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Aktienrückkäufe

Allheilmittel oder Ausdruck von Hilflosigkeit?

An der Börse kommen Aktienrückkäufe gut an. Es gibt mehrere Studien, die den positiven Verlauf nach Ankündigung belegen.

Im Durchschnitt liegt der Vorsprung zwischen 12 und 15 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten, wie etwa Morgan Stanley festgestellt hat.

Die gesetzlichen Rahmendaten

Die Hauptversammlung muss als höchstes Aktionärsgremium dem Aktienrückkauf zustimmen. Dort wird auch festgelegt, welchen Anteil am Grundkapital das Unternehmen erwerben darf. Gesetzlich erlaubt ist ein Anteil von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals, nicht mehr.

Der „Gewinn-Effekt“

Durch diese Maßnahme steigt der Gewinn pro Aktie. Damit verbunden verbessern sich zwangsläufig die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. In der Regel werden zurückgekaufte Aktien nämlich von Unternehmen vernichtet. Die positiven Konsequenzen: Der Gewinn pro Aktie steigt. Ebenso die Dividende pro Aktie. Was wiederum den Titel attraktiver erscheinen lässt.

Info

info Die Fakten

- Aktienrückkäufe sind unter statistischen Aspekten positiv für die betreffenden Kurse der Unternehmen

- Sie müssen von der Hauptversammlung genehmigt werden

- Unmittelbar steigt durch diese Maßnahme der Gewinn pro Aktie, was den Titel attraktiver erscheinen lässt

- Aktienrückkäufe „auf Pump“ sind eine kurzfristige Maßnahme und müssen zumindest kritisch beleuchtet werden

Es gibt auch Kritik

Nicht nur Anlegerschützer, sondern auch die Rendite-Spezialisten sehen Aktienrückkäufe nicht vorbehaltlos positiv. Im Einzelfall ist zu prüfen, welche Beweggründe für diese Aktion vorliegen. Fällt einem Unternehmen schlicht nichts Besseres ein, dann sollte man das Management zumindest kritisch hinterfragen.

Schließlich ist eine strategische Investition in die langfristige Steigerung der Profitablität stets die bessere Alternative. Ähnlich verhält es sich übrigens mit den Dividendenzahlungen.

Von diesen Unternehmen nehmen Sie besser Abstand

Die Auswüchse der jahrelangen Nullzinspolitik sind klar erkennbar: Zahlreiche Unternehmen finanzieren sowohl Aktienrückkäufe als auch Dividendenzahlungen durch die Aufnahme von Fremdkapital. Was einst als Mittelverwendung für Gewinne gedacht war, wird heute zur kurzfristigen (zumindest optischen) Optimierung des Ertrages verwendet...

Kurz und kompakt

...oder sollte man sagen „missbraucht“? Aktienrückkäufe sollten nicht um jeden Preis durchgeführt werden. Warren Buffet etwa hat angekündigt, seinen hohen Bargeldbestand nur dann für den Rückkauf von Anteilen an Berkshire-Hathaway zu nutzen, wenn der Aktienkurs unter den Net-Asset-Value (die Summe aller Beteiligungen) fällt.

Das erscheint uns ein sinnvoller Ansatz, der Kursverluste begrenzt und abfedert. Unternehmen, die mit Fremdkapital im großen Stil eigene Aktien erwerben oder Dividenden ausschütten bestreiten einen gefährlichen Weg. Meiden.

Lars Erichsen
Bildquellen:
Stockwerk-Fotodesign - Fotolia.com
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