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Anleihen-Rendite: Wie viel Geld können Sie verdienen?

Wie setzt sich die Anleihen-Rendite zusammen?

Anleihen, also verzinsliche Wertpapiere, gibt es wie Sand am Meer. Von der Auslandsanleihe über Optionsanleihen bis hin zu Währungsanleihen finden Sie am Markt ein sehr großes Angebot. Falls Sie Ihr Kapital schon einmal in Rentenpapiere investiert haben, haben Sie sich zuvor vermutlich über den Ertrag in Form der zugesagten Zinsen informiert. Doch haben Sie auch nach der Rendite geschaut? Diese besteht bei Rentenpapieren nämlich nicht nur aus dem Nominalzins.

Die Rendite einer Anleihe ergibt sich zwar zu einem großen Teil aus dem Nominalzins, aber auch die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs spielt eine wesentliche Rolle. Insbesondere dann, wenn Sie nicht bis zur Fälligkeit des Wertpapiers mit dem Verkauf der Anleihe warten möchten, kann die erzielbare Rendite deutlich vom Nominalzins abweichen. Zu einem Kurs von 100 Prozent wird die Anleihe nämlich nur zum Laufzeitende hin zurückgezahlt. Ansonsten gilt für alle börslich gehandelten Anleihen, dass der jeweils aktuelle Kurs deutlich unter oder auch über 100 Prozent betragen kann.

Anleihen berechnen - so funktioniert's

Wenn Sie die Rendite einer Anleihe berechnen möchten, ist es also wichtig, sowohl den verbrieften Nominalzins als auch den möglichen Einstiegskurs (Kaufkurs) sowie den Verkaufskurs bei einer Anleihe zu betrachten. Wie hoch die Rendite einer Anleihe ist, hängt unter anderem von der allgemeinen Entwicklung der Kapitalmarkt-Zinsen ab.

Info

info Beispiel

Besitzen Sie beispielsweise eine Anleihe mit einem Zinssatz von vier Prozent und sind die allgemeinen Kapitalmarktzinsen jedoch seit dem Kauf deutlich gesunken, können Sie sich freuen. In diesem Fall können Sie nämlich davon ausgehen, dass der Kurs Ihrer Anleihe gestiegen ist. Sie halten dann im Vergleich zu den Kapitalmarktzinsen ein Wertpapier in Händen, welches mit einer besseren Verzinsung ausgestattet ist.

Wenn Sie die Anleihe bis zum Ende der Laufzeit halten wollen, spielt das aber keine Rolle, denn Sie bekommen die Anleihe so oder so zu 100 Prozent zurückgezahlt und haben in der Zwischenzeit die Zinszahlungen in Höhe von vier Prozent eingestrichen. Sollten Sie aber vorzeitig über die Börse verkaufen wollen, dann erhalten Sie mehr als 100 Prozent – sozusagen als Vorschuss auf die überdurchschnittlichen Zinszahlungen, auf die Sie durch den vorzeitigen Verkauf verzichten.

Renditeberechnung Anleihen - ein Rechenbeispiel

Wie die Renditeberechnung bei Anleihen aussehen kann, erläutere ich Ihnen anhand des folgenden Beispiels:

Angenommen, Sie haben eine Bundesanleihe in Ihrem Depot, die am 30. September 2023 fällig ist und einen Nominalzinssatz von 1,80 Prozent aufweist. Der aktuelle Kurs der Anleihe beläuft sich auf 101,20 Prozent. Auf Basis der häufig genutzten Formel würde zunächst die folgende Rechenoperation durchgeführt werden.

Info

info Rechenoperation

(100 Prozent - 101,20 Prozent) / 7 (Restlaufzeit in Jahren)

Zu diesem Zwischenergebnis wird anschließend der Nominalzins von 1,80 Prozent hinzu addiert, sodass sich eine zwischenzeitliche Rendite von 1,63 Prozent ergibt. Dieses Zwischenergebnis wiederum dividieren Sie durch den aktuellen Kurs 101,20 und anschließend multiplizieren Sie mit 100. Somit ergibt sich eine Rendite von etwa 1,61 Prozent. Die ganze Formel sieht dann so aus: (1,80 Prozent + (100 Prozent - 101,20 Prozent) / 7) /101,20 Prozent * 100 Prozent).

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Da es sicherlich nicht jedermanns Sache ist, auf diese Weise die aktuelle Rendite mehrere Anleihen zu berechnen, lautet mein Tipp für Sie: Schauen Sie sich zum einen den Nominalzins und zum anderen den aktuellen Kurs der Anleihe an. So können Sie relativ schnell - zumindest überschlagsweise - kalkulieren, wie hoch die Rendite des Wertpapiers ungefähr ist. Dabei gibt es natürlich keine exakte Genauigkeit, aber zum Vergleich mehrerer Wertpapiere ist diese Vorgehensweise ausreichend.

Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung von Internet-Anbietern wie z.B. www.bondboard.de, die einen Rendite-Rechner anbieten. Auf solchen Seiten können Sie zudem mehrere Anleihen miteinander vergleichen, auch anhand der Rendite.

Stefan Böhm
Bildquellen:
lassedesignen - Fotolia.com
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