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4 Gründe, warum es keinen neuen Crash gibt!

Warum sich die Erholung der Weltkonjunktur fortsetzt...

(Lars Erichsen) Vielleicht wissen Sie ja jetzt bereits, wie die US-Wahl ausgegangen ist, beim Schreiben dieser Zeilen war das jedenfalls noch nicht der Fall. Davon, wer in den nächsten 4 Jahren in den USA die Regierung übernimmt, hängt vieles ab – allerdings auch nicht alles.

So wird sich die Erholung der US-Wirtschaft sehr wahrscheinlich fortsetzen, egal wer ins Weiße Haus einzieht. Das ungünstigste Ergebnis für die Wirtschaft und die Börsen wäre eine langanhaltende Unsicherheit darüber, wer denn überhaupt die Mehrheit gewonnen hat.

Irgendwann wird aber ein neuer Präsident feststehen und es wird auch klar sein, welche Partei im Senat die Mehrheit gewonnen hat. Und dann wird ein neues Konjunkturpaket zur Ankurbelung der US-Wirtschaft verabschiedet, auf das nicht nur die Börsen schon seit Wochen warten. Sobald die Maßnahmen verabschiedet worden sind, wird das für Erleichterung bei vielen Anlegern sorgen.

Das ist aus meiner Sicht einer der fundamentalen Gründe, warum es keinen zweiten Crash wie im März und April dieses Jahres geben wird, trotz stark steigender Zahl von Infizierten und neuer, teils massiver Beschränkungen des öffentlichen Lebens in vielen Ländern. In meinem Video "Kommt kein 2. Crash?" von letzter Woche habe ich Dir einen Börsen-Indikator präsentiert, der ebenfalls dagegen spricht.

Hier möchte ich allerdings erläutern, warum es auch fundamental gute Gründe gibt, die gegen einen zweiten Crash sprechen. Den ersten von vier Punkten habe ich bereits genannt: Die Unsicherheit durch die US-Wahl wird irgendwann enden. Damit fällt ein wichtiger Belastungsfaktor für die Börsen weltweit weg.

2. Die Konjunktur-Erholung ist stärker als gedacht!

Die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal zeigten, dass sich die Wirtschaft in den meisten EU-Staaten deutlicher als erwartet erholt hat. In den Ländern, die im 2. Quartal besonders tiefe Einschnitte zu verzeichnen hatten, konnte sich die Wirtschaft auch besonders deutlich erholen:

In Frankreich stieg das BIP um 18,2% gegenüber dem Vorquartal, in Spanien um 16,6%, in Italien um 16,1% und in Deutschland um 8,2%. Durch diesen Anstieg konnte die deutsche Wirtschaftsleistung den Experten der Dekabank zufolge bereits wieder 95,8% des Vorkrisen-Niveaus erreichen.

In der Industrie hielt diese Tendenz auch im Oktober an, das zeigten die am Montag bekannt gegebenen Einkaufsmanager-Indizes, die in allen wichtigen EU-Ländern erneut stiegen und damit die Erwartungen übertreffen konnten. Besonders positiv überraschte allerdings der Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA (ISM-Index), der im Oktober kräftig von 55,4 auf 59,3 zulegte, den höchsten Stand seit zwei Jahren. Die Einkaufsmanager-Indizes sind sehr zuverlässige Konjunktur-Indikatoren.



Allerdings ist natürlich keineswegs alles in Butter: Mit den neuen Beschränkungen zur Bekämpfung der steil ansteigenden Infektionszahlen überall in Europa wird sich diese wirtschaftliche Erholung im 4. Quartal nicht fortsetzen. Allerdings wird es auch keinen Einbruch mehr wie im 2. Quartal geben, denn die Grenzen bleiben für den Güterverkehr offen, die Lieferketten werden nicht unterbrochen und die Industrie kann weiter produzieren.

