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Aktiensparplan: Reich werden oder sich ruinieren?!

Wie sinnvoll ist ein Aktiensparplan?

Dachten auch Sie bisher, dass Aktien nur etwas für vermögende Privatanleger oder institutionelle Investoren sind, damit diese noch mehr Geld verdienen? Tatsächlich lohnt ein Aktieninvestment oftmals nur dann, wenn Sie ein gewisses Grundkapital über einen längeren Zeitraum investieren können. Was allerdings zahlreiche Anleger und vor allem Sparer nicht wissen: Es gibt mittlerweile die Möglichkeit, regelmäßig im Zuge eines sogenannten Aktiensparplans in diese Wertpapiere zu investieren.

Von der Funktionsweise her können Sie sich einen Aktiensparplan in etwa wie einen Fondssparplan vorstellen. Allerdings kaufen Sie nicht in regelmäßigen Abständen Fondsanteile, beispielsweise die eines Aktienfonds oder eines ETFs, sondern Sie investieren auf direktem Wege in einzelne Aktien. Sie kaufen also beispielsweise jeden Monat zwei Deutsche Telekom Aktien, nachdem Sie sich für diesen Aktienwert entschieden haben.

Noch gibt es nicht viele Aktiensparplan-Anbieter, aber dennoch sollten Sie einen Vergleich vornehmen, falls Sie sich für diese Form des regelmäßigen Sparens entscheiden. Dabei ist es wichtig, zum einen auf die anfallenden Order-Gebühren und zum anderen ebenso auf das Angebot an sparplanfähigen Aktien zu achten.

Welche Vor- und Nachteile haben Aktiensparpläne?

Ein großer Vorteil besteht beim Aktiensparplan darin, dass Sie schon mit kleinen Geldbeträgen zwischen 25 und 125 Euro regelmäßig Aktien zum Ansparen nutzen können. Ferner werden Sie durch den Kauf der Aktien automatisch zum Aktionär und können somit sämtliche typische Aktionärsrechte wahrnehmen, wie zum Beispiel die Teilnahme an der Hauptversammlung. Auf lange Sicht erhalten Sie zudem mit der Aktienanlage eine überdurchschnittlich hohe Rendite.

Ein Nachteil der Aktiensparpläne besteht für viele Sparer darin, dass es - beispielsweise im Gegensatz zum Banksparplan - keine garantierte Rendite gibt. Ferner ist der Aktiensparplan nicht für ein kurzfristiges Investment oder zum Ansparen auf Sicht von Monaten oder wenigen Jahren geeignet. Stattdessen sollten Sie einen Anlage- und Sparhorizont von mindestens vier Jahren, besser länger haben.

Zudem besteht ein nicht kalkulierbares Risiko darin, dass zu dem Zeitpunkt, an dem Sie den Aktiensparplan liquidieren möchten, sich die Börsen und ebenso Ihre Aktien auf einem niedrigen Kursniveau befinden. Das können Sie nur dadurch umgehen, indem Sie sich nicht auf einen Stichtag für den Verkauf verlassen und die Kurse schon beobachten, lange bevor Sie die Aktien verkaufen wollen. Doch wenn Sie die Aktien über viele Jahre für die Altersvorsorge ansparen, verringert sich diese Gefahr deutlich.

Aktiensparpläne vs. Fondssparpläne

Aktiensparplan

Zwar haben Aktiensparpläne von ihrer Konstruktion her viele Gemeinsamkeiten mit einem Fondssparplan, aber dennoch dürfen Sie diese zwei Finanzprodukte nicht verwechseln. Der Fonds- oder ETF-Sparplan ist mit einer erheblich breiteren Risikostreuung verbunden, weil der einzelne Fonds bzw. ETF bereits in zahlreiche einzelne Aktien investiert.

Mit einem Aktiensparplan ist es schwerer, Ihren Anlagebetrag auf mehrere Aktien zu streuen. Das sollten Sie aber tun, um Ihr Anlagerisiko insgesamt zu verringern. Sie können zum einen mehrere Sparpläne abschließen, die im dreimonatigen Turnus in verschiedene Aktien investieren. Manche Discount-Broker wie z.B. comdirect bieten auch die Möglichkeit, mit einem Sparplan in mehrere Aktien zu investieren und auf diese Weise das Kapital zu streuen.

Ferner sollten Sie darauf achten, dass bei Ihrem Aktiensparplan auch der Erwerb von Bruchteilen von Aktien möglich ist. Discount-Broker wie Consors, comdirect, ING Diba und Maxblue bieten das an. Nur so können Sie auch vom Cost-Average-Effekt profitieren. Nur wenn der Erwerb von Bruchteilen von Aktien möglich ist, können Sie bei kleinen Anlagebeträgen bei etwas geringeren Kursen mehr Anteile kaufen und so den Cost-Average-Effekt nutzen.,

Wer bietet Aktiensparpläne an?

Die wichtigsten Discount-Broker (Online-Broker) bieten inzwischen Aktiensparpläne an - dazu gehören:

  • Sparkassenbroker S-Broker
  • Comdirect
  • Consors
  • DAB Bank (mit Consors fusioniert)
  • Deutsche-Bank-Tochter Maxblue
  • ING Diba

Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede hinsichtlich des Aktienuniversums, aus dem Sie auswählen können, der Kosten und den sonstigen Bedingungen. Da die Discount-Broker ihr Angebot ständig verändern, bleibt Ihnen nichts anderes übrig als sich aktuell zu informieren. Aktuell sind die Consors Bank und Comdirect mit ihrem Angebot bei Aktiensparplänen am kundenfreundlichsten.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Wenn Sie wenig Erfahrung mit Aktien besitzen und Geld langfristig für die Altersvorsorge anlegen wollen, sollten Sie besser zu einem Fonds-Sparplan mit einem ETF als Basis greifen. Basisindex könnte z.B. der MSCI World Index sein. Dann ist Ihr Kapital gut gestreut. Wenn Sie aber lieber auf einen Aktiensparplan setzen wollen und neben den Einzelaktien keine Fondsanteile oder Aktien-ETFs besitzen, sollten Sie als Faustregel Ihr Kapital auf mindestens 10 Aktien aus verschiedenen Branchen und Ländern streuen.

Stefan Böhm
Bildquellen:
uinmine - Fotolia.com, fotomek - Fotolia.com
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