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Wie funktionieren Zertifikatefonds?

Was sind Zertifikatefonds?

Bei Zertifikatefonds wird das Fondsvermögen in Zertifikate angelegt, die entweder Einzelaktien oder Indizes als Basiswert besitzen. Ein Zertifikatefonds hat den Charakter eines Dachfonds. Er investiert allerdings nicht in andere Fonds, sondern in Zertifikate. Sie sparen sich so den Aufwand, unter Tausenden von verfügbaren Zertifikaten auszuwählen und greifen stattdessen auf den Markt-Überblick und die Erfahrung professioneller Fondsmanager zurück.

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info Wussten Sie schon?

Zertifikate gehören zu den Derivaten und stellen ein sehr flexibles Instrument zur Kapitalanlage dar, da sich mit diesen Werten auch bei sinkenden oder bei seitwärts laufenden Kursen Gewinne erwirtschaften lassen.

Zertifikatefonds: Chancen und Risiken im Überblick

Zertifikatefonds Chancen Risiken

Wie bei anderen Fonds auch gilt das Fondsvermögen von Zertifikatefonds als Sondervermögen. Als solches ist es bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft vor Gläubigern und damit vor einem Totalverlust geschützt. Bei einem direkten Investment in Zertifikate besitzen Sie diesen Schutz nicht, denn hier besteht das so genannte Emittentenrisiko: Wenn der Emittent der Zertifikate (die herausgebende Bank) pleitegehen sollte, verlieren Sie unter Umständen alles, wie es während der Finanzkrise 2008 bei den Zertifikaten der Lehmann Brothers Bank geschehen ist. Denn Zertifikate sind nichts anderes als Schuldverschreibungen der emittierenden Bank.

Ihr Vorteil besteht jedoch vor allem in der Risikostreuung, denn mit dem Kauf eines Anteils an einem Zertifikatefonds investieren Sie indirekt in viele Zertifikate unterschiedlicher Emittenten. Es ist höchst unwahrscheinlich – und wäre eine riesige Finanzkrise – wenn alle Emittenten pleitegehen würden. Sollte aber ein Emittent pleitegehen, dann würden Sie das als Käufer des Zertifikatefonds durchaus spüren, denn Ihre Anteile würden an Wert verlieren.

Ebenfalls positiv zu bewerten ist die mögliche unbegrenzte Laufzeit bei den Zertifikatefonds, die Sie bei Einzelzertifikaten nicht besitzen. Dies spart Transaktionsgebühren, die ansonsten regelmäßig beim Auslaufen der Zertifikate und einer Neuanlage anfallen würden.

Der größte Nachteil sind sicherlich die Kosten. Die ausgebenden Fondsgesellschaften lassen sich die Sicherheit sowie das häufige Umschichten der Zertifikate im Fonds in Form von Gebühren einiges kosten.

Die häufigsten Zertifikatefonds-Typen

Zertifikatefonds lassen sich grob in drei verschiedene Zertifikatetypen unterscheiden, in die je nach Ausrichtung des Fonds investiert wird. Allen drei Zertifikatetypen ist gemeinsam, dass sie auch bei seitwärts laufenden oder leicht fallenden Märkten eine positive Rendite erwirtschaften.

Bonuszertifikate

Anlagepapiere, die eine konstante Rendite bieten, wenn der Kurs des Basiswerts, oftmals ist dies eine Aktie, eine untere Barriere nicht unterschreitet. Lesen Sie dazu meinen Artikel "Bonus Zertifikat einfach erklärt!".

Discountzertifikate

Discount-Zertifikate werden zu einem Preis unterhalb des aktuellen Aktienkurses erworben. Ein Umtausch in Aktien ist nach einer festgelegten Zeitspanne möglich. Zu beachten ist aber der so genannte „Cap“, der den Gewinn nach oben begrenzt, konkret also die Grenze beim Aktienkurs, bis zu der ein Zertifikat im Wert parallel mit ansteigt.

Expresszertifikate

Bei einem Expresszertifikat wird an verschiedenen Stichtagen während der mehrjährigen Laufzeit überprüft, ob ein zu Beginn vorgegebenes Kurzniveau erreicht wurde. Wird die vereinbarte Schwelle erreicht, wird das angelegte Geld und der dazugehörige Zinskupon ausgezahlt. Falls die Grenze verfehlt wird, läuft das Expresszertifikat weiter bis zum nächsten Stichtag, an dem sich die Prozedur wiederholt. Sollten sämtliche Stichtage, in der Regel vier bis fünf, nicht zum Erfolg führen, wird das Zertifikat in ein einfaches Partizipationszertifikat umgewandelt. Mit anderen Worten: Es gibt Verluste, wenn der Kurs gefallen ist.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Zertifikatefonds haben sich nach anfänglicher Euphorie nicht durchgesetzt. Sie sind hinsichtlich der Gebühren zu teuer und lieferten überwiegend eine enttäuschende Performance. Grundsätzlich gilt: Zertifikatefonds bleiben aufgrund ihrer Konstruktion in Haussephasen immer hinter einem reinen Aktienfonds zurück.

Stefan Böhm
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