Auch in den USA bremsen die Beschränkungen wegen der Pandemie die wirtschaftliche Erholung. Noch schwerwiegender als die direkten Auswirkungen der neuen Beschränkungen auf die Wirtschaft könnten zudem die psychologischen Folgen sein. Denn nun sollte allen klar geworden sein: Die Corona-Krise dauert länger als erwartet. Das wird auch die Stimmung in der Industrie belasten.

3. Die Notenbanken haben ihre Mittel noch nicht ausgeschöpft!

Neben der Wahl geht es fast unter: Am Donnerstag findet auch eine Sitzung der US-Notenbank statt. Ähnlich wie bei der EZB ist mit keiner Änderung der Politik zu rechnen, dazu könnte es dann bei der nächsten Sitzung im Dezember kommen – je nachdem wie sich die Wirtschaft und die Märkte bis dahin entwickeln.

Sehr wahrscheinlich wird der Vorsitzende der FED Jerome Powell aber am Donnerstag klar machen, dass die Notenbank alles unternehmen wird, um die Wirtschaft zu stützen – ähnlich hat sich bereits die Vorsitzende der EZB, Christine Lagarde, geäußert.

Der 4. Grund, der gegen einen neuen Crash an den Börsen spricht, ist aus meiner Sicht fast der wichtigste Unterschied zur Lage im Frühjahr:

4. Chinas Wirtschaft und mit ihr die der ganzen Region Ostasien erholt sich unabhängig von der Entwicklung im Rest der Welt!

Die Region Ostasien kommt besser durch die Pandemie als der Rest der Welt. Das gilt nicht nur für China, sondern auch für andere, eng mit der chinesischen Wirtschaft verflochtenen Länder wie z.B. Korea, Taiwan, Japan und Singapur. Über die Gründe dafür will ich hier gar nicht lange philosophieren, es ist eine Tatsache.

Langfristig verschafft das China und der ganzen Region auch für die Zeit nach Corona einen Vorsprung, denn es gibt weit weniger Folgeschäden, die die wirtschaftliche Erholung bremsen können. Doch das wäre ein eigenes Thema für einen Report.


Kurzfristig erweist sich die Stärke der chinesischen Wirtschaft als Anker für die Weltkonjunktur, speziell die deutsche Exportwirtschaft profitiert davon. Die Importe Chinas stiegen im September sogar auf ein neues Rekordhoch, wie die Grafik oben zeigt.

Das ist zwar auch auf einen starken Anstieg der Importe von Rohstoffen und Agrar-Gütern zurückzuführen, aber nicht nur. Corona könnte sich langfristig gesehen nur als kleine Delle in der Erfolgsgeschichte der chinesischen Wirtschaft erweisen.

Mein Fazit

Die steigenden Infektionszahlen in Deutschland und der "November-Lockdown" (streng genommen ist es kein Lockdown) drücken aufs Gemüt und das wird auch die Wirtschaft bremsen. Die schlechte Stimmung und die Parallelen zur Situation im Frühjahr sollten aber nicht dazu verleiten, die Lage an den Börsen pessimistischer einzuschätzen als sie ist.

Ich habe 4 Punkte genannt, die heute anders sind als im Frühjahr und die gegen einen zweiten Börsencrash wegen Corona sprechen. Das heißt allerdings nicht, dass sich die Korrektur nicht fortsetzen kann, wenn es z.B. in den USA einen unklaren Wahlausgang geben sollte – oder wenn es andere negative Meldungen gibt.

Natürlich kann man einen Crash nie ausschließen, aber er würde vermutlich eher durch unerwartete Ereignisse ausgelöst als durch bekannte Risiken. Langfristig orientierte Anleger können daher die aktuelle Börsensituation durchaus nutzen, um Aktien-Positionen aufzubauen. Natürlich immer mit Augenmaß und am besten im Rahmen eines langfristigen Plans.

Bildquellen: © Adobe Stock - peterschreiber.media

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