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Gold: Kommt jetzt die große Wende nach oben?

Warum sich die Stimmung bei den Gold-Anlegern drehen könnte!

(Lars Erichsen) Darauf durften wir alle lange warten: Gold hat wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben. Seitdem im April der Versuch fehlgeschlagen ist, den Widerstand bei 1.360 US-Dollar je Unze zu überwinden, kannte Gold nur noch eine Richtung: nach unten. Im Tief fiel der Preis bis auf 1.160 US-Dollar, das war das niedrigste Niveau seit Anfang 2017.

Doch in den letzten Tagen legte der Goldpreis wieder zu und konnte auf den höchsten Stand seit zehn Wochen steigen:

Widerstandszone Gold

Wie der Chart zeigt, ist das in Relation zum vorherigen Preisrutsch noch nicht viel und sollte nicht überbewertet werden, aber folgende Punkte halte ich dabei doch für bemerkenswert:

1. Der Preisanstieg erfolgte trotz Gegenwind

Die Anleiherenditen in den USA sind gestiegen, auch weil Spekulationen über stärkere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank um sich greifen. Höhere Zinsen sind aber eigentlich schlecht für die Goldanlage, weil dadurch festverzinste Anlagen gegenüber Gold attraktiver werden.

Wegen der steigenden Zinserwartungen in den USA hat zudem der US-Dollar Auftrieb bekommen und auch das ist normalerweise negativ für Gold, das international in US-Dollar gehandelt wird.

2. Die Gegenbewegung wird von spekulativen Trader getrieben

Die Netto-Short-Positionen am Futures-Markt sind Anfang Oktober auf den höchsten Stand seit 2006 gestiegen – seitdem wird diese Statistik veröffentlicht. Das heißt: So negativ waren die Trader noch nie gegenüber Gold positioniert.

So etwas birgt aber immer auch das Risiko starker Gegenbewegungen, denn niemand will der letzte sein, der von einer Trendwende auf dem falschen Fuß erwischt wird. Die Marktakteure werden in solchen Fällen zunehmend nervös und schließen Short-Positionen, was wiederum den Goldpreis nach oben treibt.

Genau das könnte in den letzten Tagen geschehen sein. Das ist aber bisher nur eine Vermutung, denn aktuelle Zahlen vom Futures-Markt gibt es dazu noch nicht.

Die Futures-Trader sind einseitig gegen Gold positioniert

Deutet sich damit ein Stimmungsumschwung bei der Einschätzung der kurzfristigen Finanzinvestoren in Bezug auf Gold an? Davon auszugehen, ist deutlich verfrüht, möglicherweise wird aber eine allzu einseitige Positionierung am Goldmarkt nun etwas korrigiert.

Das scheint durchaus gerechtfertigt, denn mittel- und langfristig gibt es ja durchaus Faktoren, die für eine höhere Attraktivität der Goldanlage sprechen.

Da sind zum Beispiel die zahlreichen Unsicherheiten, die sich durchaus zu einer größeren Krise an den Märkten ausweiten könnten: Der Handelskrieg der Amerikaner, der Brexit, das Pulverfass Naher und Mittlerer Osten und Italien. Ein möglicher stärkerer Absturz an den Aktienmärkten könnte Gold ebenfalls wieder mehr in den Fokus rücken.

Die Inflation steigt – gut für Gold

Darüber hinaus ist der Anstieg der Anleiherenditen in den USA nicht nur ein Zeichen für die aktuelle Stärke der US-Wirtschaft, auch die Inflationserwartungen haben zugenommen. Viele Akteure an den Märkten erwarten in den nächsten Jahren wieder eine höhere Inflation, Deflationssorgen macht sich kaum noch jemand.

In Zeiten zunehmender Geldentwertung entfaltet aber Gold seine Vorteile als wertstabile Anlage. Noch ist das Zukunftsmusik, aber Inflation wird wieder eine größere Rolle spielen. Zumal die Notenbanken gar nicht anders können, als eine höhere Inflation zuzulassen, um die Schuldner zu entlasten und eine neue Schuldenkrise zu verhindern.

2018 gab es Abflüsse aus den Gold-ETFs

Es ist möglich, wenn auch bisher nur eine Vermutung, dass solche Gedanken auch im Denken der Anleger wieder eine größere Rolle spielen. In den letzten Monaten war dies (noch) nicht der Fall, netto gab es Abflüsse aus den Gold-ETFs. Das heißt, Anleger trennten sich von ihren Gold-Positionen.

2018 war bei den Gold-ETFs geprägt von einem Hin und Her, unter dem Strich gab es aber Verkäufe in Höhe von 42 Tonnen:

Gold-ETFs

Im Gegensatz zu den anderen Nachfragekomponenten bei Gold, wie den Käufen der Juweliere, der Industrie und der Notenbanken, sind die Käufe der Gold-Fonds deutlich volatiler. Zu- und Abflüsse bei den Gold-ETFs sind daher kurzfristig nicht selten das Zünglein an der Preiswaage.

Das zeigte sich auch in den letzten Jahren, denn der Anstieg des Goldpreises in den Jahren 2016 und 2017 korrespondiert mit einer höheren Nachfrage nach Gold-ETFs. 2018 fehlte dieser positive Impuls und der Goldpreis rutschte ab.

Sollte es hier eine Wende nach oben geben, dann würde das dem Goldpreis einen neuen Schub geben.

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Wie Sie vermutlich aus meinen Videos bereits wissen, halte ich viel davon, Anlagemotive nicht zu vermischen. Langfristig gehört Gold für mich als Schutz vor Krisen in jedes ausgewogene Depot, am besten in Form von Münzen oder Barren. Der Anteil am gesamten Depot sollte bei 10 bis 15 Prozent liegen.

Kurzfristige Überlegungen über die Entwicklung des Goldpreises spielen in dieser Hinsicht kaum eine Rolle. Allenfalls können Sie sich als Anleger überlegen, niedrige Kurse zu nutzen, um ihre Goldposition aufzustocken.

Jetzt auf eine Wende beim Goldpreis zu setzen, ist dagegen spekulativ. Der Goldpreis ist auch in den nächsten Monaten keine Einbahnstraße. Die jetzt am Markt herrschenden Unsicherheiten können sich wieder auflösen – zumindest zum Teil – und die steigenden Zinsen können wieder in den Vordergrund rücken. Beides würde vermutlich den Goldpreis drücken.

Charttechnisch kann man ohnehin beim Goldpreis noch nicht von einer Wende sprechen. Erst bei Kursen über 1.255/1.260 US-Dollar wäre eine neue Markteinschätzung erforderlich.

Lars Erichsen
Wenig Zeit?

Bildquellen:
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