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Garantie Zertifikat einfach erklärt!

Das müssen Sie über Garantie Zertifikate wissen!

Garantien sind immer gut. Gerade wir Deutsche lieben Garantien. Aus diesem Grund besitzen auch Garantie Zertifikate ein positives Image. Denn wie der Name schon sagt, erhalten Sie eine Garantie. Und zwar eine Garantie dafür, dass Sie mindestens den Nennwert des Zertifikats, also Ihr eingesetztes Kapital, wieder zurückerhalten.

Garantie Zertifikat = Kapitalschutz Zertifikat!

Allerdings gibt es in diesem Punkt auch Ausnahmen, viele der emittierenden Banken sprechen daher lieber von Kapitalschutz-Zertifikaten. Denn das verdeutlicht besser, dass auch nur ein Teil des von Ihnen eingesetzten Kapitals gesichert sein kann, z.B. 90 Prozent. Doch dazu später mehr.

Sie sehen schon: Garantie Zertifikate klingen vom Prinzip her einfach, sie sind es aber leider in der Praxis nicht, denn es gibt viele verschiedene Arten von Garantie Zertifikaten und wenn Sie sich für diese Anlageinstrumente interessieren, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich mit den Details zu beschäftigen.

Garantie Zertifikate: Kosten nicht vergessen!

Grundlage für das Garantie Zertifikat ist der Basiswert, zumeist ein Index wie der DAX oder eine Aktie. Der Clou bei einem Garantie Zertifikat: Fällt der Kurs des Basiswertes, dann erhalten Sie trotzdem Ihre Einlage komplett oder wenigstens zum größten Teil zurück, Sie sind also gegen Verluste geschützt. Lediglich der vom Emittenten des Zertifikats erhobene Ausgabeaufschlag, bzw. bei einem Kauf über die Börse die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis (die Geld-Brief-Spanne) sowie andere Kaufgebühren sind futsch. Im Falle eines Kursanstiegs bekommen Sie einen vorher festgelegten Anteil am Gewinn, die sogenannte Partizipationsrate.

Die Höhe der Partizipationsrate variiert von Produkt zu Produkt. Oft beträgt sie 90 Prozent, wobei der Emittent als Träger des Risikos für Kursabfälle, die restlichen 10 Prozent des Gewinns erhält. Denn Sie wissen ja: Gerade in der Finanzwelt ist nichts umsonst und die Bank, die das Garantie Zertifikat herausgegeben hat, lässt sich diese Garantie natürlich bezahlen. Der Schutz gegen Kursverluste geht folglich auf Kosten Ihrer Gewinnchancen.

Garantie Zertifikat - ein Praxisbeispiel

Nehmen wir an:

  • Sie investieren 2.000 Euro in ein Garantie Zertifikat auf den DAX.
  • Bei welchem Sie zu 90 Prozent vom Kursgewinn profitieren.
  • Bei Kauf entstehen Ihnen Kosten in Höhe von 30 Euro (1,5 Prozent).

Möglichkeit 1: Fällt der DAX als der dem Garantie Zertifikat zugrunde liegende Basiswert, erhalten Sie die vollen 2.000 Euro zurück und haben nur die gezahlten Gebühren von 30 Euro verloren.

Möglichkeit 2: Steigt jedoch der Kurs Ihres Basiswertes um 10 Prozent, hätten Sie mit einer direkten Investition 2.00 Euro eingenommen. Bei einer Partizipationsrate von 90 Prozent, macht das für Sie 1.80 Euro abzüglich der Kosten von 30 Euro. Mithin also 150 Euro Gewinn.

Das ist aber nur ein Beispiel für die mögliche Ausstattung eines Garantie Zertifikats. Möglich ist auch, dass ...:

  • Ihr Kapitalschutz nur 90 Prozent beträgt.
  • Sie aber zu 100 Prozent an den Gewinnen beteiligt sind.

Folge: Im Vergleich zu der eingangs genannten Ausgestaltung des Zertifikats sind Ihre Gewinnchancen in dem Fall etwas höher, dafür steigt aber auch Ihr Risiko.

Info

info Wussten Sie schon?

Ebenfalls üblich ist es, Garantie Zertifikate mit einem sogenannten Cap, also einer Deckelung des Gewinn zu versehen. Wenn also in unserem Beispiel der DAX steigt, nehmen Sie daran nur bis zu einer bestimmten Höhe teil, dann steigt Ihr Garantie Zertifikat nicht mehr weiter mit. Dafür beträgt Ihre Partizipationsrate in diesem Fall in der Regel 100 Prozent.

