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Wie können Sie Ihr Depot gegen Verluste absichern?

Warum Put-Optionen nicht wirklich zur Absicherung gegen Kurseinbrüche geeignet sind

Schwächephasen an der Börse schadlos überstehen, sich gar gegen fallende Kurse „versichern“? Das klingt zweifellos sehr verlockend. So wundert es nicht, dass es auch Kollegen gibt, die dazu raten. Einen entscheidenden Hinweis unterlassen sie aber in der Regel, ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt: Wann ist es soweit, wann sollen Sie die Versicherung eingehen?

Absicherung über Put-Optionen

Die Funktionsweise ist im Grunde genommen recht einfach zu verstehen: Erwarten Sie fallende Börsenkurse, möchten aber ihre Aktienpositionen nicht verkaufen, dann können Sie Teile Ihres Depots durch den Kauf von Put-Optionsscheinen absichern. Eine Put-Option steigt im Wert, wenn der zugrundeliegende Basiswert fällt. Das gilt für Eurex-Produkte, KO-Zertifikate oder eben Put-Optionsscheine. Auch ein Vollkasko-Schutz für das gesamte Depot ist möglich. Auf die Berechnung, welche Stückzahl für welche Depotgröße erworben werden sollte und welche Rolle Basispreis und Laufzeit spielen, möchte ich an dieser Stelle aber verzichten. Ich erkläre Ihnen auch gleich warum.

Die Kosten für eine Versicherung

Sicherheit gibt es nicht umsonst, eine Versicherung erst recht nicht. In diesem Fall ist sie absolut hochpreisig. Die Volatilität, also die Schwankungsbreite des Marktes, hat einen wesentlichen Einfluss auf den Preis einer Put-Option – je höher sie ist, desto teurer. Als Faustformel gilt, dass die Versicherung Sie jährlich zwischen 5 und 10 Prozent Ihrer Depotsumme kosten wird. In Relation zu den langfristigen Renditen am Aktienmarkt, die je nach Investitionszeitraum zwischen 7 und 9 Prozent liegen, eine stolze Summe. Es bleibt das Timing-Problem. Eine permanente Absicherung würde auf Sicht von Jahren die gesamte Rendite auffressen.

Info

info Die Fakten

- Durch den Kauf von Put-Optionen kann ein Depot teilweise oder vollständig gegen Kursverluste am Aktienmarkt abgesichert werden

- Diese Versicherung kostet jährlich je nach Volatilität zwischen und 5 und 10 Prozent der Depotsumme

- Eine permanente „Vollversicherung“ würde die Rendite in den meisten Fällen komplett verschlingen

- Kaufen Sie lieber in Krisenzeiten „den Dollar für 50 Cent“

Nutzen Sie Schwächephasen zu ihrem Vorteil

Während andere stöhnen, mag die Aussicht von fallenden Kursen zu profitieren eine verlockende Vorstellung sein. Auf Sicht werden aber diejenigen das meiste Geld verdienen und die Durchschnittsrenditen schlagen, die in Krisenzeiten weiter investieren oder sogar ihre Sparbeiträge erhöhen – „den Dollar für 50 Cent kaufen“, wie es Warren Buffett bezeichnet hat. Das ist auch unser Weg!

Kurz und kompakt

Eine Versicherungen kostet immer Geld, das liegt in der Natur der Sache. Sie ergibt aber nur dann Sinn, wenn sie vor unvorhergesehenen Ereignissen einen Schutz bietet, zumindest finanzieller Art. Korrekturen gehören aber am Aktienmarkt dazu und sollten von Ihnen eher gewinnbringend ausgenutzt werden. Sich gegen Korrekturen permanent abzusichern, wird auf Dauer die komplette Rendite verschlingen. Ein Crash kündigt sich in der Regel nicht mit großer Kapelle an, es bleibt also das Timing-Problem. Als langfristiger Aktiensparer verzichten Sie lieber auf solche Hebelprodukte.

Lars Erichsen
Bildquellen:
Jürgen Fälchle - Fotolia.com
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