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Quanto-Zertifikat: Schutz gegen Währungsverluste!

Was ist ein Quanto-Zertifikat?

Wenn Ihr USA-Urlaub bevorsteht, der Euro erstarkt und der Dollar schwächelt, dann haben Sie Grund zum Jubilieren. Warum? Ganz einfach: Je mehr Dollar Sie für Ihre Euro bekommen, desto günstiger wird Ihr Urlaub. Oder anders formuliert: Desto mehr können Sie sich mit Ihrem Budget leisten - ein Hotel in einer höheren Kategorie etwa oder ein Abendessen im Gourmet-Tempel anstatt in der nächstbesten Burger-Bude.

Sollten Sie statt einem USA-Urlaub eine Investition in US-Wertpapiere planen, dann schmerzt es Sie, wenn mit dem Dollar die geplante Anlage teurer wird. Genauso wie es Sie schmerzt, wenn Sie solche Papiere schon halten und Schwankungen des Währungskurses Ihre Rendite auffressen.

Quanto-Zertifikate sind eine Medizin gegen den Schmerz, den Ihnen Währungs-schwankungen bereiten können. „Quanto“ (Quantity adjusted option) bedeutet, dass in die Papiere ein Schutz vor Währungsschwankungen eingebaut ist, indem der in einer Fremdwährung notierte Basiswert 1:1 in Euro abgebildet wird. Allerdings lindert die Quanto-Medizin nicht nur den Schmerz, wenn die fremde Währung fällt. Sie dämpft auch die Freude, wenn sie steigt. Aber die Medizin gibt's nicht gratis.

Wie funktioniert ein Quanto-Zertifikat?

Bei Investitionen in ausländische Papiere, z.B. in einen US-Aktienindex wie den Dow Jones Industrial oder in zumeist in US-Dollar gehandelte Rohstoffe wie Gold oder Rohöl, müssen Sie stets entscheiden, ob Sie die Entwicklung der Währung als Teil Ihrer Anlage sehen (also auf Währungsgewinne hoffen), oder ob Sie die Anlage von Währungsschwankungen entkoppeln wollen.

Die erfindungsreiche Zertifikate-Branche macht das Entkoppeln meistens möglich, vor allem bei US-amerikanischen und japanischen Basiswerten. Quanto-Indexzertifikate bekommen Sie für die verschiedensten Aktienindizes, nicht nur den erwähnten Dow Jones Industrial. Ebenso können Sie mit Quanto-Zertifikaten z.B. die Preisentwicklung von Rohstoffen oder Edelmetallen abbilden.

Die Absicherung gegen Währungsverluste lassen sich die Emittenten allerdings bezahlen. Bei Quanto-Zertifikaten fallen höhere Gebühren an als bei normalen Zertifikaten. Verwaltungsgebühren zwischen einem und vier Prozent pro Jahr sind üblich, abhängig unter anderem von den Zinssätzen im Ausland und der Anfälligkeit des Basiswerts für Ausschläge in die eine oder andere Richtung (Volatilität).

Welche Chancen und Risiken haben Quanto-Zertifikate?

Die Chancen sind offensichtlich: Mag der Dollar oder der Yen auch ins Bodenlose stürzen, so lange sich Ihre US-amerikanischen oder japanischen Basiswerte ordentlich entwickeln, stehen Sie auf der Habenseite. Per Quanto-Zertifikat sind Sie zumindest gegen Währungsverluste versichert. Steigt aber die fremde Währung und der Basiswert noch dazu, haben Sie eine Chance verpasst. Mit einem ungesicherten Zertifikat wären Sie besser gefahren.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Währungsschwankungen bieten Ihnen als versierter Anleger die Möglichkeit, Ihre Rendite auf ausländische Anlagen in die Höhe zu treiben: Steigender Basiswert + steigende Währung = Feiertag für Sie als Anleger! Eine einfache Rechnung, die aber nur dann regelmäßig aufgeht, wenn Sie sich auskennen. Wenn Sie also einen steigenden US-Basiswert erwarten und mit einiger Sicherheit prognostizieren können, dass der Dollar gegenüber dem Euro erstarken wird, dann fahren Sie ohne Versicherung besser. Lagen Sie falsch, dann mindern die Währungsverluste zumindest Ihren Gewinn.

Eine grobe Fehlentscheidung kann eine Versicherung gegen Währungsschwank-ungen nie sein. Oft entpuppt sie sich als Rettung. Aber schauen Sie genau hin bei den nicht zu vernachlässigenden Verwaltungsgebühren, denn die zahlen Sie in jedem Fall. Ich selbst wähle meist ein Zertifikat ohne Quanto-Schutz, allerdings beobachte ich den Devisenmarkt sehr genau und bin jederzeit bereit, mich von einem Fremdwährungszertifikat zu trennen, wenn das Risiko für eine Abwertung der Auslandswährung steigt.

Stefan Böhm
Bildquellen:
deviddo - Fotolia.com
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