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Tesla - Droht die Insolvenz?

Kann Elon Musk das Ruder herumreißen?

Tesla - Droht die Insolvenz?

(Lars Erichsen) Am Elektroauto-Konzern Tesla scheiden sich die Geister der Aktienexperten mehr denn je. Zwar stellt kaum jemand die Idee der Elektromobilität grundsätzlich in Frage, die meisten sind sogar begeistert davon. Das Problem ist aber die wirtschaftlich erfolgreiche Umsetzung.

Gelingt dem Unternehmen Tesla der Sprung in die Gewinnzone? Und ist die Aktie auf dem aktuellen Niveau überbewertet oder nicht? Das sind aus Anlegersicht die entscheidenden Fragen.

Tesla hat oft enttäuscht

Immer wieder in den letzten Jahren konnte Konzernchef und Unternehmensgründer Elon Musk die eigenen Ziele nicht erreichen. Der Einstieg in die Massenproduktion ist offenbar mit mehr Problemen verbunden als gedacht. An der Nachfrage dagegen hakt es nicht, die Bestelllisten für die Tesla-Modelle sind ellenlang.

Das Auf und Ab bei den Meldungen zum Unternehmen spiegelt sich im Kursverlauf der Aktie wider:

Chart & Info
Tesla-Aktie
  • WKN / ISIN
    A1CX3T / US88160R1014
  • Marktkapitalisierung
    49,929 Mrd. USD
  • Umsatz 2018e:
    19,813 Mrd. USD
  • KGV 2018e / 2019e:
    negativ / negativ
  • Dividendenrendite 2018e
    0,0%

Auf den Kursrutsch Anfang April folgte in den letzten Tagen eine deutliche Erholung. Die Tesla-Aktie zeigt weiterhin ein starkes Auf und Ab.


Dass es kein Kinderspiel sein wird, ein Unternehmen und eine neue Technologie von Grund auf neu aufzubauen, war auch dem Visionär Elon Musk im Voraus klar gewesen. Womöglich hat es sich der Selfmade-Milliardär aber doch etwas einfacher vorgestellt, darauf lassen zumindest seine zunehmend gereizten Antworten auf die profanen Fragen der Aktienanalysten schließen.

Der Turnaround muss gelingen

Der Elektroautobauer macht zwar Fortschritte, ob die aber ausreichen, um das Unternehmen dauerhaft zu etablieren, wird von vielen bezweifelt. Allein im 1. Quartal 2018 wurde erneut ein Verlust von über 700 Mio. US-Dollar eingefahren.

Fast noch schlimmer ist der rapide Schwund der Liquiditätsreserve, die von Januar bis März um 1,05 Mrd. US-Dollar schrumpfte.

Nur wenn es gelingt, den Zufluss an Liquidität durch Autoverkäufe zu erhöhen, kann es Tesla vermeiden, die Anleger wieder einmal um eine Kapitalerhöhung zu bitten – denn diese würde sich negativ auf den Kurs auswirken, wenn sie denn überhaupt gelingt.

Elon Musk steht scheinbar über den Dingen

Tesla-Chef Musk wird derweil immer dünnhäutiger. Auf der Analystenkonferenz zur Quartalsbilanz reagierte er auf Fragen, die er nicht hören wollte, mit der Antwort „langweilige, dumme Fragen seien nicht cool“. Anstatt die Frage nach dem Finanzbedarf zu beantworten, kam der nächste Analyst an die Reihe. Auch die Frage, wie viel Geld pro Auto verdient wird, wollte er nicht beantworten.

Wenige Wochen vorher machte seine Äußerung Schlagzeilen, dass er die Erfolgsaussichten von Tesla von Anfang an als sehr gering eingeschätzt habe. Auch sein verunglückter April-Scherz einer Tesla-Pleite ging eher nach hinten los und kam nicht besonders gut an.

Was man ihm nicht vorwerfen kann: Zu wenig Engagement. In dieser Woche hat er weitere Tesla-Aktien im Umfang von 9,85 Mio. USD gekauft und seinen persönlichen Anteil am Unternehmen auf 20% aufgestockt. In seiner üblichen Art hat er zeitgleich den Short-Sellern der Aktie ein "Blutbad" versprochen.

Gefundenes Fressen für Shorties

Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Leerverkäufe bei Tesla auf ein Rekordhoch von 40 Millionen Aktien gestiegen sind. Für professionelle Short-Seller ist das Verhalten Elon Musks gegenüber den Aktienanalysten ein gefundenes Fressen, so z.B. für Hedgefonds-Manager Mark Spiegel, der für die Tesla-Aktie das Kursziel null US-Dollar ausrief.

Teslas Finanzlage sei eine Katastrophe, die drohende Konkurrenz durch Elektromodelle von Porsche, Jaguar, Mercedes oder Audi würde Tesla zusätzlich belasten. Auch für die Batteriefabrik hat Spiegel nur Spott übrig. Zu allem Überfluss stellen manche Experten den Elektroantrieb grundsätzlich in Frage und sehen größere Chancen beim Wasserstoffantrieb.

Wie funktioniert Short-Selling?

Short-Seller leihen sich die Aktie gegen eine Gebühr bei Banken oder Fonds oder einem Broker und verkaufen sie dann an der Börse. Fällt die Aktie dann wie erwartet, dann können sie sie billiger zurückkaufen und erzielen einen Spekulationsgewinn.

Daher folgen Short-Seller natürlich nur ihrer eigenen Agenda. Und die lautet: Die Aktie muss fallen. Schlechte Nachrichten oder negative Meinungen über das Unternehmen zu verbreiten, hilft dabei. Doch ganz unrecht hat Spiegel nicht. Wie lange Musk noch das Vertrauen vor allem von Privatanlegern genießt, ist daher fraglich.

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Die Frage nach der Technik kann ich nicht beantworten, das ist etwas für die Experten. Vielleicht hat der Wasserstoffantrieb größere Chancen, vielleicht nicht. Vielleicht holen die anderen Hersteller mit ihren Elektromodellen auf, vielleicht nicht. Das wird die Zukunft zeigen.

Aktuell ist aus Anlegersicht die Kritik an Tesla jedenfalls berechtigt, denn zu oft hat der Vorstand in den letzten Jahren die selbstgesteckten Ziele verfehlt. Doch mit dem Tesla Modell 3 kann der Turnaround gelingen. Es fehlt nicht viel, um eine weitere Kapitalerhöhung zu vermeiden und in die Gewinnzone vorzustoßen.

Aber dafür muss Tesla in den nächsten Monaten "liefern", sprich die eigenen Ziele erreichen. Sollte das gelingen, dann besitzt das Unternehmen eine günstige Kostenstruktur, die durchaus einen Hebel bei den Gewinnen ermöglicht.

An den vielen Konjunktiven merken Sie, dass Tesla für Anleger sehr spekulativ bleibt. Der Kursrutsch Anfang April wurde allerdings schnell wieder wettgemacht und die Aktie ist wieder über 280 USD gestiegen. Charttechnisch das ein gutes Zeichen, wie ich finde. Eine weitere detaillierte Einschätzung zur Charttechnik finden Sie hier in meinem aktuellen Video auf meinem YouTube-Kanal "Tradermacher".

Lars Erichsen
Wenig Zeit?
Bildquellen:
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