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Aktien vs. Anleihen

Was ist besser: Aktien oder Anleihen?

Lieber volles Risiko oder überschaubare, dafür kalkulierbare Rendite? Das hängt ganz individuell von Ihrer Risikotoleranz ab. Schließlich unterscheiden sich Anleger-Typen (siehe hierzu: Welcher Anleger-Typ sind Sie?) bezüglich Risikoneigung enorm.

Wie fast überall im Leben kann Ich auch hierüber kein mustergültiges Urteil für Sie fällen. Aktien oder Anleihen? Beides hat seine Berechtigung, aber völlig unterschiedliche Ausgangslagen und Ziele.

Was ist der Unterschied zwischen Aktien und Anleihen?

Als Aktionär werden Sie zum Mitinhaber des Unternehmens. Kaufen Sie sich also eine Aktie von Apple, dann gehört Ihnen ein Stück der Technikschmiede. Für Sie als Aktionär hat das Unternehmensergebnis direkten Einfluss auf den Wert Ihrer Aktie. Je höher der Gewinn, desto höher die Aktienbewertung - desto höher in der Regel auch die Dividende (Teil des Gewinns, den Unternehmen an Aktionäre ausschütten).

Als Inhaber einer (Unternehmens-)Anleihe freuen Sie sich zwar über ein gutes Unternehmensergebnis, aber es hat keinen direkten Einfluss auf die Wertent-wicklung der Anleihe. Mit dem Kauf einer Anleihe stellen Sie dem Unternehmen Fremdkapital zur Verfügung, so als würden Sie einem Freund Geld leihen. So werden Sie zum Gläubiger des Unternehmens. Natürlich hat man unter Freunden ungern Schulden. Deshalb erwarten Sie auch von der Firma eine fristgerechte Rückzahlung des Betrages zuzüglich eines vorher vereinbarten Zinssatzes.

Aktien vs. Anleihen: Konservative oder risikoreiche Geldanlage? Die Qual der Wahl!

Damit ist die erste Hürde für Ihre Entscheidung genommen. Obwohl wir gemeinsam für eine differenzierte Betrachtung noch weiter in die Tiefe gehen müssten. Denn es gibt verschiedene Aktienarten (Wachstumsaktien, Substanzaktien etc.) und verschiedene Anleihearten (Unternehmens- oder Staatsanleihen). Dennoch kann ich Ihnen grundsätzlich Folgendes sagen:

  1. Aktien sind die risikoreichere Anlageform. Hier hängt alles vom Unternehmensergebnis ab. Andererseits bieten Aktien die Chance auf eine exorbitante Rendite.
  2. Bei der Anleihe steht in der Regel von vornherein fest, was am Ende für Sie rauskommt. Feste Laufzeit, fester Zinssatz. Also eher risikoarm und damit eine konservative Anlageform. Allerdings sollten Sie auch hier das Risiko nicht unterschätzen: Unternehmen oder sogar Staaten können zahlungsunfähig werden (siehe Griechenland). Anleihen können im Extremfall wertlos werden – das gilt aber auch für Aktien.

Warum entscheiden sich Unternehmen für Aktien oder Anleihen?

Unternehmen wollen oder müssen aus den verschiedensten Gründen Kapital aufnehmen. Zum Beispiel, um neue Produkte zu entwickeln, zu expandieren oder neue Abteilungen aufzubauen. Etwas vereinfacht ausgedrückt, kann dies durch Aktien oder Anleihen geschehen.

Möchte sich ein Unternehmen die größtmögliche unternehmerische Freiheit bewahren, entscheidet es sich dazu, Anleihen auszugeben. Das garantiert dem „Darlehensgeber“ einen festen Zinssatz über eine bestimmte Laufzeit. Aber er hat kein Mitspracherecht, was die Unternehmenspolitik betrifft. Ganz im Gegensatz zum Aktionär, der sein Stimmrecht bei der Hauptversammlung des Unternehmens wahrnehmen kann.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Bei der Wahl der richtigen Geldanlage-Klasse ist es wie im echten Leben. Machen Sie Urlaub im 4-Sterne-All-in-Hotel oder geht’s mit dem Rucksack durch das Outback? Haben Sie zwei Kapitallebensversicherungen und eine Risikolebensversicherung oder lassen Sie es drauf ankommen? Mein Tipp: Mischen Sie Ihr Portfolio. Zum Vermögensaufbau Aktien und zur Absicherung ein paar Anleihen.

Stefan Böhm
Bildquellen:
andilevkin - Fotolia.com
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