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Goldverbot: Ist das realistisch?

Ist eine Welt ohne Gold möglich?

Im Internet findest Du einige ernsthafte Diskussionen um Weltuntergangszenarien und Verschwörungstheorien. Auch die heißen Debatten um ein mögliches Goldverbot halten viele für absurde Spinnerei. Ich nicht! Wer heute prophezeit, dass Goldbesitz morgen verboten wird, der liegt meiner Meinung nach falsch. Aber er muss kein Spinner oder Verschwörungs-theoretiker sein. Immerhin hat es in Deutschland schon Goldverbote gegeben.

Goldstandard in der Vergangenheit

Wenn eine Inflation das Geld entwertet, dann kann die Notenbank dieses Problem ohnehin kaum in den Griff bekommen. Zusätzlich erschwert wird der Kampf gegen die Inflation, wenn die Bürger auf alternative Geldsysteme zugreifen und zum Beispiel mit Gold und Silber kaufen und verkaufen anstatt mit der Landeswährung.

Vor diesem Hintergrund kam es in der Weimarer Republik 1923 zu einem Goldverbot, nachdem sich die während des Ersten Weltkriegs begonnene Inflation zu einer Hyperinflation ausgeweitet hatte. Das Verbot war ein Baustein des staatlichen Versuchs, den rasanten Verfall der Währung in den Griff zu bekommen.

Damals bestand ein wesentlicher Unterschied zu heute: Es gab den „Goldstandard“, der die Menge des im Umlauf befindlichen Geldes an die Menge des verfügbaren Goldes eines Landes band. Gold hatte seinerzeit einen unmittelbaren Einfluss auf das Geldsystem. Der Goldstandard weichte allerdings ab dem späten 19. Jahrhundert nach und nach auf, und spätestens als ihn die USA 1933 abschafften, hatte die Stunde der lockeren Geldpolitik geschlagen. Seitdem hat Gold noch einen psychologischen Effekt, gilt als Krisenmetall, aber ist nicht mehr ans Geld geknüpft.

Ein weiteres Goldverbot trat in Deutschland trotzdem noch in Kraft, aber das war in erster Linie der Gier der Nazis geschuldet. 1936 ordnete Rohstoff- und Devisen-Kommissar Hermann Göring eine Ablieferungspflicht unter anderem für Gold an. Diese Anordnung war Teil eines Versuchs, die Devisenlage Deutschlands zu verbessern, und wer sich entzog, dem drohte die Todesstrafe.

Wie steht es um das Goldverbot heute?

Heute prognostizieren einige Menschen, dass der Staat, sobald ihm die Ausgaben weglaufen, ein erneutes Goldverbot erlässt und den Bürgern ihre Edelmetalle abnimmt. Mal abgesehen von der Panik, die so etwas auslösen würde: Der Staat hätte einfachere Methoden, um an das Geld seiner Bürger zu kommen. Deswegen glaube ich nicht, dass diese Prognose realistisch ist.

Außerdem: So viel Gold horten die Deutschen gar nicht, als dass sich nicht anderswo viel mehr holen ließe. Zum Beispiel bei beim „Betongold“, den Immobilien. Einfacher und einträglicher wäre es, der Staat würde die Abgaben auf Immobilien erhöhen, wenn er dringend Geld braucht. Anders als Goldbestände (unter 15.000 Euro) sind Immobilien registriert, die Besitzverhältnisse sind transparent und der Staat müsste nicht nach anonym gekauftem Gold in den Tresoren und Bankschließfächern seiner Bürger schnüffeln.

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Diese Überlegungen zeigen Dir, dass sich mit dem Thema „Goldverbot“ interessante Gedankenspiele zu unserem Geldsystem anstellen lassen, aber dass uns so ein Verbot aller Wahrscheinlichkeit nach nicht droht. Wenn der Staat mehr Geld von Dir haben wollen würde, dann müsste er es sich nicht so schwierig machen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Geldanlage.

Wir sehen uns, Du mich auf jeden Fall.

Dein Lars Erichsen

Lars Erichsen
Wenig Zeit?
Bildquellen:
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