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US-Häusermarkt

8 Aktien für das Comeback

(Lars Erichsen) Der amerikanische Häusermarkt steckt in einer schwierigen Phase. Hohe Hypothekenzinsen, gestiegene Baukosten und die eingeschränkte Kaufkraft vieler Haushalte belasten insbesondere den Neubau von Einfamilienhäusern. Dabei stehen nicht nur Immobilien-Unternehmen unter Druck. Die Entwicklung trifft auch Hersteller von Dachmaterialien, Fenstern, Türen, Dämmstoffen und andere Zulieferer der Bauindustrie.

Interessant ist allerdings, dass sich die beiden Marktsegmente unterschiedlich entwickeln. Während der Neubau deutlich schwächelt, zeigt sich das Geschäft mit Renovierungen und Modernisierungen wesentlich widerstandsfähiger.

Die jüngsten Zahlen des US-Census-Bureau für September 2026 bestätigen ein schwieriges Umfeld.


Der amerikanische Häusermarkt


Die Zahlen zeigen keine durchgehende Erholung. Besonders die rückläufigen Genehmigungen für Einfamilienhäuser sind für die Baustoff-Industrie relevant, weil weniger neue Bauvorhaben künftig auch weniger Nachfrage nach Materialien bedeuten können.

Das Hauptproblem

Anfang Juli lagen die Zinsen für eine amerikanische Immobilien-Finanzierung mit 30-jähriger Zinsbindung noch bei 6,43%. Mitte Oktober waren es bereits 7,40%. Zuletzt gingen sie wieder etwas auf 7,24% zurück. Vor einem Jahr lag der Zinssatz lediglich bei 6,17%. Das hat erhebliche Folgen für die Nachfrage. Wer ein Haus für beispielsweise 400.000 US-Dollar kauft und davon 320.000 US-Dollar finanziert, muss bei 7,24% Zinsen rund 2.182 US-Dollar monatlich für Zins und Tilgung aufbringen. Bei 6,17% wären es etwa 1.955 US-Dollar jeweils ohne Steuern und Versicherungen.


Zinsen für eine amerikanische Immobilien-Finanzierung mit 30-jähriger Zinsbindung


Renovierungen entwickeln sich stabiler als der Neubau

Im Renovierungs-Markt sieht die Situation wesentlich besser aus. Der entsprechende Stimmungsindex stieg im 3. Quartal auf 62 Punkte. Auch größere Umbauprojekte werden von den befragten Unternehmen weiterhin überwiegend positiv beurteilt. Allerdings bedeutet eine gute Stimmung nicht automatisch starkes Wachstum. Die Harvard-Universität erwartet für die jährlichen Ausgaben amerikanischer Eigenheimbesitzer für Renovierungen und Reparaturen bis zum 3. Quartal 2027 lediglich ein Wachstum von 1,5% auf rund 525 Mrd. US-Dollar. Der Unterschied zum Neubau ist nachvollziehbar. Wer sein bestehendes Haus renoviert, muss nicht zwangsläufig einen neuen Immobilienkredit aufnehmen. Hinzu kommt, dass Reparaturen an Dächern, Heizungen oder anderen wesentlichen Gebäudeteilen häufig nicht beliebig lange aufgeschoben werden können.

Die 5 größten Aktien aus dem US-Renovierungsmarkt

Die folgende Übersicht konzentriert sich auf große börsennotierte Unternehmen, die mit der Renovierung, Reparatur und Modernisierung bestehender Häuser Geld verdienen.


Die 5 größten Aktien aus dem US-Renovierungsmarkt

Quellen Marktkapitalisierung: Stock Analysis, YCharts und CompaniesMarketCap, 30.10.2026. Geschäftsmodelle: Unternehmensangaben von Home Depot, Lowe's, Sherwin-Williams, Ferguson und Masco.


So haben sich die Aktien entwickelt

• Masco: +24,08%
• Ferguson: −2,88%
• Sherwin-Williams: −4,39%
• Lowe’s: −12,82%
• Home Depot: −13,27


Quelle: MarketScreener


Mein Fazit

Der US-Immobilien- und Bausektor ist ein ausgesprochen zyklisches Geschäft, das stark von der Zinsentwicklung und den Finanzierungsbedingungen abhängt. Sollten die Hypothekenzinsen wieder nachhaltig sinken, dürfte das die Nachfrage nach neuen Häusern beleben und mittelfristig auch für steigende Baubeginne sorgen, insbesondere bei Einfamilienhäusern. Davon könnten vor allem die Aktien der klassischen Hausbauer profitieren, die allerdings auch die größeren Risiken mit sich bringen.

Zu den größten US-Hausbauunternehmen zählen hier D.R. Horton (DHI), PulteGroup (PHM) und Lennar (LEN). Die etwas defensivere Variante sind für mich Unternehmen aus dem Renovierungsmarkt, da Reparaturen und Modernisierungen auch dann notwendig sind, wenn der Neubau schwächelt. Insgesamt halte ich den gesamten Bereich für spannend, wobei für eine nachhaltige Erholung vor allem eine Verbesserung der Finanzierungsbedingungen entscheidend sein dürfte.



Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:

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