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Steht Gold kurz vor dem Ausbruch?

Gold war in den letzten Wochen wieder gefragt. Sollten Sie jetzt einsteigen? Auf diese Marke müssen Sie achten!

Gold

(Dr. Detlef Rettinger) Der Goldpreis ist auf den höchsten Stand seit November 2016 gestiegen, zumindest in Dollar gerechnet. Beim Goldpreis in Euro fiel der Anstieg deutlich geringer aus, was an der Schwäche des Euro in den letzten Wochen liegt. Damit hat das Edelmetall den Preiseinbruch, den es nach der Wahl von Donald Trump erlebte, wieder wettgemacht. Grund dafür ist vor allem die Furcht vor einer Eskalation der Krisen in Nordkorea und in Syrien.

Die USA fahren in beiden Regionen offenbar einen Konfrontationskurs mit den anderen beiden Weltmächten China und Russland. In diesem Umfeld sind sichere Anlagehäfen wieder stärker gefragt – neben dem Yen und Staatsanleihen zählt dazu Gold.

Im ersten Quartal gab es wieder Zuflüsse in die Gold-ETFs

Es ist allerdings fraglich, ob dieser Effekt von Dauer ist. Das hängt vor allem davon ab, ob die Krisen weiter eskalieren, wovon ich im Moment nicht ausgehe. Kurzfristig wird der Goldpreis aber in erster Linie von den Schwankungen bei der Nachfrage der Finanzinvestoren beeinflusst.

Anfang 2016 haben die Zuflüsse in die Gold-ETFs stark zugelegt, im vierten Quartal 2016 gab es dann wieder Abflüsse von fast 200 Tonnen. Im ersten Quartal 2017 kehrte sich der Trend erneut um und die Bestände der Gold-ETFs sind wieder um mehr als 100 Tonnen gewachsen.

Dieses Hin und Her korrespondiert mit dem Auf und Ab beim Goldpreis. Mit anderen Worten: Der Goldpreis wird kurzfristig nur dann weiter steigen, wenn sich die Zuflüsse in die Gold-ETFs fortsetzen. Die Nachfrage nach Barren und Münzen ist dagegen deutlich stabiler und beeinflusst den Goldpreis kurzfristig weit weniger.

Gegen eine anhaltende Nachfrage der Finanzinvestoren nach Gold spricht aber die Zinsentwicklung: Die steigenden Zinsen in den USA erhöhen die Opportunitätskosten der Goldhaltung.

Das sagt die Charttechnik

Der Goldpreis hat sich seit dem Tief Ende 2016 wieder deutlich erholt. Nach der Bestätigung der Unterstützung bei 1.200 USD Mitte März wurden die Widerstände bei 1.250 und bei 1.260 USD überwunden. Das ist ein positives Zeichen, aber noch keine Wende. Die hätte der Goldpreis erst bei einem Anstieg über die bei 1.300 USD verlaufende langfristige Abwärtstrendlinie geschafft.

Mit einer Rallye rechne ich anschließend aber trotzdem nicht, denn die Zinswende in den USA drückt auf Dauer auf den Goldpreis. Selbst in der EZB denkt man langsam über einen Ausstieg aus der extrem expansiven Geldpolitik nach.

Chart & Info
  • Aktueller Kurs
    1.279 US-Dollar je Unze
  • Kommentar
    Ein erster Angriff des Goldpreises auf die Marke von 1.300 USD scheint gescheitert, Gold ist wieder zurückgefallen. Allerdings könnte Gold bald einen neuen Versuch starten.
  • Meine Einschätzung
    kurzfristig auf langfristig seitw

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Die Kehrtwende der US-Notenbank in der Zinspolitik, so langsam sie auch vonstatten gehen mag, drückt auf den Goldpreis. Allerdings zeigt Gold bei aufflackernden Krisen immer wieder, wie wichtig es als sicherer Anlagehafen und als Bestandteil eines ausgewogenen Depots ist. Bei einem Anstieg über die Marke von 1.300 USD wäre nicht nur ein erneuter heftiger Preissturz vom Tisch, auch eine eine Fortsetzung der Rallye der letzten Wochen bis 1.370 USD wäre wahrscheinlich.

Dr. Detlef Rettinger
Wenig Zeit?
Wertpapier: Gold
Themen: Goldpreis, US-Notenbank, Gold-ETFs
Bildquellen:
@ konradbak - Fotolia.com
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