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Steuern wir auf eine Hyperinflation zu?

Was ist eine Hyperinflation?

Droht uns durch die Geldschwemme der Notenbanken ein Szenario wie zu Zeiten der Weimarer Republik? Als die Menschen damals mit Tüten voller Geld loszogen, um die Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen. Das, was wir gerade erleben, ist ein geldpolitisches Experiment. Dass die Notenbanken die Zinsen über so einen langen Zeitraum so niedrig halten, hat es noch nie gegeben. Aber aus meiner Sicht ist ein solches Schreckensszenario für uns unrealistisch. Eine Hyperinflation wird es nicht geben! Warum, erkläre ich Dir jetzt.

Wie entsteht eine Hyperinflation?

Vereinfacht ausgedrückt ist eine Hyperinflation eine unkontrollierbare Inflation. Meist dauern Hyperinflationen nur eine kurze Zeit und enden in einer Währungsreform. Die letzte Hyperinflation haben wir während der Weimarer Republik erlebt. Und was hat dazu geführt? Politische Isolation. Deutschland stand in Europa alleine da. Genau das passiert gerade in den Ländern, in denen die Teuerungsrate explodiert. Ganz aktuell zum Beispiel in Venezuela.

Venezuela kann sich nicht mehr verschulden in der Welt. Deutschland kann problemlos die Neuverschuldung hochfahren (siehe hierzu: "Steht Deutschland vor der Pleite?"). Venezuela kann das nicht, weil niemand einem Land Geld gibt, das kurz vor dem Bankrott steht.

Was macht Europa anders als Venezuela?

Venezuela holt die Druckpresse aus dem Keller und pumpt unendlich viel Geld, das - im Gegensatz zu uns in Europa – auch direkt in der Realwirtschaft ankommt. Hier wird das gesamte Geld in den Haushalt gespeist. Die Menschen dort haben also das Geld buchstäblich in der Hand und können mit anschauen, wie es immer weniger Wert ist, was letztendlich zur Hyperinflation führt. In Europa wird kein frisches Geld geschaffen, das direkt in den Staatshaushalt fließt.

Die Inflation in Europa - ein Beispiel:

Du verfügst über eine bestimmte Menge Geld. Diese hältst Du in den Händen oder hast sie im Portemonnaie. Wie kannst Du diese Menge jetzt erhöhen? Richtig, indem Du einen Kredit aufnimmst. Du gehst zur Bank und leihst Dir 10.000 Euro. Geld, das vorher nicht da war landet jetzt auf Deinem Konto und fließt weiter in den Kreislauf. Zum Beispiel zum Bäcker, zum Friseur oder ins Autohaus.

Das passiert laut Herrn Draghi von der EZB viel zu wenig. Damit wir und vor allem die Unternehmen Kredite aufnehmen, wird also der Leitzins gesenkt. In einer „Idealwelt“ beträgt die Inflation, also der Wertverlust der Währung, rund zwei Prozent. Weil man davon ausgeht, dass durch den wirtschaftlichen Aufschwung der Lohnzuwachs ebenfalls rund zwei Prozent beträgt und alles ausgeglichen ist. Wir haben beides im Moment nicht und daher ist eine Hyperinflation unwahrscheinlich.

Schleichende Inflation: Die größere Gefahr?

Ich sehe allerdings eine andere Gefahr. Die Staaten verschulden sich weiter und dadurch, dass die Wirtschaft nicht ins Rollen kommt, steigt die Verschuldung weiter an. Allein durch die Demografie – immer weniger Arbeitnehmer zahlen immer weniger Steuern - wird der Schuldenberg noch weiter steigen. Notenbanken brauchen also die Inflation, um sich zu entschulden. Noch besser wären dafür eine gewisse Inflation und trotzdem Zinsen bei null Prozent. Aber dadurch wird jeder, der Geldvermögen besitzt, jedes Jahr ein Stück ärmer. Damit ist für mich die schleichende Inflation schlimmer als die Hyperinflation.

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

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Lars Erichsen
Wenig Zeit?
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