsatz- und Gewinnprognosen 2017 nach oben korrigiert hat. Beim Umsatz rechnet Merck nun mit 600 Mio. US-Dollar mehr als bisher, nämlich mit 40 bis 40,5 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie liegt nun mit 1,78 bis 1,84 US-Dollar um 0,18 US-Dollar über der bisherigen Prognose. In den Konsensusprognosen der Analysten sind diese Erwartungen allerdings bereits enthalten und das ist wohl auch der Grund dafür, dass sich an der Börse keine Begeisterungsstürme breit machten.

Gestern Abend gab Merck weitere Maßnahmen zur Rückgewinnung des Anlegervertrauens bekannt. So soll die Quartalsdividende um einen Cent auf 0,48 US-Dollar je Aktie angehoben werden. Die letzte Dividendenanpassung gab es vor einem Jahr. Außerdem wurde ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 10 Mrd. US-Dollar angekündigt. Einzelheiten zum Ablauf und zeitlichen Rahmen wurden noch nicht bekannt.

Die Aktie reagierte positiv auf die neuen Ankündigungen. Aus charttechnischer Sicht wäre ein Schlusskurs über 56 US-Dollar notwendig, um ein neues Kaufsignal auszulösen. In diesem Fall könnte es zu einer scharfen Gegenbewegung kommen, die einen Teil der Kursverluste wieder wett macht. Aus fundamentaler Sicht ist die Merck-Aktie jedoch auch auf dem aktuellen ermäßigten Kursniveau immer noch nicht gerade ein Schnäppchen.

Chart & Info
  • WKN / ISIN
    A0YD8Q / US58933Y1055
  • Aktueller Kurs
    54,96 USD
  • KGV 2017e / 2018e
    26,9 / 17,7
  • Dividendenrendite 2017e
    3,4 Prozent
  • Meine Einschätzung
    kurzfristig auf langfristig seitw

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Rückschläge gehören im Pharmageschäft dazu – das mussten die Aktionäre von Merck schmerzlich erfahren. Dennoch ist bereits wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die kurze Bodenbildungsphase nach dem Kurssturz der Merck-Aktie wäre mit einem Anstieg über 56 US-Dollar beendet und nach oben aufgelöst. In diesem Fall bietet sich für risikobereite Trader der Einstieg auf der Long-Seite an. Angesichts der immer noch angemessen hohen Bewertung ist das Aufwärtspotenzial allerdings limitiert, so dass nur mit einem kurzfristigen Kursanstieg zu rechnen ist.

Stefan Böhm
Wenig Zeit?
Wertpapier: Merck & Co.
Themen: Pharma, Medikament, Zulassung, Gewinn, Umsatz, Aktienrückkauf, Dividende
Bildquellen:
© denisismagilov - fotolia.com
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