A-ZBöhms Börsenlexikon

Lars Erichsen

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Lars Erichsen

Was ist der Euro-Bund-Future?

Der Euro-Bund-Future gilt als das Stimmungsbarometer für deutsche Staatsanleihen. Er ist ein Terminkontrakt, dem eine fiktive deutsche Staatsanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einer Verzinsung von sechs Prozent zu Grunde liegt. Es gibt pro Jahr jeweils vier Future-Kontrakte, die im März, Juni, September und Dezember fällig werden. Handelsplatz ist die Terminbörse Eurex.

Größte Einflussgröße auf den Kurs des Euro-Bund-Future ist das erwartete Zinsniveau. Erwartet der Markt niedrigere Zinsen, steigt der Euro-Bund-Future. Höhere Zinsen schlagen sich in Kurs-Verlusten des Euro-Bund-Future nieder. Da das erwartete Zinsniveau auch von den Inflationserwartungen abhängt, spiegelt der Euro-Bund-Future zusätzlich die am Markt herrschenden Inflationserwartungen wider.

Ein Terminkontrakt hat einen Nominalwert von 100.000 Euro. Bei Fälligkeit ist der Verkäufer des Bund-Future verpflichtet, im Gegenwert des Kontrakts deutsche Staatsanleihen zu liefern. Die Restlaufzeiten dieser Anleihen dürfen zwischen 8,5 und 10,5 Jahren liegen. Das Emissionsvolumen muss mindestens 5 Milliarden Euro umfassen.

Der Euro-Bund-Future dient auch als Basiswert (Underlying) für Derivate wie z. B. Hebelzertifikate und Optionsscheine, mit denen Anleger auf Veränderungen am deutschen Rentenmarkt spekulieren können. Dabei wird auf die Kursentwicklung eines angepassten, fiktiven Endloskontraktes zurückgegriffen. Das macht es auch möglich, zeitlich unbegrenzte Open-end-Zertifikate auf den Bund-Future zu handeln.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

Der Euro-Bund-Future bewegt sich insbesondere im Vorfeld von Sitzungen der Europäischen Zentralbank (EZB) oder anderer Termine von großer Bedeutung für die Geldpolitik. Während dem Euro-Bund-Future in der Vergangenheit eine zum DAX umgekehrt proportionale Entwicklung („Wenn der DAX steigt, fällt der Bund und umgekehrt.“) nachgesagt wurde, ist diese negative Korrelation während der vergangenen Jahre immer geringer geworden.

Ein Grund dafür: Nach der Finanzkrise trieb die Nachfrage nach sicheren Anlagen die Kurse deutscher Staatsanleihen nach oben. Das führte zu einer Verzerrung der Kurse.

Stefan Böhm
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