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KGV Aktien: Richtig berechnen und interpretieren!

Kurs-Gewinn-Verhältnis: Als Kennzahl brauchbar?

Sind Sie eher ein Fan der Fundamentalanalyse oder bevorzugen Sie die Chartanalyse, um einzelne Aktien zu analysieren und für den Kauf auszuwählen? Beide Analysemethoden haben ihre Vor- und Nachteile, sodass sich die Gruppe der Aktionäre und zukünftigen Anteilsinhaber oft in zwei Lager spaltet.

Die Fundamentalanalyse basiert vor allem auf Kennzahlen, wie zum Beispiel dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Da es sich beim KGV um eine der wichtigsten Größen zur Fundamentalanalyse handelt, erläutere ich Ihnen diesen Wert gerne.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis dient vorrangig dazu, dass Sie eine Aussage darüber machen können, ob eine Aktie aktuell eher als unter- oder überbewertet anzusehen ist. Das Problem besteht beim KGV allerdings darin, dass dieses je nach Markt-Phase und vor allem je nach Branche, in welcher die Aktiengesellschaft tätig ist, stark variieren kann. Hat eine Aktie aus dem Bereich Chemie beispielsweise ein KGV von 12, kann dies für diese Branche eine faire Bewertung darstellen. Würde die gleiche Aktie hingegen dem Internetsektor zugeordnet, könnte das KGV von 12 für eine Unterbewertung sprechen.

Mein Tipp

Aus diesem Grund empfehle ich, dass Sie sich stets die durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnisse der Aktien betrachten, die in der gleichen Branche angesiedelt sind wie das Wertpapier, für welches Sie sich interessieren. Das kann zwar mühsam und zeitaufwendig sein, aber ansonsten kann Ihnen das KGV keine echte Hilfestellung bei der Anlageentscheidung für eine Aktie liefern.

Stefan Böhm

Wie wird das KGV berechnet?

Die Berechnung des KGV basiert auf zwei Schritten:

  1. Dividieren Sie den vom Unternehmen ausgewiesenen Gewinn (Erlös - Kosten) durch die Summe der Aktien, die von der Aktiengesellschaft ausgegeben wurden. Das Ergebnis dieser Berechnung ist der Gewinn pro Aktie (GpA). Angaben zum Gewinn pro Aktie (Earnings per share – EPS) erhalten Sie auf vielen Börsenportalen wie z.B. Onvista, Finanzen.net, Finanztreff oder 4-traders.
  2. Setzen Sie diesen Gewinn je Aktie nun in ein Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs. Dies geschieht, indem Sie den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie dividieren. Als Ergebnis erhalten Sie das KGV, welches im Durchschnitt betrachtet häufig zwischen 10 und 20 angesiedelt ist. Auch aktuelle Zahlen zum KGV aller wichtigen Aktien erhalten Sie auf den genannten Börsenportalen.

Allerdings ist das KGV alleine noch nicht sehr aussagekräftig. So ist es zum Beispiel möglich, dass selbst Aktien mit einem KGV im höheren zweistelligen Bereich dennoch nicht teuer sind, falls die Aktiengesellschaft ein relativ hohes Gewinnwachstum aufweisen kann. Das Gegenteil tritt in der Praxis allerdings auch auf, sodass ein einstelliges Kurs-Gewinn-Verhältnis nicht zwingend bedeuten muss, dass die Aktie günstig ist, sondern sogar ein Alarmsignal sein kann. Z.B. ein Alarmsignal dafür, dass dem Unternehmen in Zukunft ein Gewinnrückgang oder gar der Absturz in die roten Zahlen droht.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Das KGV ist als Aktienkennzahl für fundamentale Anlageentscheidungen unverzichtbar. Es erfordert aber etwas Übung und Erfahrung, um das KGV richtig einzusetzen. Wichtig ist vor allem, dass Sie sich nicht ausschließlich an der reinen Zahl (KGV) orientieren, sondern noch weitere Daten hinzuziehen. Insbesondere der Vergleich zu Unternehmen aus der gleichen Branche ist wichtig, aber auch auf das Gewinnwachstum sollten Sie einen Blick werfen. Ebenfalls wichtige Erkenntnisse ermöglicht die Vergangenheit: Ist die Aktie nach KGV im Vergleich zu früheren Jahren heute niedrig oder hoch bewertet?

Daneben sollten Sie für eine sinnvolle Fundamentalanalyse weitere Kennzahlen hinzuziehen, wie z.B. das Kurs-Umsatz-Verhältins (KUV), den Buchwert oder die Dividendenrendite.

Weitere wichtige Analysemethoden finden Sie hier:

Stefan Böhm
Bildquellen:
blende11.photo - Fotolia.com
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