A-ZBöhms Börsenlexikon

Lars Erichsen

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Lars Erichsen

Was ist die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen?

Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen wird von der Deutschen Bundesbank ermittelt. Bei der Veröffentlichung werden die Renditen nach Emittenten und Restlaufzeiten aufgeschlüsselt und veröffentlicht. Die Umlaufrendite gilt als Messgröße für das Zinsniveau des Kapitalmarkts. In die Berechnung der Umlaufrendite fließen Papiere mit einer Restlaufzeit von drei bis dreißig Jahren ein, deren Emittenten über eine hervorragende Bonität verfügen.

Anfang der 1980er Jahre lag die Umlaufrendite auch wegen der hohen Inflationsrate noch bei über 11 Prozent, auch Anfang der 1990er Jahre betrug sie noch über acht Prozent. Von da an ist die Umlaufrendite kontinuierlich gefallen. Vor der Finanzkrise Mitte 2008 lag sie allerdings immer noch bei mehr als 4,50 Prozent.

Danach brach sie wegen der extremen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank und anderer Notenbanken sowie wegen der dauerhaft niedrigen Inflation regelrecht ein. Anfang 2016 würde ein Tief bei 0,01 Prozent erreicht. Für viele der Bundesanleihen, die zur Berechnung der Umlaufrendite herangezogen werden, sind die Renditen in den negativen Bereich gefallen. Mit anderen Worten: Anleger zahlen dafür, um Bundesanleihen halten zu dürfen. Diese paradoxe Situation ist eine Folge der Finanz- und der Eurokrise.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Vor allem wenn es darum geht, Kapital sicher und fest anzulegen, sollten Sie einen Blick auf die langfristige Entwicklung der Umlaufrendite werfen. Diese zeigt, welche Zinserträge derzeit am Markt für sichere Geldanlagen möglich sind und gibt eine Orientierung.

Stefan Böhm
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