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Pfund: Absturz wegen Brexit nimmt Fahrt auf!

Der Brexit ist zurück auf der Agenda. Warum Sie trotzdem nicht auf einen Pfund-Absturz setzen sollten!

Brexit

(Dr. Detlef Rettinger) Da hat Großbritannien ja wieder einmal eine toughe Regierungschefin, die ihre Haltung nicht zum Spielball von Umfragen macht. So scheint es jedenfalls. Nach dem Brexit-Votum im Juni sah es noch so aus, als würde die neue Premierministerin Theresa May herumlavieren und den EU-Austritt so lange wie möglich hinausziehen. Aber jetzt redete sie Klartext: Bis spätestens Ende März 2017 soll der Antrag bei der EU eingereicht werden, dann werden offiziell die auf maximal zwei Jahre befristeten Austrittsverhandlungen beginnen.

Und Theresa May will offenbar nicht auf Zeit spielen und das möglichst beste Ergebnis für Großbritannien heraushandeln, einen „Brexit light“ sozusagen. Nein, die konservative Regierungschefin will die Partei und das Volk mit einer konsequenten Haltung hinter sich bringen. Die Zuwanderung soll auf jeden Fall beschränkt werden, auch wenn das auf Kosten des Zugangs zum Binnenmarkt geht.

So ließen sich Mays Äußerungen jedenfalls interpretieren. Das kann nicht gut für die britische Wirtschaft sein. Am Devisenmarkt wird das jedenfalls so gesehen: GBP/USD fiel auf den tiefsten Stand seit 1985 und EUR/GBP stieg auf das höchste Niveau seit Anfang 2013.

Britische Konjunkturdaten zeigen wieder nach oben

Der Pfund-Absturz besitzt aktuell eine Dynamik, die kurzfristig anhalten dürfte. Mittelfristig gibt es aber durchaus Argumente, die gegen ein schwächeres Britisches Pfund sprechen. So fielen die Wirtschaftsdaten zuletzt mehr als robust aus, sie zeigten sogar wieder einen Aufwärtstrend. Wie am 3. Oktober bekannt gegeben, schoss der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Großbritannien im September sogar auf den höchsten Stand seit November 2015 nach oben – Brexit-Angst sieht anders aus

Die Befürchtungen eines Konjunktureinbruchs bestätigten sich damit bislang nicht. Möglicherweise hat auch dies Theresa May in ihrer harten Haltung bestätigt. Mit der soliden Konjunktur sind zudem weitere Zinssenkungen durch die Bank of England erst mal vom Tisch.

US-Dollar wegen Zinsspekulationen im Aufwind

Während in Großbritannien wegen dem Brexit eine weitere Zinssenkung möglich scheint, mehren sich in den USA die Anzeichen, dass die US-Notenbank den Leitzins bei der Sitzung im November oder – was wahrscheinlicher ist – im Dezember anhebt. In den letzten Tagen meldeten sich weitere Mitglieder des über die Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses zu Wort und betonten mehr oder weniger deutlich die Möglichkeit bzw. Notwenidigkeit einer Zinserhöhung.

Das gab dem Dollar auch gegenüber dem Pfund Auftrieb und verstärkte die Abwärtsbewegung bei GBP/USD. Charttechnisch betritt der Wechselkurs mit dem Fall auf neue Mehrjahrestiefs Niemandsland, was die Abwärtsbewegung kurzfristig verstärken könnte.

Der Absturz des Pfunds gegenüber dem Dollar zieht auch eine Abwertung gegenüber dem Euro nach sich (was einem Kursanstieg von EUR/GBP entspricht), auch wenn diese geringer ausfällt, denn der Euro steht gegenüber dem Dollar ebenfalls unter Druck.

An den Märkten hat die neue Stärke des Dollars noch weitere Auswirkungen: Der Goldpreis bewegt sich häufig entgegengesetzt zum Dollarkurs und fiel auf den tiefsten Stand seit Ende Juni.

Chart & Info
Britisches Pfund/US-Dollar, GBP/USD
  • Bezeichnung
    GBP/USD (Britisches Pfund/US-Dollar)
  • Aktueller Kurs
    1,2756 USD je Brit. Pfund
  • Kommentar
    Auf den Kurssturz nach dem Brexit-Votum im Juni folgte eine Kurserholung. Anfang Oktober stürzte GBP/USD aber erneut auf den tiefsten Stand seit 1985.
  • Meine Einschätzung
    kurzfristig ab langfristig seitw

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Der Abwertungsdruck beim Pfund hat sich bereits in den letzten Wochen verstärkt und nach den Äußerungen von Theresa May nochmals an Fahrt gewonnen. Kurzfristig kann GBP/USD weiter fallen und auch EUR/GBP hat noch Luft nach oben. Aber das Abwärtspotenzial ist begrenzt.

Auch wenn der Brexit-Antrag der Londoner Regierung näherrückt, die Verhandlungen werden sich noch lange hinziehen. Konkrete Auswirkungen werden auf sich warten lassen. Und bislang zeigt sich die britische Konjunktur überraschend stark, was sich kurzfristig auch nicht ändern wird. Auch deswegen sind weitere Zinssenkungen durch die Bank of England erst einmal vom Tisch.

Das Pfund wird sich daher wieder stabilisieren, der Großteil der Abwertung liegt hinter uns. Wer jetzt noch gegen das Pfund spekulieren will, sollte besser Vorsicht walten lassen.

Dr. Detlef Rettinger
Wenig Zeit?
Wertpapier: Britisches Pfund, GBP/USD, EUR/GBP
Themen: Brexit, EU-Austritt, Großbritannien, Theresa May, US-Notenbank
Bildquellen:
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