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Machtwechsel in Großbritannien

MSCI Emerging Markets Index

(Lars Erichsen) Großbritannien ist derzeit ein gutes Beispiel dafür, warum Aktien-Indizes nicht automatisch die aktuelle Lage einer Volkswirtschaft abbilden. Politisch steht das Land nach dem angekündigten Rücktritt von Keir Starmer erneut vor einer Führungsfrage. Unabhängig von dieser Entwicklung ist der britische Leitindex FTSE 100 aus meiner Sicht durchaus einen Blick wert:


FTSE 100


Das ist die aktuelle Situation

Die wirtschaftliche Lage Großbritanniens präsentiert sich im Juni 2026 solide, aber keineswegs dynamisch. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im 1. Quartal 2026 um 0,6% gegenüber dem Vorquartal und damit deutlich stärker als noch Ende 2025. Allerdings schrumpfte die Wirtschaft im April bereits wieder um 0,1%, was zeigt, dass die Erholung weiterhin fragil bleibt.

Bei der Inflation wurden Fortschritte erzielt, das Ziel der Bank of England ist jedoch noch nicht erreicht. Die Verbraucherpreise lagen im Mai 2026 um 2,8% über dem Vorjahresniveau. Damit verharrt die Inflation zwar deutlich unter den Höchstständen der vergangenen Jahre, liegt aber weiterhin über dem offiziellen Zielwert von 2,0%. Besonders die Dienstleistungsinflation bleibt hartnäckig.

Die größte strukturelle Herausforderung bleiben die Staatsfinanzen. Die britische Staatsverschuldung lag Ende Mai 2026 bei 95% des Bruttoinlandsprodukts und damit auf dem höchsten Niveau seit den frühen 1960er Jahren. Gleichzeitig stieg die Neuverschuldung zuletzt stärker als erwartet, was den finanziellen Spielraum der Regierung begrenzt.

Unterm Strich wächst Großbritannien zwar wieder, doch von einem wirtschaftlichen Boom kann daher keine Rede sein.


Sektoraufteilung des FTSE 100


So kann man investieren

Wer breit in britische Aktien investieren möchte, kommt am FTSE 100 nicht vorbei. Der Leitindex umfasst die 100 größten börsennotierten Unternehmen des Vereinigten Königreichs und gilt als wichtigstes Börsenbarometer Großbritanniens. Enthalten sind zahlreiche internationale Schwergewichte aus den Bereichen Finanzen, Pharma, Energie, Rohstoffe und Konsumgüter. Der FTSE 100 ist damit weniger ein Spiegel der britischen Binnenwirtschaft als vielmehr ein Portfolio global agierender Konzerne mit Börsennotierung in London. Zu den größten Positionen zählen aktuell HSBC, AstraZeneca und Shell. Zusammen machen die 10 größten Unternehmen rund die Hälfte des gesamten Indexgewichts aus.

Wer den britischen Aktien-Markt einfach und kostengünstig abbilden möchte, findet mit dem iShares Core FTSE 100 UCITS ETF (WKN: 552752) die größte ETF-Lösung auf den Index. Der Fonds verwaltet aktuell rund 18 Mrd. Euro und ist damit der volumenstärkste FTSE-100-ETF in Europa. Mit einer jährlichen Gesamtkostenquote von 0,07% ist er günstig. Auf Jahressicht konnte man mit dem ETF einen Gewinn von knapp 22% erziehlen, das ist gut dreimal so viel wie bei einem vergleichbaren DAX-ETF.

Das sind die Top 10

Top 10


Mein Fazit

Unterm Strich finde ich den FTSE 100 durchaus interessant. Der britische Leitindex bietet Zugang zu vielen global aufgestellten Qualitäts-Unternehmen, die ihre Gewinne längst nicht nur in Großbritannien erwirtschaften. Aktuell bin ich zwar nicht investiert und würde bei einem Engagement eher einzelne britische Aktien auswählen, dennoch bleibt der Markt für mich spannend. Welche Impulse ein neuer Premierminister für Wirtschaft und Kapitalmarkt setzen kann, wird sich erst noch zeigen, beobachten werde ich die Entwicklung aber auf jeden Fall.



Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kommentars in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert: - - - | Diese Position ist Bestandteil des „Rendite-Spezialisten“-Depots. Die Informationen in diesem Newsletter stellen keine Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar.



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