++ Bitcoins: Digitales Gold oder Luftblase? -> Jetzt downloaden ++
Zur Übersicht Devisen

Warum sind Wechselkurse für Sie als Anleger wichtig?

Wechselkurs-Wissen kompakt!

Sind Sie der Meinung, dass Wechselkurse nur für Urlauber interessant sind, die außerhalb Europas verreisen? Diese Auffassung ist so nicht ganz richtig. Sie fragen sich nun sicher warum?

Der Grund: Auch für Geldanlagen in fremden Währungen oder Anleger, die mit Devisen handeln, sind Wechselkurse von Bedeutung. Keine Gedanken über Wechselkurse müssen Sie sich hingegen machen, falls Sie sich für eine Geldanlage in Euro entscheiden. Aber auch das gilt nicht immer, denn manchmal können Wechselkurse Einfluss auf die Rendite Ihrer Anlage nehmen.

Welche Anlagen beeinflussen Wechselkurse?

Im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Finanzmärkte und Geldanlagen fragte mich eine interessierte Teilnehmerin neulich: „Herr Böhm, ich habe mich bei meiner Geldanlage hauptsächlich für Aktien entschieden. Da es sich dabei ausschließlich um Standardwerte aus dem Euroraum handelt, sind Wechselkurse für mich doch eigentlich nicht wichtig oder?

Darauf entgegnete ich: „Liebe Frau Hartwig, Ihre Annahme ist leider so nicht richtig. Was nämlich viele Anleger nicht wissen: Wechselkurse können sich auf die Gewinne der jeweiligen Aktiengesellschaft auswirken und somit auch auf Ihr Aktieninvestment. Darüber hinaus gibt es noch weitere Anlageformen, bei denen der Ertrag direkt durch Wechselkurse beeinflusst werden kann. Dazu zählen insbesondere Geldanlagen in fremden Währungen wie z.B. Fremdwährungskonto, Rentenpapiere in einer fremden Währung/Währungsanleihen, Aktien sowie selbstverständlich der Handel mit Devisen.“

Wechselkurse: Fremdwährungskonto und verzinsliche Währungsanleihen

Die Aussage, die ich gegenüber Frau Hartwig gemacht habe, führe ich im Folgenden näher aus: Dass Wechselkurse Geldanlagen wie Fremdwährungskonten und Währungsanleihen beeinflussen, ist einfach zu erklären. Entscheiden Sie sich zum Beispiel für ein Anlagekonto in Schweizer Franken, hat die Entwicklung des Euro-Franken-Kurses einen maßgeblichen Einfluss auf den Gegenwert Ihres vorhandenen Guthabens. Positiv wäre, wenn sich der Wechselkurs so entwickelt, dass der Schweizer Franken gegenüber dem Euro an Wert gewinnt. In diesem Fall hätten Sie Währungsgewinne erzielt, da Sie beim Tausch in Euro mehr eigene Währung für das Guthaben in Schweizer Franken zurückbekommen.

Ähnlich verhält es sich bei festverzinslichen Wertpapieren in einer fremden Währung, den sogenannten Währungsanleihen. Haben Sie einen Teil Ihres Kapitals zum Beispiel in Anleihen in US-Dollar investiert, so werden diese Rentenpapiere normalerweise bei Fälligkeit in US-Dollar zurückgezahlt. Zudem erfolgt die jährliche Gutschrift der Zinsen meistens ebenfalls in US-Dollar. Demzufolge hat der Wechselkurs einen großen Einfluss, denn er kann sowohl zu Währungsgewinnen als auch Währungsverlusten führen.

Info

info Beispiel

Sie kaufen gut verzinsten Anleihen eines US-Unternehmens im Wert von 1.000 US-Dollar. Zum Kaufzeitpunkt steht der Wechselkurs des Euro zum Dollar (EUR/USD) bei 1,10 USD. Sie bekommen also für einen Euro 1,10 US-Dollar. Sie müssen folglich zum Kauf der Anleihe 909,09 Euro aufwenden (1.000USD/1,10 USD). Die Anleihe läuft über 5 Jahre, Sie kassieren brav und erfreut Ihre jährlichen Zinszahlungen aus der Anleihe und nach fünf Jahren zahlt Ihnen das Unternehmen die Anleihe zum Wert von 1.000 US-Dollar zurück.

