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Open End Zertifikat: Ein Spiel mit dem Feuer?

Was ist ein Open End Zertifikat?

Open End Zertifikate sind Zertifikate, bei denen es keine Laufzeitbegrenzung gibt. Als Anleger können Sie so lange in Ihrem Zertifikat investiert bleiben, wie Sie wollen und den Ausstiegszeitpunkt frei bestimmen. Open End Zertifikate bezeichnen daher keine eigene Anlageklasse, sondern sind lediglich im Unterschied zu Zertifikaten mit einer begrenzten Laufzeit zu sehen. Indexzertifikate sind in der Regel als Open End Zertifikate konzipiert und auf einen Aktienindex, Rohstoffe oder auf bestimmte Branchen und Sektoren aufgelegt. Dabei bildet ein Open End Zertifikat auf einen Index diesen meist in einem wesentlich kleineren Verhältnis (1:10, 1:100 oder auch 1:1000) ab und ermöglicht es somit jedem Anleger, direkt auf die Wertentwicklung eines solchen Index zu setzen. Und zwar ohne dass Sie Geld für den Kauf des direkten Index ausgeben müssen.

Aber auch Hebelzertifikate sind zum Teil als Open End Zertifikate konzipiert, haben also keine Laufzeitbegrenzung. Die Emittenten verwenden dafür viele verschiedene Bezeichnungen, z.B. MINI-Future, Unlimited etc. Alle Zertifikate können börsentäglich wie normale Aktien über ein Depot an den Derivatebörsen Stuttgart und Frankfurt oder alternativ direkt bei den jeweiligen Emittenten gehandelt werden.

Achten Sie auf den Währungseffekt beim Open End Zertifikat!

Viele Aktienindizes oder auch Rohstoffe notieren in einer anderen Währung, z.B. in US-Dollar. Wenn also beispielsweise Ihr Basiswert, sagen wir der US-amerikanische Dow Jones Industrial Index, um 3 Prozent steigt, gleichzeitig aber der Dollar gegenüber dem Euro um 5 Prozent einbricht, dann verlieren Sie Geld.Denn dann frisst der Währungseffekt den entstandenen Kursgewinn auf, so dass der Kurs des in Euro notierenden Zertifikats fallen wird. Obwohl der Basiswert gestiegen ist – aber eben in Dollar, nicht in Euro.

Was ist ein währungsgesichertes Open End Zertifikat?

Die Lösung: Ein währungsgesichertes Open End Zertifikat, das so genannte Quanto Zertifikat. Der Währungseffekt wird dabei komplett ignoriert. Wenn der Basiswert um 6 Prozent steigt, dann steigt auch der Kurs des Zertifikats um rund 6 Prozent. Die Schwankungen des Dollarkurses oder anderer Währungen spielen dabei keine Rolle. Dies ist möglich, da der Emittent sich bei währungsgesicherten Geschäften zusätzlich gegen das Währungsrisiko absichert. Aber da bekanntlich alles seinen Preis hat, lassen sich auch die Emittenten das Absichern ordentlich entlohnen. Jahresgebühren zwischen 1 und 5 Prozent sind üblich.

Open End Zertifikat: Vorteile vs. Nachteile

Der größte Vorteil eines Open End Zertifikats ist natürlich die Laufzeit. Sie können so lange investiert bleiben, wie Sie möchten und den Ausstiegszeitraum selbst bestimmen. Dabei spielt es keine Rolle, um welchen Basiswert es sich handelt. Genau wie Aktien können Sie Open End Zertifikate börsentäglich über ein Wertpapier-Depot an der Börse oder alternativ über den jeweiligen Emittenten handeln. Damit können Sie Open End Zertifikate wunderbar als langfristige Anlage wählen. Sie verkaufen einfach dann, wenn der entsprechende Basiswert die für Sie beste Performance hinlegt.

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Denn der Emittent des Open End Zertifikats behält sich vor, gegebenenfalls das Engagement seinerseits zu kündigen. Zum Beispiel dann, wenn er das Zertifikategeschäft komplett einstellen möchte. Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Sie als Anleger erhalten lange im Voraus eine Vorankündigung und bekommen den dann gültigen Wert ausgezahlt. Allerdings machen die Emittenten selten davon Gebrauch. Es geht auch um ihren Ruf in der Branche.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Open End Zertifikate stellen eine gute Alternative zu Fonds dar. Denn bei einem solchen Zertifikat gibt es erstens keine Ausgabeaufschläge und Managementgebühren wie bei einem aktiv gemanagten Fonds und zweitens kann es nicht passieren, dass das Zertifikat sich schlechter als der Index entwickelt. Das kann bei Fonds durchaus vorkommen. Open End Zertifikate stehen daher eher in Konkurrenz zu den so genannten Indexfonds oder ETFs. Wann Sie Open End Zertifikaten und wann ETFs den Vorzug geben sollten, erkläre ich Ihnen in einem extra Artikel in meiner Börsenschule in der Kategorie "Zertifikate".

Stefan Böhm
Bildquellen:
rasica - Fotolia.com
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