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Kanada-Dollar: Rohstoffboom kein Kurstreiber!

Nach Mexiko könnte auch Kanada ein Trump-Opfer werden. Was bedeutet dies für den Kanada-Dollar?

Kanada-Flagge und Dollar

(Dr. Detlef Rettinger) Alles spricht über Mexiko, aber auch Kanada könnte Leidtragender einer neuen Handelspolitik beim großen Nachbarn USA werden. Donald Trump will den NAFTA-Vertrag neu verhandeln – mit anderen Worten: Die eigene ökonomische Macht nutzen, um die Handelsbedingungen zugunsten der USA zu ändern. Kanada liefert 75 Prozent seiner Exporte in die USA, keine guten Aussichten also. Aber das an Rohstoffen reiche Land hat auch hausgemachte Probleme, denn vor allem der Rückgang beim Ölpreis drückte in den letzten Jahren auf das Wachstum. Dieser Gegenwind lässt allerdings langsam nach, denn die Rohstoffpreise erholen sich.

Zudem profitiert Kanada von der Konjunkturerholung in den USA, was auch die jüngsten Wirtschaftsdaten mit positiven Überraschungen bestätigten. Kanadas Notenbank reicht das aber nicht als Argument, um den bei 0,50 Prozent liegenden Leitzins anzuheben. Im Gegenteil: Die Notenbanker unterstrichen bei der Sitzung am 1. März sogar eine weitere Zinssenkung in Erwägung zu ziehen.

In Kanada droht das Platzen einer Immobilienblase

In den USA dagegen wird gleichzeitig nur noch über das Tempo der Anhebung des Leitzinses nachgedacht – wahrscheinlich schon auf der nächsten Sitzung der Fed am 15. März. Damit zerren zwei Kräfte am Kanada-Dollar („Loonie“): Für Aufwertungsdruck sorgen die Erholung am Rohstoffmarkt und die sich beschleunigende Konjunktur, Abwertungsdruck entsteht dagegen durch die wachsende Zinsdifferenz gegenüber den USA. Vor allem an Letzterem dürfte sich so bald nichts ändern, denn die Bank of Canada kämpft noch mit einem weiteren Problem: Regierung und Notenbank haben Maßnahmen ergriffen, um den Boom am Häusermarkt und die wachsende Verschuldung der Haushalte zu stoppen. Die niedrigen Zinsen sollen dazu dienen, ein eventuelles Platzen der Immobilienblase abzumildern.

Aus Sicht der Charttechnik hat USD/CAD nach dem Bestätigen der Unterstützung bei 1,3100 CAD deutlich Auftrieb erhalten. Dafür war aber auch die allgemeine US-Dollar-Stärke verantwortlich, weshalb der Anstieg von EUR/CAD etwas schwächer ausfiel. Aber auch gegenüber dem Euro hat der Kanada-Dollar die wichtige Unterstützung bei 1,3830 CAD bestätigt. Hier verläuft die langfristige Aufwärtstrendlinie seit Mitte 2012. Der Wechselkurs kann nun den Widerstand bei 1,4300 CAD ins Visier nehmen. Sollte dieser fallen, dann geht es weiter nach oben.

Chart & Info
EURCAC - Kanada-Dollar
  • Aktueller Kurs
    1,4258 Kanada-Dollar je Euro
  • Kommentar
    Gegenüber dem Euro hat der Kanada- Dollar die wichtige Unterstützung bei 1,3830 CAD bestätigt. Die Basis für eine Abwertung (entspricht Aufwärtsbewegung bei EUR/CAD) ist damit gelegt.
  • Meine Einschätzung
    kurzfristig auf langfristig auf

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Der Loonie profitiert als Rohstoffwährung von der Erholung am Rohstoffmarkt – eigentlich. Interne ökonomische Probleme zwingen aber die Bank of Canada, den Leitzins noch längere Zeit niedrig zu halten. Das mindert den Aufwertungsdruck nicht nur, sondern kann bei USD/CAD und auch bei EUR/CAD für Aufwärtsdruck sorgen. Auch mögliche protektionistische Maßnahmen der neuen US-Regierung könnten ihre Schatten voraus werfen. Längerfristig orientierte Trader können darauf mit Long-Zertifikaten setzen.

Dr. Detlef Rettinger
Wenig Zeit?
Wertpapier: EUR/CAD, Kanada-Dollar
Themen: Kanada, Mexiko, Trump, USA, Protektionismus, Handelsabkommen, Abwertung
Bildquellen:
© niroworld – Fotolia.com
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