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Der Robo-Advisor

Was bringt der vollautomatische Geldverwalter?

In der Trading-Szene sind vollautomatische Handelssysteme schon seit Jahrzehnten bekannt. Im Bereich der Aktien- bzw. Vermögensanlage ist das ein relativ neuer Trend. Welche Chancen und Risiken sehen wir?


Zwei unterschiedliche Konzepte

Grob können zwei unterschiedliche Formen des „Robo-Advisors“ genannt werden.

1. Eine Beratungssoftware, die bei der Auswahl von geeigneten Fonds hilft, je nach vorgegebenem Risikoprofil

2. Eine Komplettverwaltung des eigenen Vermögens. Dabei setzen Anbieter wie Vaamo oder Easyfolio komplett auf ETFs, nicht auf Einzelaktien. Die Service-Gebühren betragen, je nach Anlagesumme, zwischen 0,49% und 0,79% (Vaamo) + durchschnittlich 0,30% laufende Kosten.

Die Vorteile

Vergleichen wir die Arbeit der Programme mit der von häufig nicht ausreichend informierten Privatanlegern. Robo-Advisor sind neutral, nüchtern und schnell. Die einmal festgelegten Kriterien werden in jeder Situation eingehalten und sofort umgesetzt, Emotionen bleiben außen vor. „Die Masse“ verhält sich fast immer prozyklisch, rennt also der Herde hinterher. Das ist in der langfristigen Aktienanlage völlig verkehrt, der Robo-Advisor wird es besser können. Wenn er denn darf!

Die Nachteile

Die meisten Programme dieser Art wissen überhaupt nicht wie eine Krise am Aktienmarkt aussieht. Schlicht deshalb, weil die Börsen seit dem Jahr 2009 steigen. Die Erfahrungswerte sind gleich null. Das ist ein gewaltiger Nachteil.

Vorsicht bei ETFs

ETFs sind aus unserer Sicht besser, weil erheblich günstiger als normale Aktienfonds. Ihr größtes Manko könnte in schwierigen Zeiten aber auch zur Gefahr für Robo-Advisor werden. Bestände müssten in einem fallenden Markt verkauft werden, weil Kunden ihre Einlagen abziehen (s. oben, prozyklisches Verhalten). Das ist für Aktienfonds, ETFs und Robo-Advisor gleichermaßen nachteilig. Selbst wenn das System oder ein Fondsmanager es besser wüssten - will der Kunde sein Geld, dann muss verkauft werden, egal zu welchem Kurs.

Info

info Die Fakten

- Es gibt zwei Arten von Robo-Advisors: Beratungssoftware oder Komplettverwaltung des Depots

- Die Gebühren liegen im Durchschnitt bei rund ein Prozent im Jahr

- Vorteile: Ein Robo-Advisor ist jederzeit unabhängig, neutral und emotional unbelastet

- Nachteile: Die Handelshistorie ist viel zu kurz, Krisen mussten noch nicht bewältigt werden. Zudem vermutlich eine prozyklische Herangehensweise

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Der zuletzt besprochene Punkt ist das größte Manko jeder Massenanlage. Wie der Fonds auch konzipiert ist, er bleibt abhängig von den Zahlungsströmen der Kunden. Sie persönlich können Ausverkaufskurse nutzen, um zuzugreifen. Niemand wird Sie zwingen Qualitätsaktien zu verramschen, wenn Sie eigentlich kaufen sollten. Ein Fondsmanager, egal ob aus Fleisch und Blut oder Einsen und Nullen, hat diese Möglichkeit nicht. Des Weiteren ist ein selbstgebautes Portfolio ab einer gewissen Größenordnung günstiger als ein Robo-Advisor und als ein normaler Aktienfonds sowieso.

Lars Erichsen
Wenig Zeit?
Bildquellen:
© zapp2photo - Fotolia.com
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