A-ZBöhms Börsenlexikon

Lars Erichsen

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Lars Erichsen

Was ist ein ETF?

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Indexfonds. Anders als bei herkömmlichen Fonds wird ein ETF nicht aktiv verwaltet. Es gibt keinen Fondsmanager. Es werden lediglich der Index und dessen Regeln für die Zusammensetzung befolgt. ETFs gelten daher als passives Investmentprodukt.

Da die passive Verwaltung von ETFs einen geringeren Aufwand bedeutet, sind ETFs hinsichtlich der Gebühren günstiger als aktive Fonds. Während aktive Fonds den Anspruch haben, rechtzeitig zu kaufen und zu verkaufen, bilden ETFs einen Markt konsequent ab. Oftmals führt so eine passive Strategie dazu, dass Anlagefehler, die auch Fondsmanagern unterlaufen können, vermieden werden. Andererseits reagiert bei ETFs kein Fondsmanager auf fallende Märkte – ein ETF bildet den Markt immer so genau wie möglich ab.

Zur Gattung der ETFs gehören auch die Unterkategorien ETCs und ETNs. Meist wird aber umfassend von ETFs gesprochen. ETFs ermöglichen Investments in gängige Aktienindizes wie den DAX, den S&P 500 oder den japanischen Nikkei. Doch auch Themenindizes, die Dividenden-Werte oder Unternehmen mit bestimmten Unternehmenskennzahlen bündeln, sind immer gefragter. In den vergangenen Jahren geht der Trend bei ETFs zu Smart-Beta-Lösungen. Damit sind Indizes gemeint, die aufgrund ihres Regelwerks versuchen, bestimmte Risiken auszuklammern. Dabei geht es meist um geringere Volatilitäten oder Güte-Kriterien für die Unternehmen im Index.

Neben den klassischen ETFs, die Investments in Aktienindizes ermöglichen, gibt es auch die ETCs (Exchange Traded Commodities) , die Investitionen in Rohstoffe abbilden. ETFs und ETCs sind immer Sondervermögen und bieten Anlegern dadurch einen gewissen Schutz. Die Investitionen, die ein ETF oder ETC abbildet, sind immer entweder durch echte Aktien (physisch besichert) oder mittels Swap-Geschäften besichert. Anders ist dies bei ETNs (Exchange Traded Notes). Diese Papiere werden direkt aus der Bilanz des Emittenten begeben und gelten nicht als Sondervermögen. Seit der Finanzkrise der Jahre 2009 bis 2010 sind ETNs kaum mehr in Erscheinung getreten.

Meinung

sprechblase Böhms Praxistipp

ETFs sind eine interessante Möglichkeit, wenn Sie Ihr Depot breit aufstellen möchten. In nur einem Produkt stecken in der Regel viele Aktien. Interessant sind auch Smart-ETFs, die Investoren preisgünstig Zugang zu Aktien mit bestimmten Kriterien bieten.

Etwas heikler wird die Sache bei Rohstoff-ETFs, den so genannten ETCs. Wegen der Abhängigkeit von den Future-Märkten kann es immer wieder zu Rollverlusten kommen. Dies sind sozusagen „Reibungsverluste“ an den Märkten, die ein Investment schwer kalkulierbar machen. Für Privatanleger sind diese Produkte daher nicht immer geeignet.

Auch ETNs bieten Privatinvestoren keine nennenswerten Vorteile. Klassische Aktien-ETFs sind aber gut geeignet, wenn Sie schnell in bestimmte Märkte investieren wollen. ETFs sind gegenüber klassischen Fonds nicht nur konkurrenzfähig, sondern oftmals besser.

Vorsicht sollten Sie auf exotischen Märkten walten lassen. Je riskanter der Aktienmarkt, desto sinnvoller ist es, auf aktive Fonds zu setzen, bei denen ein Fondsmanager genau analysiert, welche Aktien gut sind und welche nicht. Auf etablierten Märkten wie den USA, Deutschland, Frankreich, Japan oder auch den großen Schwellenländern bieten ETFs gute Bedingungen.

Stefan Böhm
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