Allerdings hat der US-Dollar in der Zwischenzeit gegenüber dem Euro stark abgewertet und Sie bekommen für 1 Euro jetzt 1,40 USD (EUR/USD = 1,40 USD). Solche Kurs-Bewegungen sind über mehrere Jahre hinweg keine Seltenheit. Wenn Sie die 1.000 Dollar nun wieder gegen Euro tauschen, erhalten Sie nur noch 714,29 Euro. Das sind 194,81 Euro oder mehr als 27 Prozent weniger, als Sie beim Kauf der Anleihe aufwenden mussten! Diesen Währungsverlust müssen Sie gegen die Zinsgewinne aus der Anleihe gegenrechnen. Wenn Sie Pech haben, bleibt unter dem Strich sogar nur ein Minus stehen. Sie sehen also, wie wichtig es ist, die Entwicklung von Wechselkursen in Ihre Anlageentscheidungen mit einzubeziehen.

Wechselkurse: Devisenhandel und Aktienhandel

Devisenhandel, Aktienhandel

Dass Wechselkurse für den Devisenhandel wichtig sind, wissen Sie mittlerweile selbst, nicht wahr? Immerhin spekulieren Sie beim Handel mit Devisen (Fachbegriff: Forex-Trading) darauf, dass der Wert einer Fremdwährung gegenüber dem Euro steigt oder fällt. Wechselkurse sind die Grundlage des Devisenhandels und nehmen demzufolge einen entscheidenden Einfluss darauf, ob Sie Gewinne erzielen oder Geld verlieren.

Aber wissen Sie schon, dass Wechselkurse ebenfalls von Bedeutung sind, wenn Sie Kapital in deutsche Aktien oder Aktientitel aus der Eurozone investieren? Wenn Sie Börsenanfänger sind wahrscheinlich nicht. Aber das ist nicht schlimm. Dafür erkläre ich Ihnen ja in meiner Börsenschule die Details.

Also, legen wir los: Wechselkurse sind auch von Bedeutung, wenn das Geschäft der jeweiligen Aktiengesellschaft in größerem Umfang vom Export oder Import mit Handelspartnern außerhalb der Eurozone abhängig ist. Entwickeln sich die Währungskurse nämlich ungünstig, führt dies beim Unternehmen zu geringeren Gewinnen. Dies wiederum kann negative Auswirkungen auf die Höhe der ausgeschütteten Dividende sowie auf den Aktienkurs haben. Genau aus dem Grund nutzen besonders größere Unternehmen die Möglichkeit, Wechselkursrisiken über Derivate abzusichern.

Wechselkurse haben für Sie als Anleger in vielen Fällen zumindest einen kleineren Einfluss auf Ihre gewählte Kapitalanlage und deren Entwicklung. Bei manchen Anlageformen machen sie sogar einen größeren Teil der zu erzielende Rendite aus.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Gehen Sie bei Anlagen in fremden Währungen keine zu hohen Risiken ein, auch wenn Sie sich sicher fühlen, in welche Richtung ein Wechselkurs sich entwickelt. Selbst Anlageprofis liegen mit ihren Prognosen hier oft daneben.

Am besten Sie achten auch hier auf eine gute Streuung Ihrer Geldanlage: So ist es nicht sinnvoll, nur in deutsche oder andere in Euro notierte Aktien zu investieren. Wenn die Konjunktur in Europa schlecht läuft oder die Eurokrise eskaliert, fallen die Aktienkurse und ihr Aktiendepot leidet überdurchschnittlich.

Möglicherweise laufen Wirtschaft und Aktienmarkt in den USA, in Japan oder in anderen Weltregionen zur gleichen Zeit besser. Sie sollten daher auch in Aktien aus anderen Ländern, die auf andere Währungen lauten, investieren. Ich empfehle einen Anteil am gesamten Aktiendepot von 30 Prozent.

Stefan Böhm
Bildquellen:
Eisenhans - Fotolia.com, Leonardo Franko - Fotolia.com
'; exit-intend
exit-intend-close