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Was sind Inline-Optionsscheine?

Inline Optionsscheine: Gewinn oder Totalverlust?

Sind Sie in diesem Sommer auch sportlich aktiv gewesen und Inliner gefahren? Vielleicht passen dann sogenannte Inline-Optionsscheine zu Ihnen, auch wenn diese Derivate natürlich absolut gar nichts mit Inlineskater-Fahren zu tun haben. Stattdessen bieten sich diese Optionsscheine für spekulativ eingestellte Anleger an, die bei Seitwärtsbewegungen am Markt – also wenn es keine starken Kurs-Bewegungen nach oben oder unten gibt – gute Gewinne erzielen möchten.

Diese Idee ist für viele reizvoll: Es tut sich nichts an der Börse, aber Sie verdienen trotzdem Geld dabei. Und ruhige Phasen an den Märkten gibt es öfter als man denkt. Dabei können Sie Inline-Optionsscheine nicht nur auf den DAX und andere Aktienindizes erwerben, sondern auch auf Wechselkurse wie EUR/USD auf den Brent-Ölpreis und viele andere Märkte. Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der Inline-Optionsscheine: Das, was Sie am Ende erhalten, steht fest, meist sind es 10,00 Euro. Wenn Sie also z.B. einen Inline-Optionsschein für 7,50 Euro kaufen, kennen Sie bereits bei Kauf genau den Gewinn, den Sie bei Erfolg Ihrer Strategie erzielen können, nämlich 33 Prozent.

Wie funktionieren Inline-Optionsscheine?

Inline-Optionsscheine sind mit zwei so genannten Knock-Out-Schwellen ausgestattet, die in Kombination einen Korridor ergeben. In diesem Sinne sind die Inline-Optionsscheine weniger mit den klassischen Optionsscheinen als mit den Knock-Out-Zertifikaten (Hebelzertifikaten) verwandt.

Nun kommt es darauf an, dass sich der im Optionsschein genannte Basiswert, also z.B. der DAX, mit seinem Kurs während der gesamten Laufzeit des Inline-Optionsscheins innerhalb dieses Korridors bewegt. Der Kurs des Basiswertes darf also weder die obere Knock-Out-Schwelle berühren oder gar überschreiten noch die untere Schwelle berühren oder unterschreiten. Geschieht dies nicht, erhalten Sie einen in den vorab vom Emittenten des Optionsscheins festgelegten Bedingungen genannten Rückzahlungsbetrag bei Fälligkeit des Optionsscheins von beispielsweise zehn Euro.

Aufgrund dieser Tatsache sind Inline-Optionsscheine bestens für Seitwärtsmärkte geeignet, das sind Phasen an den Börsen, in denen sich die Kurse weder deutlich nach oben noch deutlich nach unten bewegen. Würde sich der Kurs des Basiswertes nämlich bis zur Fälligkeit des Optionsscheins im Idealfall gar nicht bewegen, hätten Sie die Bedingungen für die Auszahlung des Rückzahlungsbetrages erfüllt.

Info

info Beachten Sie:

Selbstverständlich gehören Inline-Optionsscheine zu den spekulativen Finanzinstrumenten, die mit einem hohen Risiko belastet sind. Bei Inline-Optionsscheinen gibt es ein Totalverlustrisiko. Sollte die zuvor angesprochene Range (Korridor) nur einmal während der Laufzeit verletzt werden, wird der Optionsschein umgehend wertlos.

Inline-Optionsscheine - ein Praxisbeispiel

Wie Inline-Optionsscheine im Detail funktionieren, verdeutliche ich Ihnen anhand des folgenden Beispiels:

  • Inline-Optionsschein auf den DAX (Basiswert)
  • obere Range: 11.000 Punkte
  • untere Range: 9.500 Punkte
  • aktueller DAX-Stand: 10.300 Punkte
  • Fälligkeit: in drei Monaten
  • aktueller Preis Optionsschein: 7,80 Euro
  • Rückzahlung, falls Schwelle nicht berührt oder unterschritten wird: 10 Euro je Optionsschein

So oder ähnlich könnten die Bedingungen eines Inline-Optionsscheins aussehen. Sollte sich der DAX nun bis zum 31.12.2016 stets in der genannten Range bewegen, also nicht bis 11.000 Punkte oder darüber steigen bzw. auf 9.500 Punkte oder darunter fallen, würden Sie am Ende der Laufzeit den Rückzahlungsbetrag von 10 Euro erhalten. Ihr Gewinn würde in dem Fall 2,20 Euro (10,00 EUR - 7,80 EUR) betragen, das entspricht 28,2 Prozent (2,20 EUR / 7,80 EUR). Notiert der Deutsche Aktienindex hingegen nur einmal beispielsweise bei 11.010 oder 9.450 Punkten, wäre ihr Optionsschein wertlos.

