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Indexzertifikat: Gestreutes Risiko, höhere Rendite?

Wie funktioniert ein Indexzertifikat?

Genauso wie ein börsennotierter Indexfonds (ETF), überzeugt ein Indexzertifikat mit geringen Kosten, hoher Transparenz und Flexibilität. Mit einem Indexzertifikat setzen Sie auf einen Aktienindex und nehmen dadurch direkt an der Entwicklung eines gesamten Marktes und nicht nur eines einzelnen Segments oder gar einem einzel-nen Unternehmen teil. Sie profitieren von steigenden Kursen, leiden aber auch unter den Kursrückgängen der Aktien, die im Indexzertifikat enthalten sind. Durch die breite Diversifikation des Index reduziert sich Ihr Anlagerisiko gegenüber einem Investment in einzelne Aktien. Damit wird eine wichtige Forderung aller Finanz-marktexperten erfüllt: Risikostreuung!

Allerdings dürfen Sie das so genannte Emittentenrisiko nicht unterschätzen. Geht die ausgebende Stelle (meist eine Bank) pleite, verlieren Sie Ihr Geld vollständig. Denn mit einem Indexzertifikat investieren Sie nicht direkt in die im Index enthalt-enen Aktien, sondern das Zertifikat ist eine Schuldverschreibung der emittierenden Bank. Die Höhe der Rückzahlung dieser Schuldverschreibung ist an die Kursent-wicklung des zugrundeliegenden Index gebunden.

Eine Beispielrechnung zum Indexzertifikat DAX

Schauen wir uns gemeinsam die Berechnung eines Indexzertifikats anhand eines fiktiven Beispiels an: Eine Bank legt ein Indexzertifikat auf den DAX auf und Sie investieren als Kunde darin 10.000 Euro. In einem Jahr wollen Sie das Zertifikat wieder verkaufen. Der DAX ist von 12.154 Punkten bei der Ausgabe auf 13.637 Punkte zum Zeitpunkt des Verkaufs gestiegen, also um 12,2 Prozent. Dann erhalten Sie 12,2 Prozent Gewinn, also 1.220 Euro. Fällt der Index in der gleichen Zeit, erleiden Sie als Anleger einen entsprechend hohen Verlust.

Info

info Beachten Sie:

Wenn Sie also ein DAX-Zertifikat besitzen, machen Sie den gleichen Gewinn wie der Index. Viele Fonds sind auch nicht besser, viele haben sich sogar schlechter entwickelt als der Vergleichsindex. Gleichzeitig kosten sie aber hohe Verwaltungsgebühren und sind außerdem nicht immer so leicht zu verkaufen wie ein börsengehandeltes Indexzertifikat.

Welche Vorteile hat ein Indexzertifikat?

  • Risikostreuung
  • sehr einfache Konstruktion
  • Entwicklung des Basiswertes (Index) wird 1:1 nachvollzogen
  • keine Gewinnbegrenzung
  • in der Regel keine Laufzeitbegrenzung (open-end), daher kein „Zeitdruck“
  • geringe Kosten (neben den Handelskosten meist keine weiteren Gebühren)

Welche Nachteile hat ein Indexzertifikat?

  • Emittentenrisiko
  • Anleger partizipiert auch an Verlusten 1:1

Für welchen Anleger-Typ sind Indexzertifikate interessant?

Indexzertifikate sind grundsätzlich geeignet, um eine Vielzahl von Einzelwerten mit einem Produkt zu kaufen, zum Beispiel alle im DAX oder im Dow Jones Industrial enthaltenen Aktien. Sie machen also im Grunde die gleiche Performance wie der abgebildete Index im Verhältnis 1:1. Die Laufzeit der Indexzertifikate ist in der Regel unbegrenzt.

Ähnlich wie Investmentfonds sind Indexzertifikate besonders für Investoren interessant, die von positiven Entwicklungen an den Kapitalmärkten profitieren, sich aber nicht täglich mit der Kursentwicklung mehrerer Einzelaktien befassen wollen. Idee eines Indexzertifikats ist es, längerfristig am Aufschwung einer ganzen Volkswirtschaft teilzuhaben. Für risikofreudige Anleger ist ein Indexzertifikat weniger geeignet. Sie streben überdurchschnittliche Gewinne an und sind bereit, auch einmal herbe Verluste hinzunehmen.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Achten Sie auf die Bonität des Emittenten. Da es sich bei Zertifikaten genauso wie bei Anleihen um Schuldverschreibungen handelt, ist die Bonität ein wichtiges Kriterium für die Anlageentscheidung. Im Falle einer Pleite des Emittenten, werden die Papiere wertlos. Eine Bankenpleite ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, Lehman Brothers lässt grüßen.

Setzen Sie für die langfristige Altersvorsorge am besten nicht oder nur zum kleinen Teil auf Indexzertifikate und streuen Sie auf mehrere Emittenten. In einer großen Finanzkrise könnten Banken pleitegehen. Anlagen in Anlagefonds und Indexfonds (ETFs) sind dagegen Sondervermögen und bei einer Insolvenz geschützt.

Stefan Böhm
Bildquellen:
Miriam Dörr - Fotolia.com
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