Goldminen-ETFs – Große Unterschiede!
(Lars Erichsen) Edelmetalle sind gerade wieder stark gesucht und Gold steht dabei besonders im Fokus. Ich merke das nicht nur an der Stimmung am Markt, sondern auch ganz konkret an den Fragen, die immer wieder aufschlagen:
Wie kann man an der Gold-Story teilhaben, ohne gleich physisch zu kaufen und ohne sich nur über einen klassischen Gold-ETC abzubilden? Genau an dieser Stelle werden Goldminen-ETFs interessant, weil sie das Thema Gold nicht eins zu eins, sondern über die Unternehmen dahinter spielen.
Das spricht für Goldminen-Aktien
Minen-Betreiber reagieren oft stärker auf Bewegungen beim Gold-Preis als das Metall selbst. Steigt der Gold-Preis, verbessern sich bei vielen Produzenten Erlöse und Margen, und genau das kann sich überproportional in den Gewinnen und damit im Aktienkurs widerspiegeln.
Dazu passt ein typisches Muster im Edelmetall-Zyklus, das man immer wieder beobachten kann: Häufig läuft zuerst das Metall, und erst zeitversetzt ziehen die Minen-Aktien nach, um das Metall in der Spitze sogar zu überholen. Unter diesem Blickwinkel wirken viele Produzenten aus Bewertungssicht oft noch nicht überzogen, vorausgesetzt, man geht nicht davon aus, dass Gold wieder deutlich zurückfällt, etwa unter 4.000 Dollar.
Goldminen-ETFs
Wer das Gold-Thema also bewusst mit etwas mehr Hebel spielen möchte, bekommt mit Goldminen-ETFs eine gebündelte, börsentäglich handelbare Lösung. Und genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Produkte im Detail, denn die Unterschiede in der Zusammensetzung können am Ende darüber entscheiden, wie viel von der Gold-Rallye tatsächlich im Depot ankommt.
Sie unterscheiden sich nicht nur bei der Anzahl der enthaltenen Titel, sondern vor allem bei der Zusammensetzung und Gewichtung der größten Positionen. Damit verändern sich Risikoprofil und Renditechancen spürbar. Manche Produkte setzen stärker auf etablierte Großkonzerne, andere geben kleineren und mittelgroßen Minen deutlich mehr Raum, was zu höheren Schwankungen und in starken Phasen auch zu deutlich größeren Renditeunterschieden führen kann.
Zwei Klassengesellschaft
Das zeigt sich besonders deutlich im aktuellen Vergleich von acht Goldminen-ETFs. Statt eines einheitlichen Sektor-Trends entsteht eine Art Zweiklassengesellschaft: Die besten drei ETFs erreichen im Mittel rund 143% Jahresperformance. Die übrigen fünf liegen dagegen eher bei etwa 125%. Das entspricht einer Differenz von 19 Prozentpunkten auf Jahressicht.
Wichtig ist dabei: Auch 125% sind eine sehr starke Entwicklung, der entscheidende Punkt ist aber, dass Anleger mit einem scheinbar ähnlichen Investment je nach Produktauswahl deutlich unterschiedliche Ergebnisse erzielen können.

Unterm Strich lässt sich das „Zweiklassen“-Bild gut über die Portfolio-Struktur erklären.
Die drei Top-ETFs sind entweder (wie der VanEck Junior) breiter aufgestellt, aber in den größten Positionen mit zusätzlichem Silber-Treiber, oder (wie UBS und L&G) konzentrierter bzw. stärker auf Titel fokussiert, die in dieser Phase mehr Hebel hatten. Genau deshalb kann man bei Goldminen-ETFs trotz gleichem Thema „Gold“ sehr leicht den „falschen“ Korb kaufen und am Ende spürbar hinter der Performance-Spitzengruppe landen.

Mein Fazit
Im Kern sind das alles solide Produkte, aber die Ergebnisse werden maßgeblich durch die jeweilige Zusammensetzung und Gewichtung der Unternehmen bestimmt. Je nachdem, welche Schwergewichte und welche Rohstoffschwerpunkte im ETF dominieren, kann die Performance spürbar auseinanderlaufen.
Deshalb bleibt die Auswahl wichtiger, als es der gemeinsame Begriff Goldminen ETF vermuten lässt. Neben der Analyse der Struktur gehört auch eine gewisse Portion Glück dazu, im richtigen Produkt zur richtigen Zeit zu landen.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kommentars in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert: - - - Die Informationen in diesem Newsletter stellen keine Empfehlungen im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar.
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