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UncertAInty bei Software-Aktien

Die Verlierer!

UncertAInty bei Software-Aktien – Die Verlierer!

(Lars Erichsen) Software-Aktien sind zuletzt deutlich unter Druck geraten, teilweise mit spürbaren Kursverlusten in kurzer Zeit. Entsprechend macht sich am Markt eine wachsende Unsicherheit breit und die Investoren fragen sich, wie belastbar und zukunftsfähig die Geschäftsmodelle in diesem Sektor wirklich sind.

Das ist der Auslöser

Was den Verkaufsdruck bei zahlreichen Software-Aktien auslöste, war die Anthropic-Ankündigung von neuen KI-Tools und Plattformfunktionen: Der Markt liest daraus die Botschaft, dass KI-Fähigkeiten immer schneller zur Standardware werden und damit genau die Funktionen, für die viele Software-Firmen heute hohe Preise verlangen, leichter kopierbar sind.

Die Angst dahinter ist ziemlich simpel: Wenn Kunden ähnliche Ergebnisse direkt über KI-Plattformen oder günstigere Alternativen bekommen, geraten Lizenzen und Abopreise unter Druck und die Wechselkosten sinken.

Wenn weniger Preissetzungsmacht auf höhere Bewertungen trifft, reicht oft schon dieser Zweifel am „Burggraben“, um die Kurse in kurzer Zeit deutlich nach unten zu ziehen.

Meine Recherche

Aus der ganzen Anthropic-Dynamik und der aktuellen Nervosität im Software-Sektor habe ich mir die Frage gestellt, welche Geschäftsmodelle der Markt gerade am ehesten als austauschbar oder angreifbar einstuft. Vor diesem Hintergrund habe ich 8 Software-Aktien identifiziert, bei denen ich Zweifel habe, ob ihre Geschäftsmodelle der zunehmenden KI-Disruption langfristig standhalten.

Wichtig vorab: Das ist keine Empfehlung und keine Anlageberatung, sondern eine Einordnung, warum der Markt diese Namen derzeit eher auf der Verliererseite einsortiert. Genauso gut können sich einzelne Unternehmen mit neuen Produkten, Preismodellen oder Partnerschaften anpassen und am Ende sogar profitieren, das wissen wir heute schlicht nicht.

Bevor wir gleich in die Firmen reinzoomen, noch ein Punkt zur Einordnung: Viele der Titel wirken kurzfristig klar überverkauft, deshalb wären schnelle Gegenbewegungen oder technische Rebounds keine Überraschung.


Das sind meine 8 Software-Titel:

» Zoom
Das Unternehmen verkauft Video-Meetings und Kommunikations-Software als Abo, oft ergänzt um Telefonie und Kontaktcenter-Funktionen. KI ist hier gefährlich, weil immer mehr Meeting-Funktionen wie Zusammenfassung und Assistenten direkt in Betriebssysteme oder große Plattformen wandern und Zoom damit schneller austauschbar wirkt.

» Atlassian
Die US-Firma verkauft Software wie Jira und Confluence, mit der Konzerne ihre Arbeit organisieren und zum Beispiel IT-Probleme als Tickets erfassen. Wenn intelligente Assistenten Tickets selbstständig bearbeiten, Dokumentation automatisch schreiben und Workflows steuern, schrumpft der Teil, der Atlassian heute noch klar abgrenzt.

» Monday.com
Welch ein lustiger Name für ein Unternehmen und ganz ehrlich: „i don’t like mondays.“ Spaß beiseite: Monday.com ist eine Plattform, auf der Arbeitsgruppen Projekte und Aufgaben in übersichtlichen Arbeitsoberflächen planen und mit Automationen weiterleiten. Wenn KI-Assistenten diese Planung und Verteilung direkt aus Mails, Chats oder Meetings übernehmen und damit als eigenständige Alternative auftreten, verliert diese Oberfläche als zentrale Schaltstelle an Bedeutung.

» DocuSign
DocuSign lebt vom digitalen Unterschreiben und von Software, die den kompletten Vertragsprozess begleitet. Wenn Verträge immer häufiger automatisch erstellt, geprüft und verhandelt werden und die Signatur als Standardfunktion in andere Systeme einzieht, wird der Kernnutzen weniger exklusiv.

» Asana
Asana hilft Unternehmen dabei, Arbeit übersichtlich zu organisieren, indem Aufgaben festgehalten wird, wer was bis wann erledigen soll und wie weit der Stand ist. Diese Arbeit kann auch KI übernehmen.

» Figma
Die Firma bietet ein Softwareprogramm an, mit dem man das Aussehen von Apps und Websites entwirft, also Farben, Schaltflächen, Menüs und Seiten so, wie sie später für Nutzer aussehen sollen. Zur Belastung kann es werden, weil KI aus ein paar Stichworten oder Beschreibungen immer häufiger direkt fertige Layouts und Oberflächen erzeugt. Ich habe so etwas jüngst mal selbst ausprobiert und ich war erstaunt, wie KI es mit wenigen Stichworten schafft, hervorragende Bilder zu entwerfen.

» Dropbox
Der US-Konzern bietet Speichermöglichkeiten an, auf denen man Dateien ablegt und mit anderen teilt. Wenn KI-Funktionen direkt in Microsoft oder Google stecken und die Dateien dort ohnehin liegen, wird Dropbox als extra Zwischenstation weniger nötig.

» Sprout Social
Sprout Social hilft Unternehmen dabei, ihre Social-Media Auftritte zu steuern, also Beiträge zu planen, Nachrichten zu beantworten und zu sehen, wie gut Inhalte ankommen. Zum Problem kann es werden, wenn KI-Texte, Antworten und Auswertungen automatisch erstellt.

Was ich außerdem beobachte:

In der ersten Welle dieses Abverkaufs hat der Markt fast alles einfach mit nach unten gezogen, ohne große Unterschiede zu machen. Danach wird er zwangsläufig anfangen zu sortieren und stärker zu trennen, wer eher auf die Gewinnerseite und wer eher auf die Verliererseite gehört.

Das sieht man für mich schon daran, dass sogar Cybersecurity-Werte unter Druck geraten sind, obwohl ausgerechnet diese Branche absehbar über Jahre hinweg zweistellige Wachstumsraten liefern dürfte. Und genau dieses Spannungsfeld, kurzfristig wird alles verkauft, langfristig wird dann knallhart differenziert, ist für mich der Kernpunkt, den man hier im Hinterkopf behalten sollte.

Mein Fazit ist ziemlich klar

Der Software-Sektor ist überverkauft, ein deutlicher Rebound somit wahrscheinlich. Langfristig bin ich für die genannten Aktien aber sehr skeptisch. Mir ist wichtig, dass es in diesem Report um die langfristige Richtung bis 2030 geht und nicht um das, was nächste Woche passiert, denn auf Sicht von Wochen kann es selbst bei den potenziellen Verlierern jederzeit zu einer spürbaren Erholung kommen. Für mich ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Börse hier Entwicklungen einpreist, die sich über Jahre entfalten und nicht über ein paar Handelstage.


Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:

Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kommentars in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert: - - - Die Informationen in diesem Newsletter stellen keine Empfehlungen im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar.


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