A-ZBöhms Börsenlexikon

Lars Erichsen

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Lars Erichsen

Was sind CDS (Credit Default Swaps)?

Credit Default Swaps sind Kreditderivate, die Ausfallrisiken von Anleihen oder Krediten verbriefen. CDS funktionieren wie eine Art Versicherung. Dabei schließen zwei Parteien eine Vereinbarung über die Zahlungsfähigkeit eines dritten Schuldners ab. Ein Vertragspartner ist Sicherungsnehmer und ein anderer Sicherungsgeber. Der Sicherungsnehmer erhält eine Ausgleichszahlung vom Sicherungsgeber, wenn das Kreditereignis eintritt. Im Gegenzug zahlt der Sicherungsnehmer dem Sicherungsgeber eine Prämie, die einer Versicherungsprämie entspricht.

Der Sicherungsnehmer erhält bei jedem Zahlungsausfall seine Ausgleichszahlung, selbst wenn er nicht von einem Zahlungsausfall betroffen ist. CDS sind also Versicherungen, die man abschließen kann, selbst wenn man dem Versicherungsrisiko nicht ausgesetzt ist. CDS werden außerbörslich gehandelt und können individuell gestaltet werden. In der Regel laufen CDS zwischen drei und zehn Jahren. Mögliche Kreditereignisse können Insolvenzen, aber auch Zahlungsverzüge oder eine Umschuldung sein. In der Regel handeln Banken und Großanleger mit CDS.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Die Kurse der CDS sind ein wichtiger Indikator für das Kreditausfallrisiko eines Emittenten (eines Unternehmens oder eines Staates). In Krisenzeiten legen die CDS an Wert zu. So sind während der Eurokrise z.B. die CDS für die Anleihen der europäischen Krisenstaaten stark gestiegen.

So sinnvoll CDS sein können, sie werden auch von Spekulanten genutzt, um auf die Pleite von Unternehmen oder ganzer Länder zu "wetten". Sie sollten sich daher nicht blenden lassen: Die Preise der CDS werden häufig von Spekulationen getrieben und spiegeln nicht immer das echte Risiko von Kreditausfällen wider.

Stefan Böhm
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