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Griechenland: Ist die Schuldenkrise schon vorbei?

Wie steht es um Griechenland?

210 Euro kostet es jeden Deutschen, sollte Griechenland seine Schulden nicht zurück-zahlen. Dabei steht es noch in den Sternen, ob die Griechen dazu fähig sein werden. Ich bin skeptisch! Stimmt also die Legende vom Deutschen als Zahlmeister Europas? Nein! Das finanzielle und volkswirtschaftliche Geflecht rund um die Griechenland-Krise ist viel komplexer als eine Stammtisch-Legende. Ja, Deutschland ist mit viel Geld eingesprungen, aber Deutschland profitiert auch in mancher Hinsicht. Lass' uns tiefer in die Thematik einsteigen!

Schadet die griechische Krise den Deutschen?

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank war eine unmittelbare Folge der Krise in Südeuropa. Dank der niedrigen Zinsen kostet Deutschland seine Neuverschuldung fast nichts. Allein durch diesen Umstand spart Deutschland voraussichtlich mehr Geld als das, womit wir den Griechen geholfen haben. 

Der Euro - noch ein Beispiel - hat als Folge der Krise an Wert verloren. Exportnationen wie Deutschland und deren Unternehmen profitieren von einer schwachen Währung. Nach meiner Schätzung entstehen den Deutschen allein durch niedrige Zinsen und schwache Währung Gewinne im hohen dreistelligen Milliardenbereich.

Wenn ich „den Deutschen“ sage, meine ich allerdings nicht den konservativen Kleinsparer, der mit risikolosen Anlagen sein Geld moderat vermehren will. Solche risikolosen Anlagen gibt es nicht, wenn die Zinsen im Keller sind. Aber jeden, der sich darüber beschwert, kann ich nur auffordern, sich über die Vorteile niedriger Zinspolitik zu informieren und diese für sich zu nutzen.

Wie steht es um die Bevölkerung Griechenlands?

Die Griechen leiden und das wird voraussichtlich so bleiben. Das Land spart hart. Nicht nur Menschen im Erwerbsalter spüren das. Der Sparkurs schadet insbesondere den Chancen junger Menschen. Griechische Schulen und Universitäten verhungern am ausgestreckten Arm der Eurogruppe, während sich ausländische Investoren die Filetstücke der griechischen Wirtschaft herauspicken, zum Beispiel die deutsche Fraport-Gruppe, die jetzt 14 griechische Flughäfen betreibt.

Ist die Griechenlandkrise so schlimm, wie von den Medien dargestellt?

Vergleichen wir die Krise in Griechenland mit der in Zypern und Irland, dann stellen wir fest, dass die beiden Letztgenannten sich zügig erholen, während Griechenland darbt. Irland und Zypern haben funktionierende Volkswirtschaften und ein funktionierendes Steuersystem. Dort greifen die Hilfsmaßnahmen, weil sie in bestehende Strukturen eingebaut werden konnten.

In Griechenland greift nichts, weil es dort nur Missmanagement gab. Weil niemand in Griechenland ernsthaft strukturell eingreift, sondern das Problem allein durch Sparen gelöst werden soll, bin ich skeptisch, dass Griechenland bald wieder auf die Beine kommt und seine Schulden bezahlt. Der Internationale Währungsfonds plädiert längst für einen Schuldenschnitt, aber mich würde es wundern, wenn deutsche Politiker das noch vor der Bundestagswahl ernsthaft debattieren.

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Zum Abschluss noch zwei fragwürdige Fakten zur Griechenlandkrise:

1. Die Rolle der Investmentbank Goldman Sachs wird meines Erachtens viel zu klein gehalten. Die Griechen hatten seinerzeit das amerikanische Institut beauftragt, ihre Bilanzen aufzuhübschen. Warum steht die Bank jetzt nicht gerade für das, was sie getan hat? Dieser Teil der Krise wird schlicht nicht aufgearbeitet.

2. Es ist zu viel nicht Nachvollziehbares hinter verschlossenen Türen passiert. Es fehlt schlichtweg die Transparenz. Auch bei den Verhandlungen, die Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem mit den Griechen geführt hat: keine Protokolle, keine offiziellen Beschlüsse. Gelebte Demokratie sieht anders aus!

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Geldanlage.

Wir sehen uns, Du mich auf jeden Fall.

Dein Lars Erichsen

Lars Erichsen
Wenig Zeit?
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