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Chancen und Risiken

Kryptowährungen im Vergleich zu anderen Geldanlagemöglichkeiten

(Sven Schulze) Sparen ist out! Diese Aussage ist auf der einen Seite falsch, hat aber durchaus einen wahren Kern. Wer nicht spart, legt nichts für ungeplante Anschaffungen oder den Ruhestand zurück. Die Folge: Es werden schnell Kredite nötig. Etwa, wenn es eine neue Küche braucht. Diese produzieren durch die Kreditzinsen Kosten. Auf der anderen Seite lohnt sich Sparen (zumindest, wenn Erträge nur durch Zinsen erzielt werden) kaum noch. Schuld an dieser Entwicklung ist die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Über Jahre hat diese an der Zinsschraube gedreht. Was für Kreditnehmer, aufgrund niedriger Kreditzinsen, ein Vorteil ist, wird für Sparer ein echtes Hindernis.

Beispiel: Die Zinsen für Anlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist lagen laut Bundesbank im Januar 2018 bei 0,17 Prozent. Damit lohnt sich Sparen, wenn Inflation und Abgeltungssteuer eingerechnet werden, kaum noch. Heißt auch: Alternativen müssen her. In den letzten Jahren sind Finanzprodukte des Kapitalmarkts, wie:

  • Aktien
  • Anleihen
  • ETFs

Für Anleger ist 2017 aber auch das Thema Kryptowährungen interessant geworden, was oftmals noch Fragen aufwirft. Auch als Altcoin bezeichnet, denken viele zuerst an Bitcoin. Dass es inzwischen über 1.300 Kryptowährungen gibt, überrascht dann doch. Wer im Januar 2017 Bitcoin gekauft hat, konnte Mitte Dezember mit einem Bitcoin mehrere tausend Euro Gewinn erzielen. Eignen sich Altcoins als Konkurrenz zu Aktien und Co.?

Welche Aspekte sind bei einer Geldanlage wichtig?

Wer als Anleger die Qualität einer Geldanlage bewerten will, braucht objektiv messbare Kriterien. Hierbei spielt nicht nur eine Rolle, wie die Kriterien im Einzelnen aussehen, sondern auch wie das persönliche Anlageprofil aussieht. Wie sehen die Kriterien im Einzelnen aus? Konkret geht es für die Bewertung der Anlageinstrumente um:

  • Höhe der Rendite
  • Sicherheit der eingelegten Mittel
  • Flexibilität und Liquidität.

Wer als Anleger auf eine hohe Sicherheit abzielt, wird Abstriche bei der Rendite machen müssen. Im Gegenzug kann es passieren, dass für einen höheren Ertrag auf Flexibilität verzichtet werden muss.

1. Rendite: Gewinn oder Verlust

Der Ertrag, den eine Geldanlage erwirtschaftet, gehört zu den wesentlichen Kriterien. Hier entscheidet sich letztlich, ob der Anleger einen Reingewinn erzielt oder Verluste einfährt. In der Bewertung passieren leider immer wieder Fehler. So bleibt häufig, gerade von den eher unerfahrenen Anlegern unberücksichtigt, dass Faktoren wie Depotgebühren oder Orderentgelte einen negativen Einfluss auf die Rendite haben.

Gleiches gilt für Abgeltungssteuer und Inflation. Während sich die Abgeltungssteuer durch den Sparerpauschbetrag innerhalb eines gewissen Rahmens steuern lässt, haben Anleger hinsichtlich der Inflation keine Chance auf eine Einflussnahme. Angegeben wird die Rendite im Regelfall in Prozent – ähnlich den Habenzinsen beim Sparbuch oder Festgeld. Aus der Höhe der Rendite lassen sich häufig Rückschlüsse auf das Risiko einer Geldanlage ziehen.

2. Sicherheit: Bankeinlagen und Anlegerschutz

Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Sicherheit. Gerade Einsteiger und viele Kleinanleger haben mit Verlusten so ihre Probleme. Generell greift in diesem Zusammenhang die „Börsenweisheit“, dass hohe Renditen (Gewinne) auch ein hohes Risiko bedeuten. Beispiel Bankeinlage: Hier greifen staatliche Sicherungssysteme (Stichwort Einlagensicherung), die bis 100.000 Euro je Sparer schützen.

Aktien, also Anteilsscheine an einem Unternehmen, schwanken in ihrem Wert entsprechend der Kursentwicklung. Auf lange Sicht lassen sich damit aber Gewinne von acht Prozent erzielen. Aber: Im schlimmsten Fall trägt der Anleger immer das Emmitentenrisiko. Optionen oder CFDs sind zwar besonders renditestark. Wer hier investiert, riskiert aber schnell das gesamte Kapital und noch mehr. Gerade bei den Hebelprodukten ist die Nachschusspflicht bei Brokern im Ausland immer noch ein Thema.

3. Liquidität und Flexibilität

Hier geht es unter anderem um die Frage, wie schnell eine Geldanlage wieder zu Geld gemacht werden kann. In der Praxis gibt es durchaus große Unterschiede. Finanzprodukte wie:

  • Tagesgeld oder
  • Aktien
  • ETFs

sind häufig jederzeit kündbar bzw. über Börsen handelbar. Damit ist die Flexibilität dieser Anlageinstrumente hoch. Auf der anderen Seite existieren Varianten wie das Festgeld oder Terminkontrakte und geschlossene Fonds. Diese sind mit einer Laufzeit versehen und können nicht einfach liquidiert werden. Ähnliches gilt beispielsweise auch für bestimmte Anleihen.

