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Dividende ist der neue Zins?

Der neue Marketing-Gag von Fondsgesellschaften!

„Die Dividende ist der neue Zins“, trom-peten jetzt Fondsgesellschaften in ihrer Werbung, um von Niedrigzinsen geplagten Anlegern ihre Dividendenfonds anzupreisen. Mit der Realität hat so eine Aussage nichts zu tun. Dividendenfonds sind in der Regel etwas weniger schwankungsanfällig als andere, aber wenn Du die Performances vergleichst, stellst Du fest, dass Dividendenfonds kein Wundermittel sind. Sei Dir außerdem darüber bewusst, dass eine Dividendenzahlung nicht notwendigerweise ein Qualitätsmerkmal ist!

Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen, noch einmal der Unterschied von Zins und Dividende: Zins ist eine regelmäßige Auszahlung, die den Kapitalstock nicht berührt. Anders die Dividende: Hat ein Unternehmen seine Gewinne in Form einer Dividende ausgeschüttet, folgt der Dividendenabschlag, durch den sich der Kapitalstock etwa in Höhe der Dividende reduziert.

Welche Unternehmen schütten Dividenden aus?

Wenn sich mit dem erwirtschafteten Gewinn keine Investition in Wachstum oder Expansion anbietet, dann schüttet ein Unternehmen eine Dividende aus. Meistens sind es Weltmarktführer wie Coca Cola oder Nestlé, die Dividenden ausschütten. Solche Unternehmen brauchen nicht ihren gesamten Gewinn, um ihr Wachstum voranzutreiben. Sie sind ja schon überall auf dem Globus präsent.

Weil es in der Regel die Global Player sind, die Dividenden ausschütten, sind die Kurse dieser Aktien stabiler als die von kleineren Unternehmen ohne Dividendenausschüttung. Das gibt dem auf Dividenden spezialisierten Anleger Sicherheit, bedeutet aber auch, dass er niemals Anteile an einem rasant wachsenden Unternehmen hält, während dieses seinen Wert binnen kurzer Zeit vervielfacht.

Warum ist eine Dividendenzahlung kein Qualitätsmerkmal?

Amazon, Google oder Apple blicken auf extrem erfolgreiche Börsenjahre und rasantes Wachstum zurück. Dividenden haben diese Unternehmen nicht ausgezahlt und stattdessen ihre Gewinne investiert. Solche Beispiele zeigen, dass bei der Beurteilung einer Anlage die Kursentwicklung mindestens ebenso wichtig ist wie der Umstand, dass eine Dividende bezahlt wird. Besitzer von RWE oder Eon-Aktien, um einmal DAX-Stars zu nennen, haben in der jüngeren Vergangenheit festgestellt, dass ihnen die schöne Dividende wenig geholfen hat.

Apple zahlt zwar mittlerweile eine Dividende, aber das liegt schlicht daran, dass Apple so groß geworden ist und auf so viel Geld sitzt, dass sie nicht wissen wohin damit. Stünde bei Apple das Erschließen eines neuen Markts und/oder die Entwicklung eines neuen, revolutionären Produkts auf der Agenda, würden die Kalifornier ihre Gewinne lieber investieren. Die Anleger würden das gutheißen, weil gelungene Investitionen den Wert ihrer Anteile steigen lassen.

Fazit

sprechblase Kurz und kompakt

Anhand von Ölaktien lässt sich aufzeigen, dass Dividendenzahlungen alles andere als ein Qualitätsmerkmal sein können. Kein Ölunternehmen verdient derzeit Geld. Um ihre Dividende auszahlen zu können, verschulden sie sich. Die Dividenden-ausschüttung stützt den Aktienkurs, an den wiederum die Boni der Vorstände gekoppelt sind. Ein grotesker Vorgang - in den USA zwar in Mode, aber nach meiner Einschätzung ein klares Warnzeichen!

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Geldanlage.

Wir sehen uns, Du mich auf jeden Fall.

Dein Lars Erichsen

Lars Erichsen
Wenig Zeit?
Bildquellen:
Coloures-pic - Fotolia.com
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