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Beachten Sie das Chance-Risiko-Verhältnis!

Wie Sie bei jeder Anlageentscheidung Chancen und Risiken richtig bewerten können

Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) setzt den potentiellen Gewinn in Relation zum potentiellen Verlust. Der langfristige Investor vertraut auf die Stärke der Unternehmen in seinem Portfolio. Der aktive Anleger dagegen muss sich über die verschiedenen Szenarien eines Kursverlaufes Gedanken machen. Um sein Risiko überhaupt bestimmen zu können, muss er zwangsläufig einen Stopp-Loss setzen, ob nun mental oder real in seinem Ordersystem.

Vergessen Sie die Trefferquote

Es besteht der weitverbreitete Irrglaube, dass Anleger oder Fondsmanager mit der höchsten Trefferquote am meisten Geld verdienen. Bitte rechnen Sie nach: Wenn Sie jeden Tag den DAX kaufen mit einem Profitziel von 10 Punkten und einem Stopp-Loss von 100 Punkten, was passiert aller Voraussicht nach? Ihre Trefferquote wird herausragend hoch sein, denn Ihr Gewinnziel wird viel häufiger erreicht als die Verlustbegrenzung. Führt das zum Erfolg? Natürlich nicht, vermutlich geschieht das Gegenteil.

Demgegenüber gibt es im Biotech-Sektor sehr gut informierte Profis, die in verschiedene kleine Firmen investieren, denen bei einem Durchbruch enorme Gewinne winken. Führen vier von fünf Wetten zum Totalverlust, übertrifft die Rendite aus der erfolgreichen Spekulation die Verluste dennoch oft um ein Vielfaches. Die Trefferquote ist also miserabel, der Gewinn aber vorhanden.

Ihr erwarteter Gewinn muss den Verlust deutlich übersteigen

Durch das Chance-Risiko-Verhältnis CRV erhalten Sie keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes, sondern über das Gewinnpotential. Bei einem CRV von 1 brauchen Sie, unter Berücksichtigung der Gebühren, eine dauerhaft sehr hohe Trefferquote, um am Markt zu bestehen.

Es kostet Disziplin und bedarf einer gewissen Selbstbeherrschung, eine vermeintliche Chance auszulassen. Aber beispielsweise den Kursen von irgendwelchen „Zocker-Werten“ hinterherzulaufen, führt selten zum Erfolg. Warten Sie auf die wirklich gewinnträchtigen Situationen und handeln Sie dann ohne Zögern und Zaudern.

Das Ergebnis sollte ihre Vorgehensweise beim nächsten Mal nicht beeinflussen. Akzeptieren Sie die Verluste als unvermeidlichen Teil des Tradings.

Info

info Die Fakten

- Aktiver Handel“ und „Langfristiges Aktiensparen“ sind zwei verschiedene Disziplinen mit eigenen Regeln

- Nicht die Trefferquote entscheidet über den Erfolg, sondern der absolut zu erzielende Gewinn

- Aktiensparer kaufen regelmäßig nach. Aktive Anleger verfahren so nur mit Gewinnpositionen.

- Das Chance-Risiko-Verhältnis RV sollte mindestens 2 betragen, höher wäre besser

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Bei einem aktiven Anleger kommt vor der Positionseröffnung die Analyse. Es spielt erst einmal keine Rolle, ob diese fundamental oder technisch, also durch Beobachtung des Charts, vollzogen wird. Sie müssen bestimmen, wann Sie Ihre Spekulation abbrechen.

„Durchhalten und Nachkaufen in Schwächephasen“ - sofern er die richtigen Unternehmen im Depot hat, gilt das für den langfristigen Aktiensparer. Ein aktiver Anleger benötigt eine Exit-Strategie. Liegt Ihr Gewinnziel nicht mindestens doppelt so weit entfernt wie Ihr Stopp-Loss, dann werden Sie bitte nicht aktiv.

Lars Erichsen
Wenig Zeit?
Bildquellen:
Coloures-Pic - Fotolia.com
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