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Gold, Silber, Platin und Palladium...

Das sollten Anleger beachten!

Gold, Silber, Platin und Palladium...

(Lars Erichsen) Für langfristig orientierte Anleger bieten sich bei Silber günstige Einstiegschancen. Darauf bin ich in meinem Video "Silber: Sobillig wie seit 25 Jahren nicht mehr!" ausführlich eingegangen. Dort erläutere ich auch meine langfristige charttechnische Einschätzung zu Silber.

Meiner Ansicht nach ist Silber ähnlich wie Gold gut dazu geeignet, um ein Depot gegen Krisen abzusichern. Allerdings gibt es auch wichtige Unterschiede zwischen Gold und Silber, die Sie als Anleger kennen sollten. Das gilt übrigens auch für die beiden anderen Edelmetalle Palladium und Platin.

Der Silberpreis schwankt stärker als der Goldpreis

Obwohl Gold und Silber als Edelmetalle viel gemeinsam haben, entwickeln sich ihre Preise häufig unterschiedlich. Ein Grund: Silber findet weit stärker in der Industrie Verwendung als Gold und der Bedarf der Unternehmen hängt vor allem von der Konjunktur ab – und von technischen Entwicklungen. Das sorgt für stärkere Kursschwankungen.

Während bei Gold nur etwa zehn Prozent der Nachfrage auf die Industrie entfallen, sind es bei Silber knapp 60 Prozent. Das ist für Anleger oft ein Risiko, manchmal aber auch ein Chance: Der Silberpreis könnte mittelfristig nicht nur von einer wachsenden Nachfrage der Finanzinvestoren, sondern auch von einem Aufschwung der Weltkonjunktur profitieren. Allerdings gehen die meisten Experten kurzfristig eher von einem Abschwung aus.

Gold-Fonds (ETCs) sind steuerlich begünstigt

Wie bei Gold können Sie auch bei Silber entweder in Barren und Münzen oder in mit Silber hinterlegte börsennotierte Fonds, so genannte Exchange Traded Commodities (ETCs), investieren.

Folgende ETCs auf Silber sind in Deutschland zugelassen:

Es besteht allerdings ein gewichtiger Nachteil gegenüber Gold-ETCs, wenn diese einen Anspruch auf die physische Lieferung von Gold verbriefen. Denn in diesem Fall müssen Sie keine Abgeltungssteuer zahlen, wenn Sie die Gold-ETCs länger als 12 Monate halten.

Das trifft auf Xetra Gold (WKN: A0S9GB) und Euwax Gold (WKN: EWGOLD und EWG2LD) zu. Im Februar 2018 hat der Bundesgerichtshof dies in einem Urteil bestätigt (Az. IX R 33/17). Ob das in Praxis funktioniert und von den Depotbanken so umgesetzt wird, muss sich aber erst noch zeigen.

Bei Silber-ETCs unterliegen dagegen ebenso wie bei ETCs auf Platin und Palladium eventuelle Kursgewinne, die Sie beim Verkauf erzielen, der Abgeltungssteuer.

Keine Abgeltungssteuer bei Barren und Münzen

Bei Barren oder Münzen haben Sie dieses Problem nicht: Beim Verkauf von physischem Gold oder Silber müssen Sie nur Abgeltungssteuer zahlen, falls der Verkauf innerhalb von 12 Monaten nach dem Kauf erfolgt – das wird vermutlich selten der Fall sein.

Halten Sie die Gold-Barren oder -Münzen länger als ein Jahr, dann sind Verkaufserlöse steuerfrei, Sie müssen diese nicht beim Finanzamt angeben. Das gilt übrigens auch für Platin und Palladium.

Unterschiede bei der Mehrwertsteuer

Anlagemünzen (auch Bullionmünzen genannt) werden im Vergleich zu Barren meist nur mit einem geringen Aufschlag gehandelt. Während aber Anlagemünzen aus Gold in der EU mehrwertsteuerbefreit sind (EU-Richtlinie 98/80/EG1), unterliegen Anlagemünzen aus Silber seit 2014 dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent (vorher 7%).

Doch das gilt nicht immer: Importiert der Händler die Silbermünzen aus Ländern wie Kanada (Maple Leaf), Australien (Kookaburra, Koala) oder den USA (American Eagle), gilt weiterhin der verminderte Einfuhrumsatzsteuersatz von 7 Prozent und durch die so genannte Differenzbesteuerung gibt es für Käufer fast keinen Nachteil im Vergleich zur Zeit vor der Steuererhöhung.

Das ist eine legale Steuerersparnis. Silber-Anlagemünzen sollten Sie daher Silberbarren vorziehen, denn Silberbarren müssen meist mit 19 Prozent versteuert werden. Bei Platin und Palladium unterliegen Barren und Münzen dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent.

Tipps beim Kauf von Barren und Münzen

Gerade bei Barren von Silber ist es am besten Münzbarren zu kaufen, die nehmen die Händler auch gerne zurück, da die Nachfrage vorhanden ist. Normale Barren sind nicht so gefragt und könnten beim Verkauf auch Abschläge erzielen, einfach weil der Händler diese schlecht losbringt. Münzbarren bspw. FIJI-Barren sind ebenfalls differenzbesteuert und daher günstiger als normale Barren.

Wer beim Kauf von Silber (wie auch bei Platin und Palladium) die Mehrwertsteuer sparen will, kann sich der Lagerung der Edelmetalle in einem Freilager bspw. in der Schweiz bedienen. Allerdings kostet die Lagerung und man hat die Edelmetalle im Notfall eventuell nicht zur Hand.

Wie in Platin und Palladium investieren?

Für den physischen Kauf von Platin oder Palladium gibt es inzwischen zahlreiche Angebote. Neben Münzen bekannter Hersteller wie z.B. American Eagle oder Maple Leaf gibt es Barren in verschiedenen Größen.

Wer Platin oder Palladium zum Zwecke der Spekulation, aber auch für längerfristige Anlagen nutzen will, kann auch auf ETCs zurückgreifen. Alle in Deutschland zugelassenen ETCs sind mit physischen Metallen hinterlegt.

Folgende ETCs auf Platin und Palladium sind in Deutschland zugelassen:

Mein Fazit

Gold für Anlagezwecke wird in Bezug auf die Mehrwertsteuer begünstigt gegenüber den anderen Edelmetallen. Bei Silber wird bestenfalls der verminderte Satz von 7% fällig, bei Platin und Palladium beträgt die Mehrwertsteuer beim Kauf 19%.

Die gute Nachricht ist, dass bei allen Edelmetallen bei einer Haltedauer von mehr als 12 Monaten keine Abgeltungssteuer anfällt, jedenfalls wenn es sich um physische Edelmetalle handelt.

Bei ETCs sind nur Xetra Gold und Euwax Gold in dieser Hinsicht steuerlich begünstigt. Hier fällt nach 12 Monaten keine Abgeltungssteuer an, bei ETCs auf Silber, Platin und Palladium schon.

Steuerliche Faktoren sollten aber nicht das wichtigste Kriterium bei der Kaufentscheidung sein. Vor allem Gold und Silber dienen langfristig als Absicherung gegen Krisen. Platin und Palladium erfüllen diesen Zweck nur zum Teil.

Bildquellen:
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