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Optionspreis-Bewertung: Darauf müssen Sie achten!

Tipps für die Bewertung von Optionsscheinen

In Beiträgen von Fachmagazinen und in Diskussionen über Optionsscheine kommt immer wieder die Rede auf den theoretischen oder „fairen“ Wert eines Optionsscheines. Um einen solchen Wert berechnen und auch verstehen zu können, bedarf es neben den entsprechenden Optionspreismodellen handfester mathematisch-statistischer Kenntnisse und eines fundierten bankbetriebswirtschaftlichen Wissens. Da es zu weit führen würde, in der Kürze dieses Beitrags näher auf Optionspreis-Bewertungsmodelle einzugehen, soll an dieser Stelle vor allem auf die entsprechende Fachliteratur verwiesen werden.

Optionspreismodelle im Check

Optionspreismodelle wie das von Black/Scholes, das Binomialmodell oder jenes von Cox/Rubinstein verknüpfen die Einflussfaktoren auf den Optionspreis zur Ermittlung eines theoretisch gerechtfertigten Preises. Müßig ist es jedoch anzunehmen, dass dieser Preis wirklich objektiv „fair“ oder „gerecht“ wäre. Da es hinsichtlich der Einflussgrößen auf den Optionspreis keine Sicherheit gibt, kann es auch keinen „fairen“ Preis geben. Da z.B. die zukünftige Volatilität immer nur abgeschätzt werden kann, ist es somit nur im Nachhinein, niemals jedoch im Voraus möglich, einen „fairen“ Preis zu ermitteln.

Durch die Verwendung der Black/Scholes-Formel oder eine ihrer Weiterentwicklungen lässt sich nun der “Theoretische Wert” eines Optionsscheins ermitteln. Gelegentlich findet man in manchen Publikationen auch den Ausdruck “fairer Wert”. Dies legt die Vermutung nahe, dass der so ermittelte Optionsscheinkurs der einzig wahre Wert ist. Dies ist jedoch unzutreffend. Denn bei aller Mathematik, die bei der Bewertung eines Optionsscheins eine große Rolle spielt, sind es doch auch subjektive Faktoren, die den tatsächlichen Optionsscheinpreis beeinflussen. Besonders gravierend wirkt sich dies bei der Volatilität aus.

Die historische Volatilität ist nur eine grobe Schätzung für die zukünftige Schwankungsbreite. Die im Optionsscheinkurs eingepreiste – implizite – Volatilität ist aber meist eine ganz andere. Dies hängt von den Erwartungen der Marktteilnehmer ab, die auch subjektiv sind. Es ist also vollkommen falsch, einen auf Basis von historischen Volatilitäten ermittelten Wert als “fairen” Optionsscheinkurs zu bezeichnen und Abweichungen von diesem Preis als “Abzockerei” zu titulieren.

Folglich kann der Theoretische Wert auch nur ein Anhaltspunkt sein, wie sich der Optionsscheinpreis verhalten würde, wenn sich die implizite Volatilität in Richtung historischer Schwankungsbreite bewegen würde. Mit Hilfe des Theoretischen Wertes – besser mittels der impliziten Volatilität – können aber vergleichbar ausgestattete Warrants (nahezu identische Basispreise und Laufzeiten) verglichen werden. Ein Vergleich unterschiedlicher Laufzeiten und/oder Basispreise ist auch über die implizite Volatilität nicht problemlos möglich. Weder über sämtliche Laufzeiten noch über alle Basispreise hinweg ist die implizite Volatilität konstant.


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