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Ist das britische Pfund unterbewertet?

Warum der Brexit Großbritannien mit Verzögerung trifft und was dies für das Pfund bedeutet!

Brexit auf Union Jack

(Dr. Detlef Rettinger) Grexit, Brexit, Ukraine-Krise, Wachstumsschwäche in China, Ölpreissturz, Terrorismus: Die Krisen kommen und gehen (?) und die Märkte zeigen sich zunehmend unbeeindruckt. Viele Marktteilnehmer sind in den letzten Jahren „krisenresistent“ geworden. Und zwar auch weil die Notenbanken stets „Gewehr bei Fuß standen“ und Unsicherheiten mit einer Liquiditätsflut wegspülten. Wird das auch mit den Folgen des Brexit gelingen? Viele scheinen davon auszugehen, denn obwohl die britische Premierministerin Theresa May in den nächsten Tagen in Brüssel offiziell die Scheidungspapiere einreicht, hat sich das Pfund seit dem Einbruch im Oktober stabilisiert.

Der Devisenexperte Oliver Harvey von der Deutschen Bank rechnet jedenfalls nicht damit, dass das so bleibt. Seiner Ansicht nach, trifft die häufig zu lesende These, der Pfund-Absturz sei übertrieben, nicht zu.

Das Pfund ist nicht unterbewertet

Besonders die Entwicklung der Zinsdifferenz zum Dollar weise auf einen weiteren Kursrückgang von GBP/USD hin, und zwar auf unter 1,10 USD. Auch gemäß den Kaufkraftparitäten (PPP-Model) sei das Pfund auf dem aktuellen Niveau nicht billig. Das gilt auf für die Relation zum Euro. Meine Einschätzung dazu: Die Folgen der Brexit-Entscheidung treffen Großbritannien mit Verzögerung. Dabei sind vor allem zwei Punkte entscheidend:

  1. Die Unsicherheit über den zukünftigen regulatorischen Rahmen lässt Unternehmen bei Investitionen Zurückhaltung üben. Das verschlechtert auf Dauer die Wachstumsperspektiven. So will z.B. BMW – immerhin der drittgrößte Autohersteller auf der Insel – den E-Mini lieber woanders bauen.
  2. Die Abwertung des Pfunds treibt die Inflation nach oben. Die Kernrate liegt bereits bei 1,6 Prozent. Das kostet den Haushalten Kaufkraft, was schon seit einigen Monaten auf den Konsum und die Einzelhandelsumsätze drückt.

Das Pfund ist nach der Brexit-Entscheidung im Juni 2016 bis über 0,93 GBP eingebrochen, im Chart entspricht dies der Aufwärtsbewegung bei EUR/GBP. So wenig wert war das Pfund seit Dezember 2008 nicht mehr. Gegenüber dem US-Dollar war der Absturz sogar noch heftiger, das Währungspaar GBP/USD fiel im Oktober bis zum Support bei 1,20 USD und damit so tief wie seit 1985 nicht mehr. In der letzten Woche gab es dann zur Abwechslung etwas Auftrieb für das Pfund, weil bei der Sitzung der Bank of England ein Mitglied für eine Zinserhöhung stimmte. Die meisten Experten gehen aber davon aus, dass der Leitzins noch bis 2018 bei 0,25 Prozent bleibt. Langfristig stehen die Zeichen beim Pfund weiterhin auf Schwäche. Auch bei EUR/GBP scheint es nur eine Frage der Zeit, bis die Aufwärtsbewegung (entspricht einer Abwertung) wieder aufgenommen wird.

Chart & Info
EUR/GBP - Britisches Pfund
  • Aktueller Kurs
    0,8638 GBP je Euro
  • Kommentar
    Die meisten Experten gehen davon aus, dass das Pfund langfristig abwerten wird. Ein Ausbruch über 0,88 GBP wäre ein charttechnisches Einstiegssignal für spekulative EUR/GBP Long-Trades.
  • Meine Einschätzung
    kurzfristig seitw langfristig auf

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Die britische Wirtschaft zeigt sich im Großen und Ganzen noch robust. Kurzfristig kann sich das Pfund daher erholen, auf Sicht der nächsten Jahre aber wird der Brexit für Abwertungsdruck sorgen, auch weil die Verhandlungen viel komplexer und langwieriger sind als derzeit von vielen angenommen. Die Unsicherheit wird lange anhalten. Ein Fall von GBP/USD bis zum Tief aus dem Jahr 1985 bzw. ein Anstieg von EUR/GBP an die Parität ist keine Utopie.

Dr. Detlef Rettinger
Wenig Zeit?
Wertpapier: EUR/GBP, Britisches Pfund
Themen: Großbritannien, Pfund, Brexit, Abwertung, Aufwertung, Inflation, Wirtschaftswachstum
Bildquellen:
© Fotolia.com – 7razer
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