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Die Inflation steigt!

Sind Inflationsanleihen sinnvoll?

(Lars Erichsen) Inflation ist zurück im Alltag angekommen. Man merkt es nicht in irgendwelchen abstrakten Statistiken, sondern ganz konkret an der Supermarktkasse oder an der Zapfsäule. Viele Preise haben sich über die letzten Monate hinweg wieder spürbar nach oben bewegt. Genau das spiegeln auch die aktuellen Daten wider.

Am Mittwoch gab es Inflationszahlen aus Deutschland und mit 2,9% ist die Rate erneut leicht angestiegen. Und solange der Krieg im Iran noch andauert und die Öl-Preise weiterhin so hoch sind, ist hier zunächst nicht mit einer Entspannung zu rechnen.

Die entscheidende Frage für viele Anleger ist jetzt, ob die in diesem Zusammenhang immer wieder diskutierten inflationsindexierten Anleihen tatsächlich eine sinnvolle Möglichkeit darstellen, um von steigenden Inflationsraten zu profitieren.

Was sind Inflaltions-Anleihen?

Inflations-Anleihen sind im Kern festverzinsliche Wertpapiere, bei denen die Rückzahlung und oft auch die Zinszahlungen an die Entwicklung eines offiziellen Preis-Index gekoppelt sind, meist an den Verbraucherpreis-Index. In der Eurozone ist das in der Regel der harmonisierte Verbraucherpreis-Index ohne Tabak, also der HICP ex Tobacco.

Der zentrale Unterschied zu klassischen Anleihen liegt darin, dass hier nicht nur ein fester Zins gezahlt wird, sondern sowohl die laufenden Zinszahlungen als auch der Rückzahlungsbetrag an die tatsächliche Inflation gekoppelt sind. Steigen die Preise, steigt also auch das, was ich als Anleger am Ende bekomme. Ziel ist nicht, spektakuläre Renditen zu erzielen, sondern real, also nach Abzug der Inflation, möglichst keinen Verlust zu machen.

Die Funktionsweise

Grundlage ist der bereits oben erwähnte Verbraucherpreis-Index ohne Tabak. Dieser Index bestimmt, wie sich der Wert der Anleihe im Zeitverlauf verändert. Es gibt weiterhin einen festen Kupon, also einen Zinssatz, der aber deutlich niedriger ist als bei klassischen Bundesanleihen.

Der entscheidende Punkt ist, dass dieser Zins nicht auf einen fixen Betrag gezahlt wird, sondern auf einen inflationsangepassten Wert. Steigt die Inflation, wächst also die Basis und damit auch die absolute Zinszahlung. Zusätzlich wird am Ende der Laufzeit auch der Rückzahlungsbetrag entsprechend nach oben angepasst.

Fiktives Beispiel

Ich investiere 10.000 Euro in eine inflationsindexierte Anleihe. Der Kupon ist generell sehr niedrig und liegt unabhängig von der Laufzeit derzeit bei 0,10%. Die Inflation liegt fiktiv angenommen bei 5,00%. Nach 1 Jahr wird mein eingesetztes Kapital zunächst an die Inflation angepasst, also rechnerisch auf 10.500 Euro erhöht. Auf genau diesen Betrag wird dann der Zins berechnet.

Die Zinszahlung ergibt sich damit aus folgender Rechnung:

10.000 Euro × 1,05 × 0,10/100 = 10,50 Euro

Die 0,10/100 stehen für den Kupon von 0,10%. Die 1,05 ist die sogenannte Indexverhältniszahl. Sie zeigt, dass die Preise um 5,00% gestiegen sind. Und die 10.000 Euro × 0,05 sind schlicht der Inflationsausgleich nach 1 Jahr.

Wenn die Anleihe nur 1 Jahr läuft, bekomme ich am Ende zusätzlich mein inflationsangepasstes Kapital zurück, also 10.500 Euro. Zusammen mit der Zinszahlung lande ich damit bei 10.510,50 Euro.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Rechne ich aus diesem Betrag die Inflation wieder heraus, bleibt real ein Wert von 10.010 Euro übrig.


Inflationsanleihen


Das ist entscheidend

Inflationsindexierte Anleihen schützen grundsätzlich vor Kaufkraftverlust, aber der entscheidende Punkt ist nicht die aktuelle Inflation, sondern die zukünftig erwartete Inflation. Der Markt hat bereits eingepreist, wie sich die Teuerung entwickeln soll. Aktuell wird eher davon ausgegangen, dass die Inflation in den kommenden Jahren wieder in Richtung 2% oder darunter zurückgeht.

Genau daraus ergibt sich die Logik: Wenn die Inflation tatsächlich stärker zurückkommt als erwartet, sind klassische Anleihen meist die bessere Wahl, weil sie den höheren festen Zins liefern. Bleibt die Inflation dagegen länger hoch oder zieht sie erneut an, können inflationsindexierte Anleihen ihre Stärke ausspielen.

Am Ende ist das nichts anderes als eine Wette gegen die Markterwartung. Diese Papiere funktionieren dann gut, wenn die Inflation höher ausfällt als gedacht. Liegt der Markt mit seiner Einschätzung richtig oder überschätzt die Inflation sogar, war es die falsche Entscheidung. Deshalb gehört das Thema, wenn überhaupt, nur dosiert ins Depot und nicht als großer Schwerpunkt.

Wie kann ich investieren?

Die einfachste Möglichkeit, in inflationsindexierte Anleihen zu investieren, ist über ETFs, die genau nach diesem Prinzip funktionieren.

Anbei eine Übersicht mit den 3 größten Inflation-Linked-ETFs:


Inflation-Linked-ETFs


Mein Fazit

Ich kenne diese Produkte noch aus früheren Inflations-Phasen sehr gut und erinnere mich auch daran, wie groß das Geschrei damals war, als die Inflation sichtbar gestiegen ist und viele Anleger genau deshalb eingestiegen sind, am Ende aber enttäuscht wurden, weil die erhoffte Wirkung ausgeblieben ist.

Das lag eben daran, dass nicht die absolute Höhe der Inflation entscheidend war, sondern die Abweichung zur Markterwartung und genau diese Rechnung ist für viele nicht aufgegangen.

Für mich ist das deshalb am Ende nichts anderes als eine Wette gegen den Markt und da ich diesen Ansatz nicht überzeugend finde, habe ich solche inflationsindexierten Anleihen auch bewusst nicht im Depot.



Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kommentars in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert: - - - | Diese Position ist Bestandteil des exklusiven „Lars Erichsen“-Echtgeld-Depots. Die Informationen stellen keine Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar.


Bildquellen: © Adobe Stock - fraismedia

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