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Die 5 wichtigsten Ordertypen

Diese Ordertypen müssen Sie kennen!

Falls Sie schon einmal eine Order an der Börse platziert haben, haben Sie sich vermutlich keine großen Gedanken gemacht, um welche Orderart es sich dabei gehandelt hat. Die meisten Anleger kennen lediglich eine unlimitierte Order oder eine Kauf- bzw. Verkaufsorder, die mit einem Limit versehen ist. Tatsächlich gibt es noch weitaus mehr Orderarten, die jeweils eine bestimmte Funktion besitzen. Ich rate Ihnen: Setzen Sie sich damit auseinander, auch wenn es auf den ersten Blick verwirrend erscheint. Denn der richtige Einsatz der Ordertypen kann Ihren Erfolg als Anleger entscheidend verbessern und erspart Ihnen unnötige Verluste. Im Folgenden möchte ich Ihnen daher die fünf gängigsten Orderarten, mit denen Sie eine bestimmte Aktion an der Börse ausführen können, näher erläutern.

Market-Order

Die Market-Order ist die mit Abstand am häufigsten genutzte Orderart. Es handelt sich dabei um Orders, die beim Kauf den Zusatz „billigst“ und beim Verkauf den Zusatz „bestens“ haben. Jede Order, die Sie nicht mit einem Limit versehen und die zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dient, ist automatisch eine Market-Order. Die Market-Order ist allerdings nicht ohne Risiko, denn Sie erklären sich prinzipiell dazu bereit, faktisch jeden Kauf- oder Verkaufspreis des Wertpapiers zu akzeptieren, der in dem Moment festgestellt wird, an dem Ihre Order beim Broker bzw. beim Handelssystem eingeht.

Mein Tipp

Setzen Sie die Market-Order nur ein, wenn Sie ...:

  1. sofort in den Markt einsteigen wollen.
  2. genau sehen, welcher Kurs des Sie interessierenden Wertpapiers gerade gehandelt wird.
Stefan Böhm

Limit-Order

Die im Vergleich zur Market-Order sicherere Variante ist die sogenannte Limit-Order. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Kauf- oder Verkaufsorder, in der Sie allerdings ein bestimmtes Limit angeben. Im Gegensatz zur Market-Order akzeptieren Sie also nicht jeden Preis, sondern legen beispielsweise fest, dass der Verkauf einer Aktie nur dann stattfinden soll, falls diese einen Preis von beispielsweise 50 Euro nicht unterschreitet, Sie geben also das Verkaufslimit 50,00 Euro in die Ordermaske Ihres Brokers oder Ihrer Bank ein. Würde der Aktienkurs in diesem Beispiel bei 48 Euro liegen, dann würde die Limit-Order nicht ausgeführt. Erst dann, wenn der Kurs mindestens 50 Euro beträgt, findet eine Ausführung statt.

Mein Tipp

Lassen Sie die Limit-Order ruhig längere Zeit stehen. Häufig sind die Kursschwankungen groß genug, dass Ihre Order dann etwas später zur Ausführung kommt. Sie müssen bei der Abgabe der Order eine Gültigkeitsdauer eingeben, die tagsgültig, "ultimo", das heißt bis zum Monatsende, oder auf jeden anderen Zeitraum lauten kann.

Stefan Böhm

Stop-Order

Neben den Market- und den Limit-Orders gehören auch die Stop-Orders zu den häufigsten Orderarten. In der Praxis handelt es sich häufig um eine Stop-Loss-Order, aber auch die Stop-Buy-Order findet mittlerweile oft ihre Anwendung. Die Stop-Loss-Order zeichnet sich dadurch aus, dass ein Verkauf an der Börse ausgelöst wird, falls der Kurs des Wertpapiers eine bestimmte Marke erreicht. Haben Sie zum Beispiel eine Stop-Loss-Order mit einem Preis von 50 Euro erteilt, so werden in Ihrem Bestand befindliche Aktien unter der Voraussetzung verkauft, dass der Kurs 50 Euro erreicht oder unterschreitet. Mit der Stop-Loss-Order sichern Sie, wie der Name schon sagt, bestehende Positionen in einer Aktie oder einem anderen Wertpapier gegen Verluste ab.

