A-ZBöhms Börsenlexikon

Lars Erichsen

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Lars Erichsen

Was ist Goldparität?

Goldparität bezeichnet ein festes Austauschverhältnis einer Währungseinheit zu einer bestimmten Menge an Gold. In der Praxis unterscheidet man zwischen einer echten und einer fiktiven Goldparität.

Im ersten Fall kann jede Währungseinheit in Gold umgetauscht werden. Es besteht ein Recht auf diesen Tausch. Beispiele dafür waren der US-Dollar und das Britische Pfund, die lange durch eine echte Goldparität gedeckt waren. Im Falle der fiktiven Goldparität ist eine Währung nur ideell an Gold gebunden. Die Goldparität hat seit dem Ende des IWF-Wechselkurssystems 1978 weltweit stark an Bedeutung verloren.

Kann die Goldparität Krisen verhindern?

Im Zuge der Finanzkrise fand die Idee der Goldparität jedoch wieder viele Anhänger und Befürworter. Der Hintergedanke: Ist eine Währung fest an Gold gebunden, kann die Geldmenge nicht unendlich ausgeweitet werden und so genanntes Hot Money (heißes Geld) entsteht nicht. Viele Anhänger dieses Ansatzes machen die Abkehr der USA von der Goldpreisbindung Anfang der 1970er Jahre für den starken Anstieg der Staatsschulden und der ihrer Ansicht nach zunehmenden Häufung von Wirtschaftskrisen verantwortlich.

Kritiker der Goldparität werfen ein, dass die Goldbindung der Währungen die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre nicht verhindern konnte. Im Gegenteil: Nach Ansicht vieler Experten hätte die schwerste Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts deutlich abgemildert und verkürzt werden können, wenn den Notenbanken nicht durch die Goldparität die Hände gebunden gewesen wären.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Die Grundidee der Goldparität ist interessant und hat auch über viele Jahre funktioniert. Auch belebt es jeden akademischen Diskurs, die heutige Welt im Regelsystem der Goldparität zu denken. Doch sollten Sie sich als Investor an den aktuellen Gegebenheiten orientieren. Weder akademische Gedankenspiele noch Verschwörungstheorien, die Gold als einzigen Ausweg aus der angespannten Lage des Finanzsystems betrachten, helfen dabei weiter.

Gold ist eine interessante Anlageklasse, sollte in Depots allerdings lediglich als Versicherung eine Rolle spielen. Versicherungsprämien umfassen in der Regel auch nur einen geringen Teil der Versicherungssumme. Sie sollten Gold daher nur eine geringe Rolle im Depot einräumen. Ich rate zu 10 bis 15 Prozent – das hängt von der Zusammensetzung Ihres Depots insgesamt ab.

Stefan Böhm
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