A-ZBöhms Börsenlexikon

Lars Erichsen

Team Böhms-DAX-Strategie
Börsen-Lexikon Videos
powered by Lars Erichsen
Lars Erichsen

Was ist ein Übernahmeangebot?

Ein Übernahmeangebot ist ein Angebot an die Aktionäre eines Unternehmens, ihre Aktien zu einem bestimmten Kurs und bis zu einer zeitlichen Frist aufzukaufen. Solche Übernahmeangebot haben an der Börse häufig starke Kurs-Sprünge zur Folge, weil der gebotene Kaufpreis nicht selten weit über dem letzten Börsen-Kurs liegt. Den Aktionären soll ein großer Anreiz geboten werden, damit die Übernahme glückt. Ein Scheitern der Übernahme – zu wenige Aktionäre nehmen das Angebot an – kann für das übernehmende Unternehmen ansonsten teuer werden, denn schließlich muss es die gekauften Aktien wieder los werden.

Immer wieder werden an der Börse Unternehmen zum Ziel von Übernahmespekulationen. Es gibt Gerüchte, dass ein Unternehmen von einem anderen geschluckt werden soll und der Aktienkurs des Übernahmeziels schießt daraufhin nach oben. Da lässt sich in kurzer Zeit viel Geld verdienen, werden Sie jetzt denken. Richtig. Aber die ganze Sache kann auch in die Hose gehen. Dann nämlich wenn das Gerücht nur ein Gerücht bleibt. Oder wenn die Übernahme scheitert. In dem Fall ist dann ein Kurssturz wahrscheinlich. 

Info

info Beispiel: K+S

Das hat das Beispiel des DAX-Unternehmens K+S im Herbst 2015 gezeigt: Erst schoss die Aktie nach einem Übernahmeangebot um 40 Prozent nach oben. Nachdem die Übernahme aber scheiterte, fiel die Aktie sogar unter das Kursniveau vor dem Übernahmeangebot.

Ein Übernahmeangebot ist bindend, das heißt, der potenzielle Käufer ist verpflichtet, sich daran zu halten. Ein Angebot gilt so lange als Teilangebot, bis damit die Absicht verfolgt wird, die Kontrolle über eine Gesellschaft zu erreichen. Dies ist ab einem Stimmrechtsanteil von 30 Prozent der Fall. Kauft ein Bieter an der Börse Anteile einer Gesellschaft und erreicht so die Schwelle von 30 Prozent Stimmrechts-Anteil, ist er zu einem Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre verpflichtet. Dieses so genannte Pflichtangebot muss angemessen sein und wird von der BaFin überwacht.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Selbst auf Übernahmen zu spekulieren, mag Ihnen wegen der möglichen hohen Gewinne reizvoll erscheinen. Doch es sind ebenso schnell hohe Verluste möglich. Manchmal werden Übernahmegerüchte auch gezielt gestreut, um Privatanleger abzuzocken. Sie sollten daher eine Aktie nur kaufen, wenn Sie von dem Unternehmen auch so überzeugt sind. Die Möglichkeit, dass eine Übernahme den Kurs weiter nach oben treiben könnte, ist dann gewissermaßen nur ein „Zubrot".

Keinesfalls sollten Sie die Aktie des kaufenden Unternehmens erwerben, denn die leidet meist unter einer Übernahme. Der Grund: Übernahmen sind häufig zu teuer und selten hält der Zusammenschluss das, was sich der Käufer davon versprochen hat. Eines der prominentesten Beispiele für eine gescheiterte Übernahme ist der Kauf des US-Autokonzerns Chrysler durch Daimler.

Stefan Böhm
'; exit-intend
exit-intend-close