A-ZBöhms Börsenlexikon

Lars Erichsen

Team Böhms-DAX-Strategie
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Lars Erichsen

Was ist eine Zentralbank?

Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen für Zentralbanken. Sie werden auch Notenbanken oder Nationalbanken genannt. Zentralbanken sind eigenständige staatliche Institutionen, die mit der Geldpolitik eines Währungsraumes betraut sind.

Als weltweit wichtige Zentralbanken gelten das Zentralbanksystem der Vereinigten Staaten von Amerika „Federal Reserve“ (Fed), die „Bank of England“ als Zentralbank von Großbritannien und die „Bank of Japan“ als Zentralbank von Japan. Im Euroraum übt die Europäische Zentralbank (EZB) die Aufgaben der Zentralbank aus. Die älteste Zentralbank, die heute noch existiert, ist die Schwedische Reichsbank – gegründet 1656.

Die Zielsetzungen der Zentralbanken sind gesetzlich vorgegeben und unterscheiden sich von Währungsraum zu Währungsraum. Die häufigste Zielverpflichtung ist dabei die Wahrung der Geldwertstabilität sowie die Steuerung der Inflations-Rate. Neben rein geldpolitischen Zielen können Zentralbanken auch gesamtwirtschaftliche Ziele wie z. B. eine Unterstützung der allgemeinen Wirtschaftspolitik, eine hohe Beschäftigung oder eine bestimmte Zinsentwicklung verfolgen. In Beziehung zu anderen Währungsräumen können auch Wechselkursziele zum Tragen kommen.

Die Zentralbanken versorgen die jeweiligen Volkswirtschaften mit Geld. Sie verfügen über ein ausschließliches Recht, gesetzliche Zahlungsmittel auszugeben. Dabei achten die Zentralbanken darauf, dass kein beschädigtes Geld oder Falschgeld im Umlauf ist.

Die Zentralbanken halten die Währungsreserve eines Währungsraumes. Diese umfassen im Wesentlichen Gold und umtauschbare Währungen (Devisen).

Als Bank der Banken refinanziert die Zentralbank die Geschäftsbanken. Diese können sich mit Zentralbankgeld versorgen. Im Gegenzug leisten die Geschäftsbanken Einlagen bei der Zentralbank. Dies können vorgeschriebene Mindestreserve-Guthaben sein oder überschüssige Liquiditäts-Reserven. Wo dies nicht gesetzlich untersagt ist, kann auch der öffentliche Sektor Kredite durch die Zentralbank gewährt bekommen.

Der Gewinn einer Zentralbank wird in der Regel an den Staat abgeführt.

Als Steuerungsmittel stehen einer Zentralbank verschiedene Instrumente zur Verfügung, um ihre Ziele und Aufgaben zu erreichen. Die Zinspolitik umfasst dabei alle Maßnahmen der Zentralbank, mit denen über die Steuerung der Zinshöhe der Umfang der Geldaufnahme beeinflusst werden kann. Weiterhin kann die Zentralbank mit einer bestimmten Mindestreserve-Politik (darunter versteht man die Verpflichtung der Geschäftsbanken, Guthaben bei der Zentralbank zu hinterlegen), ebenfalls die Liquiditäts-Lage der Banken steuern. Mit einer so genannten Offenmarktpolitik übt die Zentralbank durch Anleihe-Käufe bzw. –Verkäufe geldpolitischen Einfluss aus. Die Offenmarktpolitik dient in der Regel der „Feinsteuerung“ der Geldpolitik. Zur Verfolgung von Wechselkurszielen steht den Zentralbanken das Instrumentarium der Devisen-Markt-Interventionen, also der Kauf bzw. Verkauf von Devisen, zur Verfügung.

Zentralbank: Worauf müssen Sie achten?

Seit der Finanzkrise von 2008 sind die Zentralbanken zum entscheidenden Akteur an den Finanzmärkten geworden. Ihre finanzpolitischen Maßnahmen wurden immer mehr zum prägenden Bestimmungsfaktor. Entscheidungen der Zentralbanken „machen“ Kurse an den Märkten (AktienmarktRentenmarkt, Devisenmarkt). Schenken Sie als Anleger deshalb den Strategien der Zentralbanken allerhöchste Aufmerksamkeit. Zur Stabilisierung der unruhig gewordenen Finanzmärkte haben die Zentralbanken ihre verbalen Markteingriffe forciert.

Info

info Was bedeutet das genau?

Das Verhalten der Akteure in der Volkswirtschaft (Unternehmer, Verbraucher, Anleger) soll bereits durch die Ankündigung von politischen Maßnahmen gesteuert werden. Dabei legen viele Notenbanken immer stärkeren Wert auf eine Transparenz ihrer Entscheidungsfindung. Die Zentralbanken wollen, dass die Marktteilnehmer Klarheit über ihre langfristigen Ziele bekommen. Die Entwicklung der maßgeblichen Bestimmungsgrößen an den Finanzmärkten ist dadurch zum Teil besser kalkulierbar geworden.

Nutzen Sie als Anleger diese Umstände zu Ihrem Vorteil. Wenn die Ziele der Zentralbanken bekannt sind, dann richten Sie Ihr Anlageverhalten auf diesen Sachverhalt aus. 

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