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Was bewegt die Kurse am Anleihemarkt?

So funktionieren Anleihen!

In den vergangenen Monaten fragen mich meine Leser vermehrt, warum mittlerweile nicht nur die Aktienkurse deutlich schwanken, sondern auch am Anleihemarkt teilweise erhebliche Veränderungen der Kurse festzustellen sind. Der Anlass für diese Leserfrage: Viele Anleger denken, dass gerade die Kurse von Anleihen relativ stabil sind und sich meistens um die 100 Prozent herum bewegen. Meinen Lesern und Ihnen sage ich: „Es gibt heutzutage verschiedene Einflussfaktoren, die sich auf die Kurse am Anleihemarkt auswirken. Die Volatilität, also die Schwankungsbreite, hat nämlich in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.“ Im Folgenden erkläre ich Ihnen gerne etwas ausführlicher, was die Kurse am Anleihemarkt bewegt.

Die Einflussfaktoren auf den Anleihemarkt 

Kapitalmarktzinsen 

Einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Kurse am Anleihemarkt sind die aktuellen Kapitalmarkt-Zinsen. Derzeit befinden wir uns bekanntlich in einer Niedrigzinsphase, was dazu führt, dass die Kurse an der Börse gehandelter Anleihen in der Vergangenheit teilweise deutlich angestiegen sind.

Info

info Faustregel

Sinkt das Niveau der Kapitalmarktzinsen, so führt dies in aller Regel zu steigenden Kursen bei handelbaren Anleihen. Die Bergündung ist einfach: Wenn die Kapitalmarktzinsen fallen, werden verstärkt am Markt gehandelte Anleihen nachgefragt, da diese dann einen verhältnismäßig hohen Zinssatz verbriefen.

Im umgekehrten Fall bedeutet dies, dass ein Ansteigen des Kapitalmarktzins-niveaus dazu führt, dass die Anleihekurse sinken.

Bonität des Emittenten!

Ein zweiter wichtiger Einflussfaktor auf die Kurse von Anleihen ist die Bonität des jeweiligen Emittenten. Als Emittent wird der Schuldner bezeichnet, der die Anleihe herausgibt, also das Unternehmen oder die Körperschaft. Sowohl bei Unternehmensanleihen als auch bei Staatsanleihen kann es während der Laufzeit passieren, dass sich die Bonität des Emittenten verändert. Dies geschieht beispielsweise dadurch, dass bestimmte Verpflichtungen nicht mehr problemlos erfüllt werden können, und eine Rating-Agentur die Einstufung dann verschlechtert.

Häufig können Sie beobachten, dass der Kurs solcher Anleihen teilweise erheblich sinkt. In jüngerer Vergangenheit war dies beispielsweise bei griechischen Staatsanleihen der Fall, bei denen aufgrund der Griechenland-Krise teilweise drastische Kursrückgänge erfolgten. Andererseits kann ein Emittent natürlich auch mit einer höheren Bonität eingestuft werden, was dann oftmals steigende Anleihekurse zur Folge hat.

Info

info Beachten Sie

Es ist zwar erfreulich, wenn eine Anleihe eine hohe Rendite aufweist, aber das kann auch ein Warnsignal sein. Wahrscheinlich wird die Bonität des Anleiheemittenten als gering eingeschätzt. Das bedeutet für Sie als Besitzer der Anleihe: Sie gehen ein relativ hohes Risiko ein, dass die Anleihe nicht zurückgezahlt werden kann.

Restlaufzeit einer Anleihe 

Die Restlaufzeit einer Anleihe kann deren Kurs ebenfalls beeinflussen, wenn auch für gewöhnlich in geringerem Umfang als bei Bonitätsveränderungen und durch die Entwicklung der Marktzinsen. Insbesondere dann, wenn verschiedene Anleihen des gleichen Emittenten und mit identischen Zinsen unterschiedliche Kurse aufweisen, liegt der Grund meistens in den abweichenden Restlaufzeiten.

Info

info Faustregel

Die Kurse einer Anleihe nähern sich der Auszahlung von 100 Prozent immer mehr, desto kürzer die Restlaufzeit ist. Bei den weitaus meisten Anleihen am Markt ist es nämlich so, dass der Inhaber eine Kapitalrückzahlung und somit einen Kurs von 100 Prozent bei Fälligkeit der Anleihe erhält.

Es gibt viele Faktoren, welche die Kurse am Anleihemarkt und auch die Volatilität von Rentenpapieren beeinflussen können. In erster Linie sind es die Zinsentwicklung am Kapitalmarkt, die Bonität des Emittenten und die Restlaufzeit, die sich auf den Kurs einer Anleihe auswirken. Darüber hinaus ist vor allem bei Fremdwährungsanleihen und Doppelwährungsanleihen der entsprechende Wechselkurs ein wichtiger Einflussfaktor.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Wenn Sie eine Anleihe kaufen und bis zu deren Laufzeitende halten wollen, spielt es für Sie keine Rolle, wie sich der Kurs in der Zwischenzeit entwickelt. Sie erhalten Ihren jährlichen Zinskupon gutgeschrieben und zum Laufzeitende bekommen Sie die Anleihe zu 100 Prozent zurückgezahlt. Solange der Emittent der Anleihe nicht pleitegeht, können Sie sich darauf verlassen.

Allerdings ist es trotzdem gut, die Kursentwicklung Ihrer Anleihen zu beobachten: Stark fallende Kurse können einen Verlust an Bonität des Emittenten Ihrer Anleihe anzeigen. Eventuell sollten Sie dann einen Verkauf der Anleihe prüfen.

Stefan Böhm
Bildquellen:
Tomasz Zajda - Fotolia.com
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