Wer bietet Inline-Optionsscheine an?

Inline-Optionsscheine werden bei Weitem nicht von allen Banken und Brokern herausgegeben, sondern es gibt einige Emittenten, die sich unter anderem auf diese Derivate spezialisiert haben. Aktuell gehören dazu vor allem Deutsche Bank, Société Générale, Commerzbank und HypoVereinsbank. Gehandelt werden die Inline-Optionsscheine wie andere Derivate auch an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart. Dort oder direkt bei den Emittenten können Sie diese Produkte über sehr viele Banken und Broker, denen Sie den entsprechenden Handelsauftrag erteilen, kaufen.

Achten Sie bei Inline-Optionsscheinen auf die Barrieren und Laufzeit!

Falls Sie mit Inline-Optionsscheinen spekulieren möchten, lautet mein Tipp, erst einmal eine gezielte und fundierte Auswahl zu treffen. Beachten Sie vor allem, dass mehrere Faktoren Einfluss auf den jeweils aktuellen Preis des Optionsscheins haben. Nennen möchte ich vor allem die Entfernung des aktuellen Kurs des Basiswertes von der im Optionsschein genannten Range, also von der oberen und unteren Knock-Out-Schwelle. Umso geringer diese Entfernung ist, desto wahrscheinlicher ist natürlich ein Knock-Out, aber desto preiswerter ist auch der Optionsschein. Ebenfalls wichtig ist die Laufzeit: Je länger die Restlaufzeit des Inline-Optionsscheins, um so größer ist das Verlustrisiko.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Gerade für Einsteiger bei Inline-Optionsscheinen empfiehlt es sich, kein allzu großes Verlustrisiko einzugehen. Sie sollten dafür zwei Dinge beachten:

  1. Entscheiden Sie sich für einen Schein mit keiner allzu langen Laufzeit, am besten nicht mehr als drei Monaten.
  2. Wählen Sie einen Inline Optionsschein, bei dem der aktuelle Kurs des Basiswertes möglichst weit von den Knock-Out-Schwellen (Barrieren) entfernt ist.

Wenn Sie beide Ratschläge beherzigen, werden Sie auf Inline-Optionsscheine stoßen, die bereits einen relativ hohen Wert besitzen, z.B. 8 bis 9 Euro. Wenn Ihre Spekulation aufgeht, dann erzielen Sie trotzdem noch maximal einen Gewinn von 25 Prozent (2 EUR / 8 EUR) bzw. 11 Prozent (1 EUR / 9 EUR). Das ist ja auch nicht schlecht.

Der Preis des Optionsscheins ist daher ein guter Richtwert für das Risiko, das Sie bei einem Kauf eingehen. Je niedriger der Preis des Inline Optionsscheins, desto größer die Gewinnchance, desto höher aber auch das Risiko. Lassen Sie sich daher nicht von einem hohen maximal möglichen Gewinn blenden. Ein Inline-Optionsschein, der 2,00 Euro kostet, ermöglicht zwar maximal einen Gewinn von 400 Prozent (8,00 EUR / 2,00 EUR), aber das Risiko den Einsatz von 2,00 Euro komplett zu verlieren, ist ebenfalls sehr hoch.

Zuletzt noch zwei Ratschläge:

  1. Sie sollten auch bei Inline-Optionsscheinen wie bei allen riskanten Börsengeschäften eine Stopp-Loss-Marke setzen.
  2. Sie sollten nicht davor zurückschrecken, einen Schein auch vor dem Ende der Laufzeit zu verkaufen, wenn er in den Gewinn gelaufen ist.
Stefan Böhm
Bildquellen:
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