Garantie Zertifikate: Vorteile vs. Nachteile

Vorteile

Garantie Zertifikate Vorteile Nachteile

Mit einem Garantie Zertifikat sind Sie gegen Verluste abgesichert. Der Schutz beträgt aber nicht immer 100 Prozent, es gibt auch Teil-Kapitalschutz Zertifikate, bei denen das von Ihnen eingesetzte Kapital z.B. nur zu 90 Prozent gegen Verluste geschützt ist. Dafür beträgt dann aber die Partizipationsrate in der Regel 100 Prozent.

Das heißt: Sie profitieren voll von einem Kursanstieg des Basiswerts, z.B. des DAX, Ihr Verlust ist aber auf 10 Prozent des eingesetzten Kapitals begrenzt. Dazu kommen natürlich immer die Kosten und Gebühren bei Kauf und Verkauf, die Sie ebenfalls verlieren.

Garantie Zertifikate haben für Börseneinsteiger ihren Reiz: Trotz einem Schutz gegen Verluste haben Sie die Chance, den Wertpapier-Markt kennenzulernen und die Chance, an Gewinnen am Aktienmarkt teilzuhaben.

Nachteile

1. Bei steigenden Kursen erhalten Sie nur einen Teil (wenn auch in der Regel einen großen Teil) der Gewinne. Auch beträgt Ihr Kapitalschutz je nach Ausstattung nicht immer 100 Prozent oder Ihr Gewinn ist nach oben durch einen Cap gedeckelt.

2. Zudem werden bei Garantie Zertifikaten keine Dividenden ausgezahlt. Diese behält der Emittent ein und verwendet sie, um z.B. den Kapitalschutz zu finanzieren. Was aber noch schwerer wiegt unter den Nachteilen sind die relativ hohen Kosten bei Garantie Zertifikaten. Gerade die Vielzahl an Ausgestaltungsmöglichkeiten, mit kompletten oder nur mit Teil-Kapitalschutz, mit 100 Prozent Partizipation an den Gewinnen oder mit weniger, mit Cap oder ohne, macht diese Produktklasse undurchsichtig und erschwert den Vergleich der Garantie Zertifikate untereinander.

3. Und wie bei allen Zertifikaten tragen Sie zu guter Letzt auch das Emittentenrisiko. Das heißt, im Falle der Insolvenz der emittierenden Bank ist auch Ihre Einlage verloren. Bei Garantie Zertifikaten fällt dieser Punkt durchaus ins Gewicht, denn viele Anleger sehen diese Zertifikate gerade wegen ihres Kapitalschutzes als langfristige Investments.

Der Kapitalschutz gilt nur für das Laufzeitende des Garantie Zertifikats, dann bekommen Sie das eingesetzte Kapital bei vollem Kapitalschutz zu 100 Prozent zurückgezahlt. Während der Laufzeit kann der Wert des Zertifikats durchaus unter die 100 Prozent bzw. unter den von Ihnen gezahlten Kaufpreis fallen. Wenn Sie das Garantie Zertifikat vor dem Laufzeitende wieder verkaufen wollen, z.B. über die Börse oder direkt zurück an den Emittenten, dann sind Verluste möglich.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Aufgrund der hohen Absicherung können sich Garantie Zertifikate besonders für sicherheitsbewusste Anleger und Börsen-Anfänger eignen. Zumindest dann, wenn das Zertifikat über die gesamte Laufzeit gehalten wird. Denn der Kapitalschutz gilt nur für das Laufzeitende!

Aber die Nachteile der Garantie Zertifikate wiegen schwer, denn sie gelten als zu teuer, die Gebühren sind hoch. Alternative Strategien, um Ihr an der Börse eingesetztes Kapital abzusichern, sind daher aus meiner Sicht vorzuziehen. So sollten Sie z.B.:

Das ist im Vergleich zum Kauf von Garantie Zertifikaten sehr viel kostengünstiger, Ihre Gewinnchancen sind höher und Sie sind trotzdem zumindest gegen zu hohe Verluste geschützt.

Stefan Böhm
Bildquellen:
pico - Fotolia.com, fotomek - Fotolia.com
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