Die Stop-Buy-Order funktioniert quasi entgegengesetzt, sodass im Beispiel ein Kauf ausgelöst würde, falls ein vorgegebener Kurs von 50 Euro erreicht ist oder überschritten wird. Diese Orderart wird zumeist von charttechnisch orientierten Anlegern eingesetzt, denn der Kaufauftrag wird erst dann ausgeführt, wenn eine wichtige Chartmarke, Fachleute sprechen von Widerstand oder Resist, überschritten wird. Auf den Bruch solcher Widerstände folgt häufig eine stärkere Kursbewegung, von der Sie dann durch den Kauf via Stop-Buy-Limit profitieren können.

Mein Tipp

Sichern Sie möglichst alle Aktienpositionen immer mit Stop-Loss-Orders ab, wenn Sie die Aktienkurse nicht ständig im Auge behalten können.

Stefan Böhm

Trailing-Stop-Order

Eine nicht ganz so bekannte Order, die allerdings dennoch mittlerweile recht häufig genutzt wird, ist die sogenannte Trailing-Stop-Order. Vereinfacht dargestellt ist dieser Ordertyp bei einem Verkauf nichts anderes als eine Stop-Loss-Order, die jedoch einem steigenden Aktienkurs nach oben folgt und sich anpasst. Sie definieren dabei einen bestimmten Abstand zwischen dem aktuellen Aktienkurs und Ihrer Stop-Loss-Marke.

Dadurch folgt das in der Trailing-Stop-Order genannte Absicherungsniveau in stets gleichem Abstand einem steigenden Kurs mit nach oben. Fällt der Aktienkurs hingegen, bleibt das Niveau auf dem einmal erreichten Niveau. Hat der Aktienkurs das vorgegebene Stop-Niveau erreicht, wandelt sich die Trailing-Stop-Order automatisch zu einer Market Order und der Verkauf der Wertpapiere findet ohne Limit und somit „bestens“ statt.

Mein Tipp

Die Trailing-Stop-Order eignet sich sehr gut zur Absicherung auflaufender Gewinne. Sie vermeiden es dadurch, zu früh aus einer sich gut entwickelten Aktie auszusteigen. Einmal erreichte Gewinne werden durch das automatische Nachziehen der Stop-Loss-Order gesichert.

Stefan Böhm

One-Cancels-Other-Order

Der fünft-häufigste Ordertyp ist die sogenannte One-Cancels-Other-Order (OCO-Order). Es handelt sich dabei um eine Kombinations-Order, da sie aus zwei einzelnen Orders besteht, die zur gleichen Zeit aufgegeben wurden, sich aber vom Sinn her ausschließen. Wird eine der zwei Orders ausgeführt, findet automatisch eine Löschung der anderen Order statt.

So können Sie z.B. bei einer Kauforder für eine Aktie gleichzeitig eine Stop-Buy-Limit und ein normales Limit aufgeben. Dann steigen Sie einerseits in die Aktie ein, wenn sie ein bestimmtes Kursniveau überschreitet und "nach oben ausbricht". Sind aber gleichzeitig dafür gerüstet, wenn die Aktie auf ein Kursniveau zurückfallen sollte, dass Sie als kaufenswert einschätzen. Wird eines der beiden Limits ausgeführt, dann wird das andere gelöscht.

Der große Vorteil besteht bei dieser One-Cancels-Other-Order darin, dass Sie auf diese Weise sowohl bei fallenden als auch bei steigenden Kursen "abgedeckt" sind und die Börse daher nicht stetig im Auge behalten müssen.

Mein Tipp

Die One-Cancels-Other-Order ist etwas für Fortgeschrittene. Sie wird besonders häufig von kurzfristig orientierten Tradern z.B. im Handel mit CFDs und im Forex-Handel eingesetzt.

Stefan Böhm
Bildquellen:
alphaspirit - Fotolia.com
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