Renditechancen bei Kryptowährungen

Im direkten Vergleich mit anderen Finanzprodukten ist die Rendite natürlich eine der wichtigen Bewertungsfaktoren. Kryptowährungen haben in der Vergangenheit, speziell zwischen Januar und Dezember 2017, ein spektakuläres Kursfeuerwerk erlebt. Der Bitcoin stand am 01. Januar 2017 laut finanzen.net bei 955 Euro/Bitcoin. Zum 01. Dezember 2017 erreichte die Kryptowährung bereits 9.220 Euro. Allerdings haben Anleger, die erst im Verlauf dieser Kursrallye eingestiegen sind, seitdem einen „Ritt auf der Kanonenkugel“ erlebt.

Mitte Dezember 2017 sind die Kurse vieler Altcoins plötzlich eingebrochen. Zwischenzeitlich haben sich:

  • Bitcoin
  • IOTA
  • Ethereum
  • Litecoin

zwar wieder gefangen. Stärkere Bemühungen um eine Regulierung des Marktes haben, in Kombination mit der Schließung von Handelsplätzen für die Altcoins, zu einem weiteren (dramatischen) Kursrutsch geführt.

Bedeutet am Ende: Mit Kryptowährungen lassen sich durchaus sehr hohe Renditen erzielen. Allerdings handelt es sich um einen volatilen Markt, an dem es auch schnell nach unten gehen kann. CFDs haben sich in den letzten Monaten als Alternative zum Direktkauf der Altcoins etabliert und bieten Gelegenheit, auch auf fallende Kurse zu setzen.

Sicherheit des Investments

Die Gewinne der Kryptowährungen sind verlockend. Allerdings sollte die Rendite nicht darüber hinwegtäuschen, dass Altcoins ein hochspekulatives Instrument sind. Eine Tatsache, die angesichts der Kursausschläge mehr als deutlich wird.

Beispiel: Zwischen Mitte Dezember 2017 und Anfang Januar 2018 hat der Kurs des Bitcoins um mehr als 5.000 Euro nachgegeben. Nach einer kurzen Phase der Erholung hat der Wert des Altcoin zunehmend nachgegeben. Inzwischen liegt der Bitcoin bei nur noch knapp 6.000 Euro. Das Problem der starken Kursschwankung erklärt sich unter anderem aufgrund der Tatsache, dass Marktmechanismen, sprich Angebot und Nachfrage, als einzige Elemente in die Preisbildung einfließen.

Auf der anderen Seite haben Kryptowährungen in Bezug auf die Sicherheit einen weiteren Nachteil. Wie der Blick in die Vergangenheit zeigt, sind Kryptocoins durchaus anfällig für Cyberbetrug, der auf ganz unterschiedliche Weise, etwa über Kryptobörsen oder manipulierte Hardware-Wallets. Selbst Nutzer, die eigentlich bereits eine gewisse Erfahrung mit den Altcoins haben, können hier durchaus an ihre Grenzen stoßen.

Flexibilität: Kryptowährungen handeln

Kryptowährungen

Im direkten Vergleich zwischen Kryptowährung und „klassischen“ Geldanlagen muss natürlich auch betrachtet werden, wie flexibel die Anlagen sind. Es gibt durchaus Anlageinstrumente, die sich schnell wieder „zu Geld“ machen lassen. Wie sieht die Situation im Hinblick auf Altcoins aus? Grundsätzlich werden letztere nicht über Handelsplätze wie Wertpapier/Devisenbörsen gehandelt.

Aufgrund ihres Charakters ist es derzeit nur möglich, die Kryptowährungen über spezielle Handelsplätze auszutauschen. Dies schränkt das Thema Flexibilität natürlich ein. Hinzu kommt hier die Tatsache, dass diese Handelsbörsen nach dem Angebot-Nachfrage-Prinzip arbeiten. Damit ist nicht automatisch klar, dass ein Anleger seine Altcoins zum gewünschten Preis verkaufen und in Fiatgeld umwandeln kann.

Erschwerend kommt hier hinzu, dass die Rahmenbedingungen und Regeln der einzelnen Marktplätze durchaus variieren, was in der Bewertung durchaus eine Rolle zu spielen hat.

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Kryptowährungen bieten Rendite mit Risiko

Beim Thema Geldanlage haben gerade Zinssparer ein Problem. Die Habenzinsen sind in der Vergangenheit unter die Räder gekommen. Damit geht der Blick in Richtung Wertpapier- und Devisenbörsen. Aktien können sich, genauso wie ETFs, durchaus lohnen. Wirklich den großen Wurf haben Investoren gemacht, die 2015 oder 2016 auf Altcoins gesetzt haben. Diese konnten 2017 einen erheblichen Kursgewinn erzielen, von teils mehreren hundert Prozent. Damit sind einige der Besitzer von Bitcoin und Co. innerhalb weniger Monate zu Millionären geworden. Dieser überragenden Rendite steht allerdings ein erhebliches Risiko gegenüber. Eine Erkenntnis, die Anleger ab Mitte Dezember 2017 haben machen müssen. Kurseinbrüche um mehrere hundert Euro sind seitdem bei den Kryptowährungen durchaus häufiger zu beobachten und vernichten auf einen Schlag Millionen Euro.

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