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A-ZBöhms Börsenlexikon

Lars Erichsen

Team Böhms-DAX-Strategie
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Lars Erichsen

Was ist das KGV?

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine Kennzahl zur Bewertung von Aktiengesellschaften bzw. Aktien. Dabei wird der aktuelle Kurs zum Gewinn des Unternehmens je Aktie ins Verhältnis gesetzt. Zum besseren Verständnis veranschauliche ich Ihnen die "theoretische" Berechnung des KGVs am besten mal anhand eines Beispiels.

Info

info Beispiel

Wenn eine Aktie an der Börse zu einem Kurs von 30 Euro gehandelt wird und das Unternehmen im aktuellen Geschäftsjahr einen Gewinn von 3,00 Euro je Aktie erzielt, beträgt das KGV 10 (30/3,00) (siehe dazu auch Gewinn je Aktie).

Gelegentlich werden Unternehmen mit einem KGV von unter 10 als unterbewertet angesehen. Dies ist aber eine sehr vereinfachende Ansicht, da das KGV von Branche zu Branche unterschiedlich ausfällt. So werden z. B. Aktien aus der eher wachstumsschwachen Versicherungsbranche, wie die Allianz oder die Münchener Rück, mit einem deutlich niedrigeren „KGV gehandelt" als Aktien aus der wachstumsstarken Internetbranche wie z. B. Alphabet (früher Google) oder Facebook. Sie sollten daher das KGV vor allem dazu nutzen, um Unternehmen innerhalb derselben Branche zu vergleichen.

Das KGV hat noch weitere Schwächen: Unternehmen, die stark wachsen, erzielen unter Umständen überhaupt keinen Gewinne, sondern schreiben wegen hoher Investitionen rote Zahlen. Eine Bewertung anhand des KGV ist unter diesen Umständen nicht möglich. Trotzdem kann die Aktie aussichtsreich sein, wenn die Investitionen in Zukunft zu steigenden Umsätzen und Gewinnen führen. Anleger können in diesem zur Aktienbewertung auf andere Kennzahlen, wie beispielsweise das Kurs-Umsatz-Verhältnis zurückgreifen.

Das KGV ist trotz seiner Schwächen eine sehr beliebte Kennzahl. Aufgrund seiner Einfachheit bietet es sich für allgemeine Bewertungsfragen im historischen Vergleich an. Sie können dadurch beispielsweise sehen, ob eine Aktie heute höher bewertet ist als vor zehn Jahren. Für Aktienindizes wie den DAX kann ebenfalls ein KGV berechnet werden. Auch hier ermöglicht besonders der historische Vergleich Aussagen darüber, ob ein Markt aktuell hoch bewertet ist oder nicht.

Meinung

sprechblase Böhms Fazit

Das KGV ist ein sinnvoller Helfer. Sie sollten die Kennzahl aber niemals isoliert betrachten. Auch Unternehmen mit einem KGV von 3 können aussichtslos sein. Dann nämlich, wenn der Markt das Unternehmen wegen seiner schlechten Zukunftsaussichten zu Recht so niedrig bewertet. Achten Sie nicht nur in solchen Fällen besonders darauf, einen Blick auf das erwartete KGV (z. B. KGV2017e) zu werfen.

Das KGVe wird anhand der Gewinne berechnet, die für die Zukunft prognostiziert werden. Das ermöglicht eine bessere Auskunft darüber, ob ein Unternehmen auch nachhaltige Gewinne liefert.

Stefan Böhm
Bildquellen:
www.lars-erichsen.de
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