A-ZBöhms Börsenlexikon

Lars Erichsen

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Lars Erichsen

Was ist die Fed?

Das heutige System der US-Notenbank (Fed) wurde durch den Federal Reserve Act im Jahr 1913 geschaffen. Die US-Notenbank wird häufig auch Federal Reserve System, Federal Reserve oder kurz Fed genannt. Sie gilt als eine der wichtigsten Notenbanken der Welt.

Die Fed ist als Zentralbanksystem der Vereinigten Staaten von Amerika föderal organisiert. Es besteht im Kern aus zwölf regionalen Federal Reserve Banks, die die verschiedenen Federal Reserve Districts repräsentieren. Hierbei handelt es sich um die Bezirke Boston, New York City, Philadelphia, Cleveland, Richmond, Atlanta, Chicago, St Louis, Minneapolis, Kansas City, Dallas sowie San Francisco. Die Federal Reserve Banks sind Aktiengesellschaften. Alle landesweit tätigen Banken (National Banks) müssen Banken mit einzelstaatlichem Aufgabenbereich (State Banks) und können Mitglied im Federal Reserve System sein.

Der Board of Governors of the Federal Reserve System ist der Vorstand des Federal Reserve Systems. Er führt die Aufsicht über die Federal Reserve Banks. Seine sieben Mitglieder werden für 14 Jahre vom Präsidenten der Vereinigten Staaten benannt. Der Senat muss vorher zustimmen.

Das wichtigste ausführende Organ der Fed ist das Federal Open Market Committee (FOMC). In diesem sitzen alle Mitglieder des Board of Governors, der Präsident der größten Federal Reserve Bank New York und weitere vier Präsidenten anderer Federal Reserve Banken. Der Vorsitzende des Federal Open Market Committee ist gleichzeitig auch Chef der US-Notenbank. Die letzten Vorsitzenden waren Paul Volcker (1979-1987), Alan Greenspan (1987-2006), Ben Bernanke (2006-2014) und Janet Yellen (seit 2014). Das Federal Open Market Committee betreibt die Geld-, Währungs- und Zinspolitik der USA.

Was macht die Fed?

Die Fed hat verschiedene Aufgaben:

  • Sie sorgt für ein Funktionieren des Zahlungssystems und überwacht die Geldmenge.
  • Außerhalb der Geldmarktpolitik gehört zu den weiteren Aufgaben der Fed auch die Überwachung der Geschäftsbanken und die Veröffentlichung eines Konjunkturberichts (Beige Book). 
  • Die Fed fungiert als eigenständige Institution. Sie entscheidet unabhängig über ihr Tagesgeschäft und die operativen Maßnahmen. 
  • Um über ihre Aktivitäten und Pläne zur Geldpolitik zu informieren, berichtet sie als US-Notenbank regelmäßig an den Kongress.

Was muss ich als Anleger bei der Fed beachten?

Als Zentralbank der weltweiten Leitwährung US-Dollar kommt der Fed eine für die Finanzmärkte übergeordnete Bedeutung zu. Sitzungen und Aussagen ihrer Mitglieder und besonders des Notenbankchefs sind zu finanzmarktpolitischen Ereignissen mit globaler Bedeutung geworden.

Seit der Finanzkrise 2008 ist die Bedeutung der Fed sogar noch einmal gewachsen. Durch ein sehr aggressives Niedrighalten der Zinsen hat die Fed auch einen maßgeblichen Einfluss auf die hohe Liquidität im Finanzmarkt. Kritiker machen diese Politik sogar zum Teil für das Entstehen der Finanzkrise verantwortlich. Die Fed gilt als stärkste Verfechterin eines direkten Kaufs von Anleihen. Dieses sogenannte Quantitative Easing diente der Verhinderung einer Liquiditätsknappheit während der Finanzkrise. Zwar wurde das Programm inzwischen gestoppt, wird von Kritikern aber immer noch aufgrund seiner unklaren Auswirkungen auf die langfristige Inflations-Entwicklung bemängelt.

Die Fed ist in den letzten Jahren tendenziell offener und transparenter in ihrer Entscheidungsfindung geworden. Dies hilft Ihnen als Anleger, Klarheit über die langfristigen Ziele der US-Geldpolitik zu bekommen. Diesen Umstand können Sie als Anleger zu Ihrem Vorteil nutzen. Wenn die Ziele der Zentralbanken bekannt sind, können Sie Ihr Anlageverhalten auf diesen Sachverhalt ausrichten.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Schenken Sie als Anleger der Politik der Fed allerhöchste Aufmerksamkeit. Problematisch für Sie als europäischen Anleger ist jedoch die Zeitverschiebung. Wichtige Entscheidungen der US-Notenbank werden in der Regel nach Börsen-Schluss in Europa veröffentlicht. Hierdurch sind Sie mit einer großen Unsicherheit konfrontiert. 

Häufig kommt es zu großen Kurs-Sprüngen zwischen den Tagen vor und nach einer Entscheidung der Fed. Diese können für Sie das Risiko von Verlusten mit sich bringen. Ziehen Sie deshalb insbesondere als kurzfristig orientierter Anleger in Erwägung, offene Positionen vor dem Beginn einer möglicherweise richtungsweisenden Notenbanksitzung zu schließen.

Stefan Böhm
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